Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Stadthagen Stadt Zum Wohl von Hund und Mensch
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Zum Wohl von Hund und Mensch
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:42 13.07.2018
Quelle: ano
Anzeige
Stadthagen

„Ganz wichtig ist die Impfung gegen Tollwut, nach der drei Wochen vergehen müssen, bis sie offiziell wirksam ist“, erklärt Sarah Michel, tiermedizinische Fachangestellte in der Stadthäger Tierarztpraxis Paeger. Die Maßnahme sei Pflicht für jedes Land, auch innerhalb der EU. Zudem würden Tabletten verabreicht, die das Herz vor Aufregung schützen sollen und Halsbänder gegen Mückenstiche umgehängt. Diese Vorkehrungen sollten mindestens einen Monat vor dem Antritt von Auslandsreisen getroffen werden.

Eine gefährliche Urlaubskrankheit ist unter anderem Parvovirose, eine hoch ansteckende und akut verlaufende Infektionskrankheit, die unter anderem in südlichen Ländern vorkommt und im schlimmsten Fall mit dem Tod des Tieres enden kann. Besonders junge Hunde sind laut Tierärztin Dr. Julia Matena gefährdet: „Welpen sollten erst nach den beiden ersten Impfungen, die nach acht sowie zwölf Wochen erfolgen, mitfahren.“ Zudem gelte es landesspezifische Vorgaben zu beachten, sich rechtzeitig zu informieren: „Für eine Reise nach England ist beispielsweise eine Entwurmung notwendig.“

Tierarzt und Veterinäramt aufsuchen

Urlauber, die ein Tier mitbringen wollen, sollten das unbedingt auf offiziellem Wege tun, betont Dr. Ulf Güber, Amtstierarzt beim Landkreis. „Mit dem Hund sollte man zunächst zum örtlichen Tierarzt gehen.“ Und wenn dies geschehen sei, sollten sich Reisende beim Veterinäramt eine TRACES-Bescheinigung holen. Diese steht als Kurzform für Trade Control and Expert System und erfasst den gesamten Tierverkehr innerhalb und außerhalb der EU. Güber: „In ihr werden unter anderem die Art des Transports, die Dauer, die Hunderasse und der Empfängerlandkreis eingetragen.“

Der Import von Hunden, der nach Worten des Amtstierarztes insbesondere aus Rumänien und Spanien erfolgt, könne nicht nur angesichts der dort auftretenden Krankheiten wie der Leishmaniose, einer parasitären Bluterkrankung, die im schlimmsten Fall tödlich enden kann, heikel sein. Schwierigkeiten könnten sich auch angesichts der Vorgeschichte der Vierbeiner ergeben: „Jemand, der einen Hund importieren will, muss sich darüber im Klaren sein, dass deren Sozialisation oftmals anders ist als bei heimischen Tieren.“

Straßenhunde oft abgehärteter

Straßenhunde aus südeuropäischen Ländern hätten vielfach auf der Straße, in Wäldern oder gar auf Müllkippen gelebt und zumeist höchstens negative Erfahrungen mit Menschen gemacht. Dies könne erhebliche Auswirkungen auf das Verhalten nach sich ziehen: „Die Tiere sind nicht stubenrein, kommen nicht auf Zuruf, verstecken sich hinter dem Sofa, hauen einfach ab.“ Vormalige Straßenhunde seien angesichts ihrer Erfahrungen aber auch wesentlich abgehärteter, so Güber, der seit mehr als 25 Jahren beim Kreis tätig ist: „Sie können monatelang draußen unterwegs sein.“

Von einem illegalen Import sei für Mensch und Tier abzuraten: „Wenn uns ein Hund auffällt, etwa weil er nicht gerade läuft oder den Kopf schief hält, kommt er in Quarantäne. Und schlimmstenfalls, wenn er etwa Tollwut hat, muss er getötet werden.“ Die entstehenden Kosten haben diejenigen, die das Tier nach Deutschland eingeführt haben, zu tragen. ano

Anzeige