Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 7 ° Sprühregen

Navigation:
Zweifel am Projekt Nordwall

Wohnbau fordert Änderungen Zweifel am Projekt Nordwall

Seit das Stuttgarter Architekturbüro Steimle im April den Wettbewerb „Wohnen am Nordwall“ gewonnen hat, ist augenscheinlich wenig passiert. Das hat Gründe: Es gibt vonseiten der Wohnbau große Zweifel an der Umsetzbarkeit des Siegerentwurfes.

Voriger Artikel
Viele Stimmen für ein Freibad
Nächster Artikel
„Wir machen beides“

Die Stadt möchte den alten Baubestand so weit es geht erhalten. Die Wohnbau ist skeptisch, ob sich so adäquater Wohnraum am Nordwall schaffen lässt.

Quelle: rg

Stadthagen. Zwar ist sich auch Bauamtsleiter Gerd Hegemann bewusst, dass „es bei solchen Projekten in der Regel so ist, dass der Entwurf noch weiter bearbeitet wird“, wie er gegenüber den SN im Mai erklärte hatte. Doch die Änderungswünsche der Wohnbau sind weitreichend.
„Wir haben das Architekturbüro Steimle kontaktiert und gebeten, den Entwurf in Richtung Barrierearmut zu überarbeiten“, berichtet Wohnbau-Geschäftsführer Heinz-Helmut Steege. „Es ist nun die Aufgabe der Firma, uns davon zu überzeugen, dass dort zeitgemäßes Wohnen möglich ist.“
Für Unmut hat bei der Wohnbau offenbar auch gesorgt, dass die Politik das Thema an sich gerissen und im Alleingang einen Architekten-Wettbewerb ausgerufen hat. Steege: „Als der ehemalige Bürgermeister Bernd Hellmann das Projekt in Gang gebracht hat, ist das im Aufsichtsrat noch etwas anders vorgestellt worden. “ Damals habe es geheißen, dass die Stadt das Grundstück erwirbt und sich die Wohnbau um die Planung kümmert.
Dass die Stadt nun vorangegangen sei, so Steege, sei zwar grundsätzlich legitim. „Aber inwieweit sich die Wohnbau weiter daran beteiligt, hängt von der Umsetzbarkeit und Vermarktbarkeit des Projektes ab. Im Moment ist die Skepsis im Aufsichtsrat relativ groß. Aber wir sind gespannt, wie das Architekturbüro aufgrund unseres Vetos den Entwurf umgeplant hat.“
Der Aufsichtsratsvorsitzende der Wohnbau ist zwar der Ansicht, „dass der Architektenwettbewerb kluge und gute Entwürfe gebracht hat“. Eckhard Ilsemann betont jedoch: „Für potenzielle Mieter steht am Ende der Quadratmeterpreis im Vordergrund.“ Auch Fragen wie Begehbarkeit seien bisher ungeklärt. „Wir brauchen eine Fläche, auf der wir astreinen, barrierefreien Wohnraum schaffen können. Ansonsten ist das ein totes Kind.“
Jedes Projekt der Wohnbau müsse sich auch rentieren, es dürfe nicht zu einem Investitionsstau kommen, betont Ilsemann. „Da mag es dann auch mal zum Konflikt mit dem Denkmalschutz kommen.“
Es sei die Aufgabe der Wohnbau, adäquaten, bezahlbaren Wohnraum für alle Bevölkerungsschichten zu schaffen. Hierbei gelte es auch, die vielen Flüchtlinge im Auge zu behalten, die nach Schaumburg kommen. „Wir leben seit einigen Monaten in einer neuen Welt. Darauf muss sich auch die Bürokratie einstellen“, erklärt Ilsemann, der im gleichen Atemzug jedoch das Bemühen der Stadtverwaltung anerkennt und betont: „Grundsätzlich steht die Wohnbau nach wie vor hinter dem Projekt.“ ber

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben
Mehr zum Artikel
Neubau-Komfort im Mittelalter-Quartier

Nach acht Stunden stand der Sieger des Architekturwettbewerbs „Wohnen am Nordwall“ fest: Der Entwurf des Stuttgarter Architekturbüros Steimle hat die siebenköpfige Jury aus Fachleuten und Lokalpolitikern überzeugt und sich gegen 13 weitere Vorschläge durchgesetzt.

mehr

Unternehmen quer durch alle Branchen haben sich auch in diesem Jahr wieder an der Aktion der Lions Clubs beteiligt, deren Erlös auch der „Weihnachtshilfe“ der Schaumburger Nachrichten zugute kommt. Hier finden Sie ab dem 1. Dezember die täglich aktuellen Gewinnnummern. mehr

In Ruhe einkaufen, erholsam Urlaub machen, in die Stadtgeschichte eintauchen oder einfach mal in einem der vielen Restaurants und Kneipen die Seele baumeln lassen. Lernen Sie Stadthagen von einer ganz anderen Seite und auf ganz besondere Weise kennen. mehr

Schaumburg