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Zunächst kein Integrationsbeauftragter

Ratspolitiker fordern erst ein Konzept Zunächst kein Integrationsbeauftragter

Die von der Stadtverwaltung angestrebte halbe Stelle für einen Integrationsbeauftragten wird es wohl so schnell nicht geben. Der Finanzausschuss hat nahezu einmütig empfohlen, erst ein Konzept für die Integrationsarbeit in Stadthagen zu erstellen und daraus abzuleiten, ob die Stelle erforderlich ist.

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Quelle: dpa

Stadthagen. Dass der Rat in seiner Sitzung am 27. Februar diese Linie beschließen wird, gilt als sicher.

 Die halbe Stelle würde die Stadt 35.000 Euro jährlich kosten. Dieser Betrag wurde vom Finanzausschuss aus dem Etatentwurf für 2017 gestrichen. Für die Konzepterarbeitung hat der Finanzausschuss auf Initiative der SPD/Grünen/FDP-Gruppe und mit Zustimmung der CDU hingegen 15.000 Euro bereitgestellt. Ob dieser Betrag für diese Aufgabe ausgeschöpft werden muss, ist noch offen.

 Jan-Philipp Beck (SPD) betonte, es sei wichtig, dass die Stadtverwaltung Integrationsarbeit leiste. Eine Anlaufstelle gebe es dafür auch bereits mit der Gleichstellungsbeauftragten, die diesen Bereich mit abdeckt. Beck verwies darauf, dass etliche Wohlfahrtsverbände sowie Einrichtungen wie das Familienzentrum Integrationsarbeit leisten. Angesichts dieser Vielfalt sei es erforderlich, erst eine Bestandsaufnahme zu machen und ein Konzept für die Integrationsarbeit zu erstellen. Erst daraus lasse sich ableiten, ob eine halbe Stelle tatsächlich erforderlich sei.

Schnelles Handeln erfoderlich

 „Es gilt, Doppelstrukturen zu vermeiden“, warf Bürgervertreter Eckhard David (FDP) ein. Ute Hartmann-Höhnke (SPD) ergänzte, es sei wichtig, alle in der Integrationsarbeit tätigen Akteure in die Erarbeitung des Konzeptes einzubeziehen.

 Bernd Englich erklärte namens der CDU, diese beurteile die Sachlage genau wie die Ampel-Mehrheit. „Wir stellen gerne die Finanzmittel für eine Konzepterstellung bereit“, sagte Englich.

 Eine etwas abweichende Linie vertrat Jürgen Burdorf (WIR). Angesichts zu erwartender Flüchtlingszuzüge nach Stadthagen sei ein schnelles Agieren erforderlich. Burdorf schlug vor, die halbe Stelle im Etat zu verankern, allerdings mit einem Sperrvermerk zu versehen, bis ein Konzept erarbeitet ist. Am Ende enthielt sich der WIR-Politiker der Stimme.

 Bürgermeister Oliver Theiß (parteilos) plädierte vergebens dafür, die halbe Stelle umgehend einzurichten. Es sei ein berechtigter „Hilferuf“ von Günes Tezcan gekommen, welche die Stelle der Gleichstellungsbeauftragten (inklusive Integrationsbeauftragte) bekleidet. „Hier ist schnelles Handeln erforderlich, um der wachsenden Aufgabe gerecht zu werden“, so Theiß. ssr

Kommentar

15.000 Euro – einmalig; 35.000 Euro – für ein ganzes Jahr: Da stimmt doch die Relation nicht. Wieso will sich der Rat so ein teures Konzept leisten? Mit dieser doch sehr opulenten Lösung zieht viel Zeit ins Land. Besser wäre es doch, eine erfahrene Kraft einzustellen, die gleich zu Beginn ihrer Arbeit ein Konzept erstellt und nebenbei auch schon als Ansprechpartnerin vor Ort fungieren kann. So fußt die Herangehensweise wenigstens auf aktuellen Praxiserfahrungen aus dem Alltag und nicht auf blanker Theorie.

Von Verena Insinger

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