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Rottlokal der Jungen Bürger brennt nieder

Stadthagen / Rottlokal abgebrannt Rottlokal der Jungen Bürger brennt nieder

Chris Blaume blickt geschockt auf die Flammen, die aus dem Rottlokal der Jungen Bürger schlagen. 26 Jahre Junge Bürger Stadthagen werden in diesen Minuten Raub der Flammen. Fotos, Banner, Wimpel – alles zerstört. „Ich kann es nicht glauben“, sagt der 26-jährige Hauptmann der Jungen Bürger und schüttelt mit dem Kopf.

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Die Feuerwehr kann das Rottlokal nicht mehr retten.

Quelle: rg

Von Verena Insinger

Stadthagen. Das Rottlokal an der Krebshäger Straße ist nicht mehr zu retten. Das steht bereits um 12.20 Uhr fest, eine halbe Stunde, nachdem die Feuerwehren alarmiert wurden. Meterhoch schlagen die Flammen aus dem alten Fachwerkhaus. Die Einsatzkräfte kämpfen darum, ein Übergreifen der Flammen auf das angrenzende Gebäude der Gärtnerei Roy zu verhindern. Mit einer Wassersperre halten sie das Feuer in Schach. Von der Hubrettungsbühne aus versuchen die Feuerwehrleute, den Brand unter Kontrolle zu bringen.

Neben Chris Blaume steht Brigitte Roy, Inhaberin der Gärtnerei und Besitzerin des Gebäudes, das lichterloh brennt. Zehn Minuten, bevor das Feuer ausgebrochen ist, habe sie noch etwas aus dem Haus geholt. Neben den Räumlichkeiten, die die Jungen Bürger nutzen, stehen dort Anhänger und Geräte der Gärtnerei unter. Auf das Feuer wurde einer ihrer Kunden aufmerksam. Roy hat sofort die Feuerwehr gerufen, doch das Gebäude stand binnen Minuten komplett in Flammen. Ihr Ehemann habe vom Dach der Gärtnerei noch versucht, die Flammen zu löschen – ohne Erfolg.

Zwölf Einsatzfahrzeuge säumen die Krebshäger Straße und St. Annen. Im Einsatz sind die Feuerwehren Stadthagen, Wendthagen, Hörkamp-Langenbruch, Enzen, Probsthagen sowie der Atemschutzgerätewagen des Landkreises. Die Polizei sperrt die Straßen weiträumig ab. Zahlreiche Passanten beobachten das Geschehen. Auf Blaume kommt einer der Feuerwehmänner zu. Er streift die Atemschutzmaske ab, sein Blick ist gesenkt, er klopft dem 26-Jährigen aufmunternd auf die Schulter. „Der war früher auch bei den Jungen Bürgern“, sagt der Hauptmann.

13 Uhr: Teile des Gebäudes sind bereits eingestürzt. Noch immer pumpen die Einsatzkräfte Wasser auf das Haus. Das Feuer haben sie mittlerweile unter Kontrolle, doch das alte Gebälk ist ein zu guter Nährboden für die Flammen.
Erst im vergangenen Jahr haben die Jungen Bürger das Haus renoviert, Teerpappe auf dem Dach verlegt, die Innenwände neu verkleidet und gestrichen. „Wir haben hier über Wochen jede freie Minute gearbeitet. Jetzt ist alleszerstört“, sagt Blaume und kann immer noch nicht fassen, was er sieht. Immer mehr Passanten kommen auf ihn zu und geben ihm die Hand. Sie wissen, wie wichtig das Rottlokal für die Jungen Bürger ist.

13.30 Uhr: Das Feuer ist so gut wie gelöscht. Brandermittler begehen die Ruine. Nach ihrer Untersuchung steht fest: Es war Brandstiftung. Ob fahrlässig oder vorsätzlich, müssen weitere Ermittlungen zeigen.

14 Uhr: Die Einsatzleitung bittet das THW um Unterstützung. Das Gebäude, das zum Teil schon zusammengefallen ist, soll abgerissen werden. Zu groß ist die Einsturzgefahr.
Am Ende des Tages liegt das Rottlokal in Schutt und Asche. Die Jungen Bürger müssen sich auf die Suche nach einer neuen Bleibe machen. Familie Roy kann zumindestens zum Teil aufatmen, denn ihre Gärtnerei bleibt so gut wie unbeschädigt. Und die Polizei hat es nun mit sechs ungeklärten Bränden binnen fünf Wochen zu tun.

Wer Hinweise zur Brandursache geben kann oder Beobachtungen gemacht hat, sollte sich bei der Polizei melden, Telefon (0 57  21) 4 00 40.

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