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Aus der Brauerei wird eine Manufaktur

Stadthagen / Umfangreiche Änderungen Aus der Brauerei wird eine Manufaktur

Bei der Schaumburger Privat-Brauerei setzen die Verantwortlichen zwar sehr stark auf Tradition, dennoch wird in diesen Monaten mit vielem Althergebrachten aufgeräumt.

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Sascha Bibiha (von rechts), Friedrich-Wilhelm Lambrecht und Markus Grüsser stoßen auf die Zukunft an.

Quelle: rg

Von Benjamin Schrader

Stadthagen. So wollen Insolvenzverwalter Sascha Bibiha und Inhaber Friedrich-Wilhelm Lambrecht nicht nur das Radler bis zum kommenden Frühjahr vom Markt nehmen und neue Sorten etablieren, auch in Sachen Namen wird sich einiges ändern: Fortan tragen die Produkte den Schriftzug Schaumburger Private Braumanufaktur.

Der Zusatz Manufaktur soll herausstellen, dass die Stadthäger Brauerei im Gegensatz zu vielen überregionalen Konkurrenten auf handwerkliches Können setze, wie Markus Grüsser betont. Der Geschäftsführer der Vermarktungsgesellschaft „Getränkezukunft“ ist maßgeblich an den Neuerungen beteiligt gewesen. „Wir wollen den Druck auf die Konkurrenten auch dadurch erhöhen, dass wir zusätzlich fortan zur gesetzlichen Deklaration sämtliche Inhaltsstoffe aufführen“, verdeutlich Grüsser.

So sollen nicht einfach nur Hopfen oder Mals genannt werden, vielmehr sollen auch die einzelnen Sorten angegeben werden. „Bei dem Kunden soll sich die Erkenntnis durchsetzen, dass wir hochwertige Produkte in handwerklicher Tradition verarbeiten, dass die Produkte ein Luxus im Alltag sind“, umreißt Grüsser das Ziel. Bis sich dieses bei den Kunden aber gesetzt habe, können drei bis vier Jahre vergehen.

Innerhalb der Produktpalette wird die Neuausrichtung dadurch deutlich, dass das Radler im Frühjahr vom Markt genommen werden soll. An dessen Stelle soll das Natur-Alster treten. „Wir verwenden dafür eine naturtrübe Limonade mit echtem Zucker“, so Grüsser. Als weitere neue Sorten gehen der Brauerei-Inhaber Lambrecht und seine Mitstreiter seit heute mit dem „Erntedank“-Bock an den Start. „Gebraut werden dieser und der andere saisonale Bock, der den Namen ,Frühling‘ trägt, in kleinen Mengen“, ergänzt der Unternehmensberater. Da die Hefe mit den Malzaromen besonders gut harmoniere, sollen beide Bockbiere ungefiltert sein.

Auch optisch soll das neue Konzept Raum greifen. In den kommenden Wochen werden die Flaschen schrittweise mit den neuen Etiketten versehen. Sei es früher nicht auf den ersten Blick erkennbar, welche Biere an St. Annen gebraut worden seien, setzten Grüsser, Lambrecht und Bibiha jetzt auf ein einheitlicheres Erscheinungsbild bei Logos, Schrift und Linienführung. Die Farbgebung am Rand der Etiketten, etwa das Blau für das Alkoholfreie, das Silber für das Pils sowie das Gold für das Edel-Herb, sollen hingegen als Unterkriterium dienen. „Das Wilhelm-Busch-Bier und das Max-und-Moritz-Bier sind von diesen Maßnahmen noch ausgenommen“, schränkt Lambrecht ein. Beide sollen vorerst noch gebraut werden.

Ein weiterer Punkt bei der groß angelegten Umstrukturierung sind die geplanten limitierten Bierspezialitäten. „Ein Mal im Jahr wollen wir solche Produkte entwickeln, etwa mit Biersommeliers“, führt Grüsser aus. Aber auch Kunden und informierte Laien sollen angesprochen werden. „Wir wollen dadurch öffentlichkeitswirksam zeigen, was die Schaumburger Privat-Brauerei handwerklich alles kann“, ergänzt Lambrecht. Diese Neuausrichtung und das neue Label sowie die positive Umsatzentwicklung beim Flaschenverkauf und in der Gastronomie „gibt uns Mut, weiterzumachen“, wie der Brauerei-Inhaber betont.

Bibiha und Lambrecht machten in diesem Zusammenhang deutlich, dass man diesen im Vergleich zu einem Verkauf „härteren und schwereren Weg“ jetzt bis zum Ende gehen wolle.

Der neue Name Schaumburger Private Braumanufaktur ist dabei hinsichtlich des Endes noch laufenden Insolvenzverfahrens interessant, lässt der neue Schriftzug doch viele Möglichkeiten dafür offen, über welche Stationen dieser härtere Weg verläuft.

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