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Zwei gegen einen im Treppenhaus

Prozess neu aufgerollt Zwei gegen einen im Treppenhaus

Ein Vater-Sohn-Duo aus Stadthagen beschäftigt die Berufungskammer in Bückeburg. Im Streit um vierstellige Mietschulden sollen die Stadthäger zweimal auf ihre damalige Vermieterin und deren Lebensgefährten losgegangen sein. Der Sohn bestreitet die Tat.

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Im neu aufgerollten Verfahren sind keine Geständnisse zu erwarten.

Quelle: Symbolfoto (dpa)

Stadthagen/Bückeburg. Als die Angeklagten das Justizgebäude in Bückeburg betreten, werden sie schon erwartet und gleich am Eingang durchsucht. Später im Saal lassen drei Wachtmeister die zwei Stadthäger keine Sekunde aus den Augen. Die Justiz ist vorgewarnt. In einem vorausgegangenen Prozess vor dem Amtsgericht Stadthagen hatten beide Männer Hasstiraden abgelassen und aggressiv gewirkt.

Damals, im Februar 2016, waren der Vater (61) und sein 25 Jahre alter Sohn wegen gefährlicher Körperverletzung zu Haftstrafen von jeweils 14 Monaten verurteilt worden – ohne Bewährung. Diese Entscheidung haben beide angefochten. Nun wird das Verfahren vor einer Berufungskammer neu aufgerollt.

Der Vorwurf: Im Streit um vierstellige Mietschulden sollen die Stadthäger zweimal auf ihre damalige Vermieterin und deren Lebensgefährten losgegangen sein. Dem Urteil zufolge hatten sie der Frau 400 Euro gegeben, sich kurze Zeit später aber darüber geärgert und das Geld zurückverlangt. Auf einem Fußweg soll der Senior dem Lebensgefährten einen Faustschlag gegen die Schläfe versetzt haben, nachdem beide Männer dem Paar gefolgt waren.

Mindestens ein Schlag von jedem Täter

Einige Monate später soll es zu einem Angriff im Treppenhaus des Gebäudes gekommen sein, in deren Verlauf der Mann von jedem Täter mindestens einen Schlag einstecken musste. Als die Frau Reizgas versprühte, sollen beide Stadthäger in die Wohnung geflüchtet sein.

Vor Gericht gab sich der Vater dann im ersten Prozess recht temperamentvoll. Bei seinem Schlusswort haute er mit der Faust donnernd auf den Tisch und bestieg anschließend einen Stuhl. „Sie möchten mich verurteilen wegen meiner Rasse, Herkunft und Religion“, warf er Richter Kai Oliver Stumpe vor. Während der Verhandlung hatten sich die Angeklagten äußerst uneinsichtig gezeigt und kein Wort des Bedauerns geäußert.

Geständnisse sind nicht zu erwarten

Auch im jetzigen Berufungsverfahren sind Geständnisse kaum zu erwarten. „Ich kann nicht für etwas zur Verantwortung gezogen werden, was ich nicht gemacht habe“, ließ der Sohn die Kammer wissen. Der Vater wiederum hat seinem Verteidiger das Vertrauen aufgekündigt. „Mein Mandant wirft mir vor, in erster Instanz mit dem Gericht zusammengearbeitet zu haben“, berichtet der Anwalt.

Obwohl das vermutlich nicht stimmt, bekommt der ältere Angeklagte einen neuen Pflichtverteidiger. Richterin Eike Höcker, Vorsitzende der Berufungskammer, hat die Hauptverhandlung zunächst ausgesetzt. Im neuen Jahr geht es von vorne los. ly

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