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Stadthagen / Besetzte Wohnung Zugemüllt

 Müll, Matratzen, ein Fernseher: Im eigentlich leer stehenden Haus an der Seilerstraße, in dem der Landkreis Flüchtlinge unterbringen will (wir berichteten), gibt es noch Bewohner. Die allerdings halten sich illegal im Gebäude auf.

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Kein schöner Anblick ergibt sich für die Wohnbau-Mitarbeiter in einer Wohnung an der Seilerstraße.  rg

Stadthagen. In der vergangenen Woche wollten Mitarbeiter der Wohnbau Kreiswohnungsbaugesellschaft, die das Gebäude gekauft hat, die vier Wohnungen komplett ausräumen. Dabei stießen sie im ersten Obergeschoss auf eine Überraschung. Eine Tür dort war abgeschlossen, ein handgeschriebener Zettel hing daran: „Diese Wohnung ist noch bewohnt!“

Offiziell ist das Haus leer, Wasser und Heizung sind abgestellt, wie der Wohnbau-Geschäftsführer Heinz-Helmut Steege weiß. Die Mitarbeiter hätten ihrerseits einen Zettel hinterlassen: Die Bewohner mögen sich bei der Wohnbau melden.

Als nichts geschah, gab es einen zweiten Zettel, mit dem Hinweis, dass die Wohnbau nach Ablauf einer Frist berechtigt sei, die Wohnung gewaltsam zu öffnen. Keine Reaktion. Also wurde die Androhung wahrgemacht.
„Der Müll drin steht mehr als einen Meter hoch“, berichtet Steege. Dazwischen stehen auch Besitztümer wie Fernseher und Schränke. Die müsse die Wohnbau auf eigene Kosten einlagern, sonst handele es sich um Diebstahl. Steege schätzt die Kosten für die verkomplizierte Räumung auf bis zu 7000 Euro.

Die Adresse der Wohnung war tatsächlich bei der Stadt Stadthagen hinterlegt. Sie wurde zwangsabgemeldet. Hinter den zugemüllten Räumlichkeiten hat Steege inzwischen ein menschliches Drama recherchiert. Scheinbar handelt es sich um Bruder und Schwester, die dort nach der Zwangseinweisung ihrer verwirrten Mutter in ein Pflegeheim weiterlebten. „Die müssen aber noch was anderes haben“, glaubt Steege. „Sie scheinen nur nachts da zu sein.“ Außerdem ließen sich „die täglichen Bedürfnisse“ nicht mehr im Haus verrichten.

Die Wohnung wird in dieser Woche geräumt.  jcp

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