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Lindhorst / Kinderarmut

Für Kinder darf nichts zu teuer sein


Die Lindhorster Bürgerinitiative „Wir für soziale Gerechtigkeit“ hat in der Reihe „Redezeit Kinderarmut Landesbischof Karl-Hinrich Manzke interviewt. Im Gespräch mit Matthias Hinse, das auf sn-online.de anzuhören ist, gab der Kirchenmann Einblicke in seine eigene Kindheit.

Matthias Hinse (rechts) überreicht Karl-Hinrich Manzke ein Mitbringsel.

© pr.

Lindhorst (gus). „Unkompliziertes, freies Spielen ohne Stundenplan hat mich glücklich gemacht, auch der Zusammenhalt mit meinen beiden Schwestern war großartig“, antwortete der Bischof auf Hinses erste Frage im Interview „Redezeit-Kinderarmut“. Auch wenn Manzke nicht selbst betroffen war, sammelte er früh Erfahrungen mit Armut. „In der Grundschule freundete ich mich mit einem Mitschüler an, der in einer Familie mit zwölf Kindern aufwuchs. Dort habe ich zum ersten Mal Armut gesehen“, ao Manzke.

Seine Eltern hätten zwar Flüchtlingshintergrund gehabt, aber arm habe Manzke sich selten gefühlt. Armut mache Kinder misstrauisch und nehme das Selbstbewusstsein, das gilt es zu verhindern“, berichtet der Landesbischof. „Wir als Landeskirche dürfen die politische Debatte um das Thema Kinderarmut nicht zur Ruhe kommen lassen“, so der Bischof weiter. In den Kirchengemeinden werde schon einiges mit Kindern unternommen, doch es könne noch einiges mehr passieren, von Mittagstischen bis hin zu Hausaufgabenunterstützung.

Ins Poesiealbum würde Manzke einem armen Kind folgendes schreiben: „Es lohnt sich immer, Hilfe anzunehmen.“ Der Bischof hatte als mittlerweile 15. Interviewpartner mit Abstand die längste Redezeit – in den rund 20 Minuten schilderte das Schaumburg-lippische Kirchenoberhaupt viel Erlebtes. Als Geschenk heftete der BI-Sprecher dem Landesbischof einen Anstecker mit der Aufschrift „Kinderlobbyist“ an.

Manzke nutzte das Gespräch auch, um Hinse über „Kirchenpolitik“ ins Bild zu setzen. „Jesus wartete nicht dass die Menschen zu ihm kamen, er ging zu den Menschen und überbrachte ihnen seine Botschaft. Daran müssen wir in der Landeskirche arbeiten,“ so Manzke.

Kirchenvertreter müssten auf die Menschen zugehen, und insbesondere auf Kinder und Jugendliche. „Wir werden enger mit den Schulen zusammenarbeiten müssen, im Moment besuche ich einige Weiterführende Schulen um mir ein Bild über Möglichkeiten der Zusammenarbeit zu machen“, berichtete der Bischof. Grade im Bereich der Nachmittagsbetreuung gebe es zahlreiche Möglichkeiten, wie beispielsweise Musik- und Tanz-Projekte.

Die Frage der Finanzierung beantwortete der Bischof so: „Wenn man an einer bestimmten Stelle mehr Geld ausgeben möchte, muss an anderen Stellen etwas eingespart werden, so einfach ist das.“ Man müsse schon mal 150 000 bis 200 000 Euro für solche Projekte veranschlagen. Und: „Um Kinder und Jugendliche für Kirche zu gewinnen, darf uns nichts zu teuer sein.“
Interview auf sn-online.de/kinderarmut

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