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Georgschacht: Es wird Tempo gemacht

Stadthagen Georgschacht: Es wird Tempo gemacht

Die Ausweisung eines Industriegebiets auf dem Gelände des Georgschachts macht Fortschritte. Einstimmig hat der Planungs- und Bauausschuss des Rates empfohlen, den entsprechenden Bebauungsplan in Kraft zu setzen.

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Wertvolle Naturareale auf dem Gelände des Georgschachts müssen bei Ansiedlungsvorhaben teilweise verlegt werden. Fotos: rg

Stadthagen. Dass Tempo in die Sache gebracht werden soll, zeigt, dass der Rat darüber in einer Sondersitzung am Montag, 26. März entscheiden soll.

 Wie berichtet will dort die Firma Ahrens Transport und Handel GmbH und Co.KG (Bremervörde) eine Asphaltmisch-Anlage mit Bauschutt-Aufbereitung ansiedeln. Dem Vernehmen nach sollen dadurch hier bis zu 35 neue Arbeitsplätze entstehen.

 Die Baupolitiker des Rates hatten sich mit den Ergebnissen der Bürgerbeteiligung und der Stellungnahmen von Behörden auseinanderzusetzen. Schon vorher als sensible Bereiche bekannt waren der Emissions- und der Artenschutz (siehe Kästen). Die darazus resultierenden Probleme sind aber nach Darstellung von Matthias Reinold vom mit der B-Plan-Aufstellung beauftragten gleichnamigen Planungsbüro letztlich lösbar.

 „Wir müssen die Auflagen für den Artenschutz und die Lärm- und Geruchsemissionen sehr sorgfältig kontrollieren“, sagte Gerd Tüting namens der SPD: „Aber wir würden diese neuen Jobs im Interesse Stadthagens dort natürlich außerordentlich gerne sehen.“

 „Es schlagen zwei Herzen in meiner Brust“, äußerte sich Lothar Biege (WIR/FDP): „Aber wir müssen diese Industrieansiedlung dort realisieren – wenn nicht Am Georgschacht, wo denn sonst?“ Auch der Grüne Rolf Rösemeier-Tietjen stimmte am Ende dem B-Plan zu. Er verlangte aber „strengste Kontrollen, denn es können bekannter Maßen auch krebserregende Stoffe entstehen.

 Derartige Kontrollen seien vorgesehen, versicherte Planer Reinold. Es bestehe die Absicht, derartige Dinge in einem städtebaulichen Vertrag zwischen Stadt und Invbestor verbindlich zu regeln, sagte die stellvertretende Bauamtsleiterin Stefanie Schädel.

Zauneidechse macht Sorgen

• Zauneidechse, Turteltaube, Uhu und Grünspecht sind die natürlichen Bewohner am Georgschacht, um die sich die Planer die meisten Gedanken machen müssen. Denn diese Tiere unterstehen einem besonderen Artenschutz.
Um Sorgfalt walten zu lassen, hat das Bauamt ein ökologisches Gutachten in Auftrag gegeben. Hauptergebnis: Die Vorgaben des Artenschutzes seien letztlich alle erfüllbar. Wichtigste Voraussetzung dafür ist demnach die Schaffung eines speziellen grünen Korridors auf dem Gelände.Das ist allerdings mit einigen landschaftsgestalterischen Eingriffen verbunden, um eine Umsiedlung speziell der Eidechsen zu ermöglichen. Diese Eingriffe müsste der Investor bereits bis Ende März abgeschlossen haben, um den Wanderungsgewohnheiten dieser Tiere Rechnung zu tragen. „Die Zeit ist also knapp“, sagte Planer Matthias Reinold. Eine zeitliche Verschiebung müsste durch die Untere Naturschutzbehörde genehmigt werden.„Der Investor weiß das alles, dessen Arbeiten laufen, wir sind guter Hoffnung, dass das fristgerecht fertig wird“, sagte Bauamtsvize Stefanie Schädel. ssr

„Steigersiedlung“ im Blick

• Was Lärm- und Geruchsemmissionen angeht, müssen die Planer die nahe gelegene „Steigersiedlung“ im Blick haben. Wie ein TÜV-Gutachten ergeben hat, werde der Grad der von der Bruchanlage ausgehenden Emmissionen für diese bewohnte Siedlung „verträglich“, wie Planer Matthias Reinold berichtete. Maßgeblich dafür sei die Tatsache, dass es sich dort baurechtlich schon lange um ein Mischgebiet handele.

Was die drohenden Gerüche oder Schadstoffe wie Stickoxyde oder Benzol angehe, „wird das technisch regulierbar sein“, wie Reinold sagte. Zuständig dafür sei allerdings nicht der B-Plan, sondern später das Gewerbeaufsichtsamt bei der konkreten „Vorhabenplanung“. Reinold: „Wir haben aber ein gutes Gefühl, dass das alles tolerierbar sein wird.“

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