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Stadthagen Stadt Zusätzliches Gewerbegebiet soll kommen
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Zusätzliches Gewerbegebiet soll kommen
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00:22 28.02.2018
An der Dülwaldstraße gibt es derzeit noch freie Gewerbeflächen. Quelle: rg
Stadthagen

Nach Angaben von Wirtschaftsförderer Lars Masurek laufen nach den Erfolgsmeldungen vom Gewerbegebiet "Am Helweg" derzeit intensive Verkaufsverhandlungen für zwei große Grundstücke im Areal „Großes Klosterfeld II“ an der nördlichen Dühlwaldstraße. Dieses bietet insgesamt noch 98 000 Quadratmeter freie Flächen. Die Verhandlungen mit den potenziell ansiedlungswilligen Unternehmen seien „aussichtsreich“, zeigt sich Masurek zuversichtlich: „Mal gucken wie sich das entwickelt.“

Preis soll Standortnachteil ausgleichen

Eine dritte Firma sei dort zumindest „latent interessiert“. Die Stadt, die im dort Besitz der gesamten Flächen ist, bietet den Boden inklusive von Rabatten für 22 Euro inklusive Erschließungskosten pro Quadratmeter an. „Das ist ein sehr konkurrenzfähiger Preis“, unterstreicht Masurek, „aber wir müssen so günstig sein, weil wir ein Stück von der Autobahn entfernt liegen.“ Die Rabatte beziehen sich auf die Wertschöpfung und die Schaffung von sozialversicherungspflichtigen Jobs durch die sich ansiedelnde Firma.

Weitere 100.000 Quadratmeter freie Fläche, ebenfalls in städtischem Besitz, stehen im Industrie- und Gewerbegebiet „Industriestraße“ zur Verfügung. Mit Blick auf einen beträchtlichen Teil dieser Fläche hoffen die Verantwortlichen der Stadt nach wie vor auf die Umsetzung des vor Jahren angekündigten Neubaus des Autositzherstellers Faurecia.

Noch im zweiten Halbjahr 2018 will die Verwaltung laut Masurek dem Rat einen Plan für die Ausweisung eines zusätzlichen Gewerbegebietes zur Entscheidung vorlegen. Dieses soll vermutlich nördlich und südlich der Nordost-Tangente, und zwar in unmittelbarer Nähe zur Eisenbahnbrücke liegen. Gedacht ist hier an klein parzellierbare Flächen, etwa für Handwerksbetriebe. Denn bei den anderen genannten Arealen handelt es sich vorwiegend um große Parzellen mit bis zu 100 Meter Geländetiefe, was mit eingeschränkten Erschließungsmöglichkeiten zu tun hat.

Stadt denkt strategisch

Im geltenden Flächennutzungsplan grundsätzlich für Gewerbe vorgesehen ist weiterhin ein Areal am südlichen Ende der Jahnstraße. Dies auch rasch auszuweisen, ist nach Darstellung von Masurek aber nicht vorgesehen, weil es verkehrstechnisch nicht so günstig liege wie die Areale am nördlichen Stadtrand.

Dass die Stadt im beschriebenen, durchaus reichlichen Umfang Gewerbeflächen vorhält, hat nach Auskunft von Masurek strategische Gründe. Diese würden vom gesamten Rat und der Verwaltung getragen. „Wir wollen auf Ansiedlungsbegehren unterschiedlichster Art jeweils sofort reagieren können“, umreißt der Wirtschaftsförderer diesen Ansatz: „Darum ist es nötig, eine langfristig angelegte Flächenvorratspolitik zu betreiben.“

Daher sei das Bereithalten „einer breiten Angebotspalette an Grundstücken mit unterschiedlicher Größe und Lage für Nutzer vom kleinen Handwerksbetrieb bis zur größeren Industrieanlage“ sowie geringem Erschließungsaufwand das gewählte wirtschaftspolitische Instrument. ssr