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Kampfschlager fürs „Schaumburger“

Landkreis / Eine Hymne auf die Brauerei Kampfschlager fürs „Schaumburger“

Germanen und Kelten haben sich Überlieferungen zufolge singend in die Schlacht gestürzt. Noch heute hallt dieser Brauch beim Fußballspiel von Stadionwänden wider. Auch die von der Insolvenz bedrohte Schaumburger Privat-Brauerei kann derzeit solch emotionale Unterstützung brauchen, dachten sich zwei heimische Musiker – und schrieben in nur einer Nacht eine Hymne auf das Schaumburger Pilsener.

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Am Mikrofon: Robin Wiersbin (links) und Felix Grossmann widmen dem bedrohten Pilsener das Lied „Schaumburger Bier“. 

Quelle: rg

Von Jan-Christoph Prüfer

Landkreis.  „Dazu haben wir einen Sechserträger Schaumburger getrunken“, sagt Felix Magnus Grossmann aus Suthfeld. „Vielleicht auch ein paar Flaschen mehr“, räumt der 30-Jährige ein.
Das Lied „Schaumburger Bier“ möchten er und Musikerkollege Robin Wiersbin aber nicht als Schnapsidee verstanden wissen. Der Hintergrund ist ernst: „Die Nachricht von der Insolvenz war für uns ein Weckruf“, sagt Grossmann. Er sei mit „dem Schaumburger“ als lokaler Marke aufgewachsen. „Das Lied soll sagen: Wenn ihr jetzt Bier kauft, dann kauft das aus der Heimat.“

Ein bisschen zu spät vielleicht. „Aber wir wollten keinen Abgesang zusammenschreiben, sondern Optimismus verbreiten“, erklärt Grossmann. Darum heiße es im Lied auch nicht „Unser Bier darf niemals von uns gehen“, wie es zunächst geplant war. Stattdessen: „Unser Bier wird niemals von uns gehen.“ Das Duo Grossmann und Wiersbin gehe also davon aus, dass die Rettung gelingt.

Auch musikalisch soll das Lied in erster Linie den Kampfgeist wecken. Grossmann und Wiersbin, die schon seit der gemeinsamen Schulzeit im Ratsgymnasium in Stadthagen zusammen Musik machen, fühlen sich stilistisch sonst her bei poppigen Klängen sowie Jazz und Soul wohl.
Die Bier-Hymne dagegen wartet mit eingängigem Takt und Text (Refrain: „Wir sind alle hier / und wollen Schaumburger Bier / denn unser Schaumburger Bier / ist das Allerbeste hier“) auf. Schlager erreiche eben mehr Leute als Jazz, ist Grossmann überzeugt. „Wir wollten ein Lied, wie es auf dem Erntefest laufen kann“, sagt der Musiker. „Wir wollten einfach so viele Leute wie möglich erreichen.“

Zusammen bilden Grossmann und Wiersbin seit fünf Jahren die Pop-Formation „Spurensucher“. Ein Live-Auftritt mit dem Bier-Song sei nicht ausgeschlossen. „Da haben wir aber nicht in erster Linie dran gedacht“, sagt Grossmann. Am Abend nach der Nachricht von der drohenden nsolvenz hätten er und Wiersbin beim Schaumburger Pilsener zusammengesessen und gedacht: „Vielleicht können wir da ’was machen.“

Es folgte eine durchgemachte Nacht des Textens und Komponierens. Das Lied ist unter anderem über die Facebook-Gruppe „Rettet die Schaumburger Brauerei!“ abrufbar.
Grossmann unterhält in Kreuzriehe ein eigenes Produktionsstudio mit dem Namen „FMG Music Audio Productions“. Der 25-jährige Wiersbin hat Musik studiert.
 

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