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Baum im Schlossgarten von Pilzen befallen Zum Fällen freigegeben

Im Schlossgarten sollen zwei Kastanien fallen. Als zu groß erachtet die Stadtverwaltung die Gefahr eventuell herabfallender Äste.

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Quelle: rg

Stadthagen. Ein Baum könnte gar ganz umknicken, warnt eine Gutachterin. Trotzdem kritisiert der Stadthäger Nabu die Entscheidung.

Konkret geht es um eine weiße Kastanie am Schlossteich und eine rote Kastanie im Randbereich des Parks. „Abhängig von den Witterungs- und Bodenverhältnissen ist die Fällung der beiden Bäume für März oder April vorgesehen“, erklärt Pressesprecherin Bettina Burger. Der Schlossgarten soll im Stil der Weserrenaissance weiterentwickelt werden. In diesem Sinne werde es keinen Ersatz für die Bäume geben, teilt Burger mit.

Landschaftsplanerin Antje Wiskow als Gutachterin im Einsatz

Insgesamt war der Baubetriebshof bei seiner Routine-Tour auf drei Kastanien aufmerksam geworden. Der dritte Kandidat kann aber nach Darstellung der Verwaltung durch Baumpflege und Stutzen der Krone gerettet werden. Als Gutachterin war in Stadthagen zum ersten Mal die in der Kreisstadt lebende Landschaftsplanerin Antje Wiskow im Einsatz. Wiskow hat sich auf Baumkontrolle spezialisiert und unter anderem ein Baumkataster für die Stadt Rinteln erstellt.

„Das zentrale Wurzelsystem der Kastanie am Teich ist von einem Pilz befallen“, erklärt Wiskow ihre Empfehlung an die Verwaltung. Der Stamm sei größtenteils ausgehöhlt. Als fatal könnte sich das in Kombination mit Wind erweisen: Lange hat die Kastanie im Schutz von inzwischen ebenfalls gefällten anderen Bäumen gestanden. Deshalb ist sie Wiskow zufolge schlank und hochgewachsen. Keine gute Kombination – in einem heftigen Sturm träfe der Wind ungebremst auf einen eher hohen, dünnen, und in Folge des Pilzbefalls nicht eben stabilen Baum.

Passanten könnte ein Ast auf den Kopf krachen

„Der hätte umfallen können“, ist Wiskow sicher. Alternative wäre ein Zurückschneiden gewesen, das wahrscheinlich nicht viel vom Baum übrig gelassen hätten. Auch um die rote Kastanie steht es nicht gut. Sie leidet an einer bakteriellen Erkrankung, die ihre sogenannte Wachstumsschicht zerfrisst. Darin transportiert ein Baum Nährstoffe. Wiskow sieht die „Bruchsicherheit“ gefährdet – Passanten könnte also durchaus mal ein Ast auf den Kopf krachen.

Bei allem Verständnis für die Sicherungspflicht der Verwaltung zeigt sich der Stadthäger Nabu nicht begeistert von den anstehenden Fällungen. „Natürlich blutet bei sowas das Herz eines jeden Naturschützers“, sagt der stellvertretende Vorsitzende Klaus Geweke. Bäume seien wertvolle Sauerstoffspender, sehr lange dauere es, bis ein neu gepflanzter Baum es in dieser Hinsicht mit einem alten aufnehmen könne. „Stadthagen hat sich doch den Klimaschutz auf die Fahnen geschrieben“, klagt Geweke.

Auch Totholz hat noch seinen Nutzen

Aus Sicht des Naturschutzes sei jeder Baum wertvoll. Das natürliche Baumsterben ziehe sich eigentlich über einen langen Zeitraum hin. Auch Totholz sei noch Haus für Insekten und Vögel. Die Kastanien sollten nun genau zur beginnenden Brutzeit gefällt werden, so Geweke. Kurz: „Uns wäre es lieber, wenn die Bäume erhalten würden.“  jcp

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