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Stadthagen Stadt Zwist über Awo-Projekt
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Zwist über Awo-Projekt
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10:11 22.02.2018
Im Quartier Hüttenstraße will die Awo ein Begegnungszentrum mit dem Schwerpunkt auf Integrationsarbeit einrichten. Quelle: RG
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Die Awo hat beim Land einen Förderantrag in Höhe von 70000 Euro gestellt. Ob dieses Geld fließen wird, soll sich Anfang Juli entscheiden. In der Weststadt lebt ein weit überdurchschnittlicher Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund.

Chance für die Weststadt

 Für die SPD/Grüne/FDP-Gruppe, die geschlossen für den Zuschuss stimmte, sagte Vorsitzender Jan-Philipp Beck, das Projekt stelle „eine Chance zur Aufwertung der gesamten Weststadt“ dar. Es werde „konkrete Hilfe für die Integrationsarbeit vor Ort“ bieten. So könne es „den gesellschaftlichen Zusammenhalt festigen“.

Kein Widerspruch zum langfristigen Konzept

 Beck ging auch auf die von Bürgermeister Oliver Theiß (parteilos) im Vorfeld in den SN geäußerte Kritik ein. Theiß hatte angemerkt, dass die Ampel-Koalition einerseits die Einrichtung einer Stelle für einen Integrationsbeauftragten ohne vorherige Erstellung eines umfassenden Integrations-Konzeptes abgelehnt habe, nun aber andererseits ohne ein solches Konzept ein einzelnes Integrationsprojekt beschließe. Das jetzige Ja sei kein Widerspruch zum langfristigen Konzept, entgegnete Beck. Denn hier gehe es darum, die Chance zu ergreifen, mit Fördergeld „schnell für die aktuelle Situation in der Weststadt eine konkrete Hilfe zu installieren“.

CDU sieht viele Fragezeichen

 CDU-Fraktionssprecher Heiko Tadge sagte, das Awo-Projekt verdiene Beachtung, es stünden aber noch zu viele Fragezeichen im Raum. So sei noch kein Gebäude für das Begegnungszentrum gefunden. Genaue Vorstellungen über dessen Betrieb lägen nicht vor. Außerdem teile seine Fraktion die Kritik von Theiß an einem ambivalenten Verhalten der Ampel-Koalition in diesem Punkt. Aus den genannten Gründen könne die CDU einem Zuschuss für 2017 nicht zustimmen.

 Richard Wilmers (WIR) betonte, der Landeszuschuss sei lediglich auf ein Jahr begrenzt: „Wie geht es mit diesem Projekt anschließend weiter, muss dann die Stadt finanziell stärker einsteigen?“ Wilmers enthielt sich wie Theiß und Feuerbach (CDU) der Stimme. Die Mehrheit der WIR-Fraktion stimmte für den Zuschuss. „Dadurch kann im sozialen Brennpunkt Weststadt schnell was passieren“, begründete Jürgen Burdorf. ssr

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