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Stadthagen Stadt Zusätzliche Erschließung sorgt für Ärger in Kleingartenkolonie
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Zusätzliche Erschließung sorgt für Ärger in Kleingartenkolonie
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00:19 13.01.2019
Ist die Kleingartenidylle zwischen Enzer Straße und Gewerbepark bedroht? Quelle: rg
Stadthagen

Sven Rickes, Geschäftsführer der Compa Logistik, hatte Pläne vorgestellt, das Gelände auch von der Enzer Straße aus zu erschließen. Der im Gewerbepark an der Gubener Straße in Stadthagen geplante „Coworking space“ soll in der zweiten Februarwoche eröffnen.

Dieser „elementare Bestandteil“ des Gesamtkonzeptes für den Innovationspark soll laut Ricke noch in diesem Jahr umgesetzt werden. Für den Stadthäger Kleingärtner steht damit die Frage im Raum, wo diese Straße denn langführen soll. Und seine Sorge, dass das Vorhaben genau durch seinen Garten geht, scheint nicht gänzlich unbegründet.

Denn wie eine Anfrage bei der Stadtverwaltung deutlich macht, würde die Straße parallel zu den Bahngleisen durch die Kolonie Bisdorfer Weide führen. „Dieses Vorhaben kann ich natürlich überhaupt nicht unterstützen, da mein Kleingarten, wo ich einen Rückzugsort für mich, meiner Verlobten und unserer Tochter habe, dafür weichen müsste“, ärgert sich der Stadthäger. Zumal der Stadthäger den Sinn dieser Maßnahme infrage stellt. Schließlich habe die Gubener Straße „auch schon Alcatel gereicht“. Er sieht darin eine unnötige Verschwendung von Steuergeldern.

Auch andere Varianten im Gespräch

Das sieht Unternehmer Rickes anders. Er möchte mit der südlichen Erschließung den Fernlastverkehr von der Gubener Straße wegbekommen. „Wir wollen mehr Ruhe für die Freizeitaktivitäten und das Kleingewerbe bekommen.“ Die Logistikunternehmen in den großen Hallen liegen alle im hinteren Bereich, sodass eine Anlieferung von der Enzer Straße Rickes sinnvoller erscheint. „Wir haben uns an die Stadt gewandt, um die technische und rechtliche Machbarkeit überprüfen zu lassen.“ Nachdem dies von der Verwaltung positiv beschieden worden sei, gelte es nun, die wirtschaftliche Umsetzbarkeit zu prüfen.

Allerdings werde auch eine andere Variante geprüft, die die Anlieferung von der Gubener Straße vorsieht. Dafür müsse eine Einfahrt verbreitert werden, um den Verkehr am südlichen Ende des Geländes vorbeizuführen. „Wir berechnen beide Möglichkeiten und sehen dann, welche die Wirtschaftlichere ist.“

Rickes betont aber: „Wir haben bisher bei allen Maßnahmen die Öffentlichkeit immer mit einbezogen und Gespräche mit der Verwaltung, der Politik und den Anwohnern geführt.“ Sollten also in diesem Punkt Dritte betroffen sein, verspricht der Unternehmer, natürlich als erstes auf diese zuzugehen.

Stadt sieht keinen Handlungsbedarf

Die Stadt sieht indes keinen konkreten Anlass, „sich mit den Überlegungen von Herrn Rickes zu beschäftigen, da in der Sache weder eine Bauvoranfrage oder ein Bauantrag vorliegen“, wie Pressesprecher Marco Cordes erklärt. Zudem sei die Verwaltung über die weiteren Optionen Rickes informiert.

Die Pläne zur Erschließung über die Enzer Straße seien zudem schon acht Jahre alt, erklärt Cordes. Damals habe die Stadt mit einem Kaufinteressenten aus der Logistikbranche aussichtsreiche Gespräche zum Verkauf des damaligen Alcatel-Geländes geführt. Im Zuge der beabsichtigten Nutzung wäre in größerem Ausmaß Schwerverkehr entstanden, der nicht ausschließlich über die Hauptzufahrt zu dem Gelände an der Gubener Straße hätte abgewickelt werden können. „Aus diesem Grund wurde als Option eine technische Planung für eine zusätzliche Erschließung erstellt. Im Rahmen dieser Planungsvariante ist ein circa fünf Meter breiter Streifen der Kleingartenkolonie betroffen.“

Von Mira Colic