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Brauerei: „Graues Alltagsgeschäft“

Schaumburger Brauerei / Insolvenz Brauerei: „Graues Alltagsgeschäft“

Kaum Bewegung gibt es bei der havarierten Schaumburger Privat-Brauerei. Wie der vorläufige Insolvenz-Verwalter Sascha Bibiha auf Anfrage mitteilte, hat nach wie vor keiner der vier Kaufinteressenten – drei regionale Brauereien und ein strategischer Investor – ein konkretes Angebot vorgelegt.

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Stadthagen. „Alle vier potenziellen Übernehmer stehen weiter auf der Matte, aber ein notwendiges Maß an Konkretion ist noch in keinem Fall eingetreten“, verdeutlichte der Insolvenzverwalter. Die bisherige Zurückhaltung könne durchaus an den „für Bierbrauer wirtschaftlich schwachen Wintermonaten liegen“. In dieser Phase sei die Bereitschaft zur Übernahme möglicherweise sehr gering. Ob sich das im Frühjahr ändern werde, könne er allerdings nicht sagen, fügte Bibiha hinzu.

Bis Ende März wäre „aus meiner Sicht ein positives Ergebnis wünschenswert“, betonte Bibiha. Seine Vereinbarung mit Brauerei-Inhaber Friedrich-Wilhelm Lambrecht zum Weiterbetrieb der Brauerei gelte vorläufig bis Ende Juni. Es gebe aber die Option, das zu verlängern.

Nach dem „Hype“ des vergangenen Sommers, in dem eine Welle der Sympathie bis in den Winter hinein zu nennenswerten Absatzsteigerungen geführt hatten, „bin ich mittlerweile im grauen Alltagsgeschäft eines hart umkämpften Marktes angekommen“, berichtete der vorläufige Insolvenzverwalter: „Im Moment drömeln wir uns so durch den Januar“.

Im Frühjahr und Sommer müsse sich zeigen, ob die heimische Sympathiewelle wieder auflebe, oder ob das derzeit leider branchenübliche Absatzminus von zehn bis 15 Prozent zur Realität auch der hiesigen Brauerei werde, schilderte Bibiha die Perspektive. Ein wesentlicher Faktor dabei sei auch, ob die unbefristeten Verträge mit den beiden Großkunden der Brauerei über den Sommer hinaus in Kraft bleiben.

Fest stehe, dass von Zeit zu Zeit ganz nüchtern kalkuliert werden müsse, ob sich der Betrieb operativ weiterführen lasse. „Beim Thema Kostenminderung fahren wir bereits am Limit“, fügte der Verwalter hinzu.

Die drei Brauereien unter den Kaufinteressenten sind nach Einschätzung von Bibiha nicht von der jüngst ausgesprochenen Strafe des Kartellamtes betroffen. Dieses hatte Mitte des Monats eine Geldbuße von insgesamt 106,5 Millionen Euro gegen einige Brauereien wegen Preisabsprachen verhängt, „Unsere Kaufinteressenten sind zu klein, um davon in Mitwirkung gezogen zu sein“, sagte Bibiha, „Ich habe keinerlei Anzeichen dafür, dass sie direkt oder indirekt von dieser Maßnahme betroffen sind.“ Allerdings könne er dies auch nicht mit letzter Sicherheit ausschließen. ssr

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