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Heuerßen/Arequipa

„Nacken, Schulter, Mittelohr“


Nach zwölf von 14 Etappen muss das MAN-Veka-Team mit dem Mannschaftsarzt Dieter Thomas aus Heuerßen die Dakar-Rallye 2012 in der Rubrik „Pleiten, Pech und Pannen“ abheften. Spitzenpilot Franz Echter ist mittlerweile ausgeschieden, die übrigen Trucks des Teams spielen keine Rolle mehr in der Gesamtwertung.

Am Fuß der Dünen baut der Renntross das Biwak auf.

Heuerßen/Arequipa (gus). Das Aus für Echter kam während der 10. Etappe. 260 Kilometer vorm Ziel brach am Lastwagen des zweimaligen Dakar-Fünften die Vorderachse, wie Thomas in seinem Internet-Blog schreibt. Die Bergung bedeutete für Teile der Mannschaft die gesamte Nacht lang Arbeit. Dem Mannschaftsarzt wurde vorsichtshalber Nachtruhe verordnet.

Bester in der Gesamtwertung ist aus MAN-Sicht nun der Neunte, Pieter Versluis. Dieser hat aber bereits rund sieben Stunden Rückstand auf den Spitzenreiter, Gerard de Rooy (Iveco), der seinen Teamkameraden Hans Stacey um rund eine Stunde distanziert hat. Der ausgeschiedene Echter, der diverse technische Probleme gehabt hatte, befindet sich in illustrer Gesellschaft. Auch Seidenstraßen-Rallye-Sieger Ales Loprais (Tatra) ist raus aus dem Rennen.

Wegen einer Dakar-Eigenheit konnte das MAN-Team nach der 11. Etappe immerhin eine Trostparty für die jetzigen „Rallye-Touristen“, Pilot Echter sowie dessen Kopiloten Detlef Ruf und Artur Klein, feiern. Weil der Tross nach Peru weiter zog, wurden die Uhren um zwei Stunden zurückgestellt. Denn die „Rallye-Zeit“ hatte sich vorher von der tatsächlichen Uhrzeit in Peru um zwei Stunden unterschieden. „So ist die Dakar eben“, kommentiert Thomas.

Seinen eigenen Arbeitsbereich bezeichnet Thomas derweil als ruhig. „E paar Nacken, Schultern, etwas Mittelohr, verstauchte Daumen, ein Knie, ein Auge, zwei Füße und ein wenig Durchfall – das war’s“, schreibt der Heuerßer im Blog.

Die Dakar-Rallye befindet sich jetzt im dritten Land, das das Rennen nach Chile und Argentinien berührt. Aus den Anden heraus jagten die Rennfahrer zur Pazifikküste. In Richtung Norden ging es lange Zeit entlang der Küste und zum Ende des 12. Teilstücks wieder ins Landesinnere. Das Ziel befand sich in der Stadt Nazqa.

Diese hat übrigens zwei Parallelen zur Schaumburger Kreisstadt. Mit rund 23000 Einwohnern ist die Größe in etwa identisch, und Nazqa ist ebenfalls eine Hauptstadt - die der gleichnamigen peruanischen Provinz. Eines hat Nazqa Stadthagen aber voraus: Dort befindet sich ein UNESCO-Welterbe. Es handelt sich um die „Nazqa-Linien“, große Scharrbilder, die Fachleute Geoglyphen nennen.

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