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Asphalt-Mischwerk Stadt streitet mit Asphalt-Firma
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16:57 04.04.2014
Der Bau des Asphalt-Mischwerks ist in vollem Gange – dieser Tage wurde Richtfest gefeiert. Quelle: rg
Von Stefan Rothe Stadthagen

Laut Hellmann hat die Firma Ahrens schon im vergangenen Herbst auf dem Gelände, auf dem derzeit das Mischwerk errichtet wird, zur Vorbereitung der Fundamente Boden ausgehoben. Dieser sei auf die benachbarte Bergehalde verfrachtet worden. Bei dem Material handele es sich um Abraumgut des früheren Bergwerks.

 Nach Darstellung von Bauamtsleiter Gerd Hegemann lagert in der Bergehalde Boden desselben Typs. Seit Jahren verfolge die Stadt als Genehmigungsbehörde aber die Linie, die Bergehalde mit unbelastetem Material zu „ummanteln“. Das soll den Eintrag von Schadstoffen in das Grundwasser verhindern. Daher sei das Aufbringen von belastetem Material, und sei es das Gleiche wie im Haldenkörper, strikt untersagt.

 Eine Überprüfung im vergangenen November hat nach Angaben von Hellmann zweifelsfrei ergeben, dass es sich bei dem von Ahrens aufgebrachten Boden um zu stark belastetes Material handelt. Dieses stehe dem Ziel der „Ummantelung“ entgegen. Die Lagerung sei nicht genehmigungsfähig. Daher sei damals angeordnet worden, das Material „sofort“ zu entfernen, so Hellmann. Dagegen habe die Firma Ahrens Widerspruch eingelegt. Das Material lagere weiter auf der Halde. Das Verfahren laufe derzeit noch. Der Bürgermeister versprach: „Soweit nicht schutzwürdige Interessen der Firma betroffen sind, wird laufend öffentlich informiert werden.“

 Hellmann betonte: „Eine Gefährdung der Bevölkerung ist nicht gegeben.“ Wie Hegemann erläuterte, könne das Sulfat aber eine Beeinträchtigung für die Pflanzenwelt darstellen. In jedem Fall sei klar, so die Stadtverwaltung in einer schriftlichen Stellungnahme: „Das für die Halde Georgschacht festgelegte Rekultivierungsziel (Ummantelung) wird uneingeschränkt beibehalten.“

 Die Firma Ahrens halte sich an Recht und Gesetz, versicherte deren Geschäftsführer Karsten Klein auf Anfrage. Zwei unabhängige Gutachter des Fachlabors Dr. Moll (Hannover) hätten die Empfehlung ausgesprochen, dass der Bodenaushub auf der Halde eingelagert werden kann. Auf Anfrage von Ahrens habe auch die Untere Abfallbehörde des Landkreises diese Auffassung vertreten. Als die Stadt dem widerspochen habe, schilderte Klein, habe der Landkreis das niedersächsische Umweltministerium um eine Stellungnahme gebeten. Nach Darstellung von Klein hat das Ministerium daraufhin am 21. März „bekundet, das Material könne auf der Halde verbleiben“. Daher halte die Firma Ahrens am Widerspruch gegen die Anordnung der Stadt fest.

 Was Klein unter anderem an der Position der Stadt nicht versteht: Das Material sei nicht auf, sondern in den Körper der „noch nicht fertig isolierten“ Halde transportiert worden. „Es wird also später noch ummantelt.“ Die rund 12000 Tonnen Bodenaushub anderswo unterzubringen, würde enorme Kosten verursachen, betonte der Geschäftsführer.