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Brandserie in Stadthagen Das „ungute Gefühl“ bleibt
Schaumburg Stadthagen Themen Brandserie in Stadthagen Das „ungute Gefühl“ bleibt
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00:16 20.10.2013
Peter Sprengel fürchtet einen erneuten Brand. Quelle: rg
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Von Verena Insinger

Stadthagen. Vor etwa zwei Wochen drang ein bislang unbekannter Täter durch ein Seitenfenster in den Schuppen auf dem Gelände des Pflanzenhofes ein und legte zwei Feuer. Es war der Vierte von bislang acht ungeklärten Bränden seit einem Monat. Glücklicherweise ging das angesteckte Papier jeweils von selbst aus. Größerer Schaden wurde dadurch vermieden.
Sprengel erreichte die Nachricht des Einbruches und des Feuers in seinem Urlaub. „Sofort schossen mir die Bilder durch den Kopf von dem großen Brand vor knapp einem Jahr“, sagt der Geschäftsführer des Familienbetriebes. Damals steckte ein bislang Unbekannter zwei Gewächshäuser an. Es war eines von 16 ungeklärten Bränden im Oktober und November 2012. Etwa 70 Feuerwehrleute löschten die in Flammen stehenden Häuser. Der Schaden belief sich auf einen erheblichen fünfstelligen Betrag.

Kurz darauf wurde der damals mutmaßliche Täter, ein 19-jähriger Stadthäger, festgenommen und in Untersuchungshaft gesteckt. Ihm wurde eine Reihe der 16 ungeklärten Brände im Stadtgebiet vorgeworfen. Wie bereits mehrfach berichtet, wurde der junge Mann Ende August freigesprochen. Das Urteil ist jedoch noch nicht rechtskräftig.
Sprengel hatte bereits nach dem ersten Brand reagiert und die Sicherheitsvorkehrungen auf dem Firmengelände erhöht. Als er nun mit seiner Frau aus dem Urlaub zurückgekehrt war, hatte er sich mit seinen 18 Angestellten zusammengesetzt und weitere Vorkehrungen getroffen. Was genau, wollte er nicht verraten. Zu groß ist die Angst, dass sich der Unbekannte darauf einstellen könnte.

Die Befürchtung, der Täter könnte wiederkommen, sei auch schon so groß genug. „Klar denkt man sich: Wenn es dieses Mal mit dem Feuer nicht geklappt hat, versucht er es vielleicht erneut“, beschreibt Sprengel seine Sorgen.
Auch seine Mitarbeiter hätten sich nach dem letzten Vorfall verändert. „Nach jedem neuen Feuer in Stadthagen, von dem sie lesen, suchen sie das Gespräch mit mir. Man merkt, dass es sie belastet.“
Das „ungute Gefühl“ nach dem ersten Feuer haben er und seine Familie bis jetzt nicht loswerden können. „Beim Prozess wurde alles wieder aufgewühlt, als ich aussagen musste. Und jetzt der erneute Schock“, schildert der Geschäftsmann. So etwas nehme man auch mit nach Hause. „Seit Kurzem schließen wir abends jede Tür ab und sind sehr aufmerksam.“ Für seine Mitarbeiter, die Stadthäger Bürger und seine Familie wünscht er sich, dass „die Feuer in Stadthagen endlich aufhören“.

Bereitschaftspolizei in Stadthagen

Die Polizeipräsenz in Stadthagen ist seit gestern noch einmal erhöht. Je nach Tageszeit und Wochentag werden die Beamten aus der Polizeiinspektion Nienburg/Schaumburg von Kollegen aus Hannover unterstützt. Weitere Informationen wollte Stadthagens Polizeipressesprecher Axel Bergmann aus ermittlungstaktischen Gründen nicht bekannt geben. Auf dem Herbstkrammarkt – von heute bis Dienstag – werden außerdem mehr Polizeibeamten unterwegs sein als sonst. „Das ist das Ergebnis unserer Lagebeurteilung“, erläutert Bergmann. Denn: „Unter dem Aspekt, was bisher gebrannt hat, ist der Markt mit seinen Buden eher als gefährdeter Bereich einzuschätzen.“ Ähnlich hätten die Beamten bei der Brandserie 2012 reagiert, als der Weihnachtsmarkt in der Innenstadt aufgebaut war.

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