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Stadthagen Stadt Zwei Flächen fehlen noch
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Zwei Flächen fehlen noch
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18:46 02.11.2018
STADTHAGEN

Die schon seit Längerem andauernden Kaufverhandlungen (wir berichteten) haben nach Angaben von Bürgermeister Oliver Theiß einen neuen, „sehr zuversichtlich stimmenden“ Stand erreicht.

Demnach ist mit einem der Landbesitzer bereits Einigkeit erzielt. „Dieser hat verbindlich zugesagt, zu verkaufen“, teilt Theiß dazu mit.

Mit einem zweiten Eigentümer, der zuvor einen Verkauf abgelehnt hatte, ist laut Bürgermeister dieser Tage ein erneutes Gespräch geführt worden. „Dabei haben wir verschiedene Angebote unterbreitet, unter anderem auch Ersatzflächen“, berichtet Theiß. Der Eigentümer habe „daraufhin gesagt, er wolle sich die Sache nochmal überlegen und hat sich Bedenkzeit erbeten“. Die Stadtverwaltung sei „sehr froh darüber, dass diese Kaufoption jetzt wieder offen ist“. Er rechne mit einem Ergebnis in den kommenden Wochen, so Theiß.

Experten wurden hinzugezogen

Im dritten Fall benötigt die Stadt nach Angaben von Theiß eine Ackerfläche lediglich als potenzielles Überflutungsareal. Der Eigentümer könnte in Besitz der Fläche bleiben und diese auch weiterhin bewirtschaften. Weil sie an einer Seite mit einem Wall versehen würde, wäre sie potenzielles Überflutungsgebiet. Im Fall einer Überflutung würde die Stadt eine Entschädigung für den entstandenen Schaden bezahlen. „Und hier geht es noch um einen Maßstab für die Höhe möglicher Entschädigungen, über den wir Einigkeit erzielen müssen“, erläutert Theiß. Dazu seien Experten der Landwirtschaftskammer als Gutachter hinzugezogen worden. „Auf deren Ergebnisse warten wir jetzt.“

Theiß geht davon aus, „dass wir auf jeden Fall noch in diesem Jahr Klarheit darüber haben, ob alles so funktioniert wie wir es brauchen“. Wenn einer der beiden noch offenen Fälle zum Erfolg führt, könne einer der beiden Varianten zum Hochwasserschutz verwirklicht werden. Würden hingegen beide Verhandlungen scheitern, dann wäre laut Theiß nur eine abgespeckte Umsetzung möglich.

Diese wäre für ein Hochwasser dimensioniert, das statistisch alle 50 Jahre vorkommt. Die Stadt strebe aber mit aller Kraft eine Größenordnung für ein Hochwasser an, das statistisch alle 100 Jahre vorkommt. Denn neben dem dann optimalen Schutz der Anwohner in der Weststadt wäre nur so ein zweites wichtiges Ziel zu erreichen: Dass das Areal des Gewerbeparks Schaumburg an der Gubener Straße nicht länger als Überschwemmungsgebiet ausgewiesen sein muss. Erst dann wären dort nämlich größere bauliche Veränderungen genehmingungsfähig, wie sie vom Eigentümer des Gewerbeparks angestrebt sind.

Zwei Konzepte stehen zur Auswahl

Vom Erfolg des Landerwerbs hängt auch weiterhin die Beantwortung der Frage ab, welche der beiden im Raum stehenden Varianten zum Zuge kommen wird. Das Konzept der Verwaltung sieht für 1,8 Millionen Euro die Einrichtung von Hochwasserbecken vor. Die Variante der ehrenamtlich agierenden Agenda 21 beinhaltet für zwei Millionen Euro eine Verwallung des betroffenen Geländes am Krummen Bach.

„Mit Blick auf diese Entscheidung sind wir darauf angewiesen, mit welchem Ergebnis die Kaufverhandlungen zum Abschluss kommen“, gibt Theiß zu verstehen. Denn für jede der beiden Varianten ist jeweils ein unterschiedlicher Bodenbedarf erforderlich. ssr