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Stadthagen Stadt Zwölf Tage zu Unrecht in U-Haft
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Zwölf Tage zu Unrecht in U-Haft
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00:18 14.02.2018
Im Januar hat ein Anbau in der Gerbergasse gebrannt. Es soll Brandstiftung gewesen sein. Quelle: Archiv
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STADTHAGEN

„Die Ermittlungsakte gibt weniger Indizien gegen meinen Mandanten her, als Staatsanwaltschaft und Polizei gerne gehabt hätten“, sagt er und nennt seinen Mandanten ein „Bauernopfer“ der Behörden.

Ihm gegenüber habe der 36-jährige Stadthäger gesagt, dass er in der Nähe des Tatortes privat unterwegs gewesen war. Er sei unschuldig am Großbrand in der Gerbergasse.

Rückblick: In der Nacht auf den 13. Januar hat ein Anbau in der Gerbergasse gebrannt. Im Einsatz waren 140 Feuerwehrleute. Schnell wurde klar: Es war Brandstiftung.

Augenzeuge folgte dem Stadthäger

„In Tatortnähe“, so steht es in den Akten, die Hinners vorliegen, hat dann ein Augenzeuge den 36-Jährigen gesehen. Er sei ihm gefolgt und habe die Polizei zu dem Stadthäger gelotst. An der Habichhorster Straße klickten die Handschellen. Staatsanwaltschaft und Richter ordneten die Unterbringung in der Untersuchungshaft an.

Der Stadthäger galt als dringend tatverdächtig, das Feuer gelegt zu haben. Zwölf Tage später wendet sich das Blatt. Das Landgericht, vor dem Hinners Beschwerde eingelegt hat, gab dem Verteidiger recht. Sein Mandant kam frei.

„Er ist erleichtert, dass er wieder draußen ist“, sagt der Stadthäger Jurist über den Gemütszustand seines Klienten. „Das ist eine Erfahrung, die keiner braucht.“ Der 36-Jähige lebe sein Leben derzeit normal weiter.

Zur falschen Zeit am falschen Ort?

Im Hintergrund wird weiter ermittelt. Der Stadthäger gilt auch weiterhin als Beschuldigter. Ob und wann es zu einer Anklage kommt, ist immer noch offen. Den Ermittlern wirft Hinnners vor, dass sie voreilig glaubten, eins und eins zusammengezählt zu haben.

Sicherlich, so Hinners, käme es selten vor, dass jemand um 4 Uhr morgens in der Innenstadt unterwegs ist. Aber das als Indiz für die Täterschaft zu nehmen, sei zu wenig. „Er war meiner Meinung nach einfach zur falschen Zeit am falschen Ort.“

Hinzu komme, dass die Polizei bei ihm sowie bei einer Wohnungsdurchsuchung keinerlei Spuren gefunden habe. „Kein Brandbeschleuniger, nichts“, betont der Verteidiger. Außerdem sei völlig offen, wo der Augenzeuge seinen Mandanten gesehen hat.

Ein schneller Schuldiger für die Öffentlichkeit

„In Tatortnähe“, so wie es in der Akte steht, sei ein weiter Begriff. Wieso habe man den Zeugen nicht genauer nach dem Ort befragt?, fragt sich der Jurist. Möglicherweise, weil sich die Ermittler sicher waren, den Richtigen zu haben.

Vor dem Hintergrund der ungeklärten Brandstiftungen der vergangenen Jahre hätten die Beamten der Öffentlichkeit außerdem schnell einen Schuldigen präsentieren wollen. Eine Entschädigung für die Zeit in Untersuchungshaft kann der 36-Jährige erst beantragen, wenn das Verfahren abgeschlossen ist. vin

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