Samtgemeinde Lindhorst (gus). Was Illmer an der Debatte am meisten stört, ist, dass nicht mit ihm sondern über ihn geredet wird. Dies wirft er dem CDU-Politiker Jörg Windheim vor, der im Samtgemeinderat eine Distanzierung seiner Partei von Illmer forderte, nachdem die Christdemokraten den Lindhorster bei dessen Kandidatur unterstützt hatten.
Windheim geht es dabei nicht um die Person Klaus Illmer, wie er auf Anfrage dieser Zeitung erklärte. Er verlange ein Zeichen des CDU-Samtgemeindeverbands. Illmer habe noch vor kurzem indirekt die Werte der CDU vertreten, jetzt solidarisiere er sich mit der Piratenpartei.
Dass Illmer betont hat, nicht für die Legalisierung von Drogen zu sein, stellt Windheim nur bedingt zufrieden. Der Beckedorfer gibt zu bedenken, dass sich Illmer „in erster Reihe“ beim Piratenstammtisch fotografieren ließ und damit auch indirekt das Parteiprogramm der Piraten bewirbt. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass Herr Illmer das Programm ändern kann. Aber ich will mich mit ihm auch gar nicht streiten“, so Windheim.
Illmer bleibt dabei, dass er zwischen den einzelnen Inhalten des Piratenprogramms differenziert. „Ich bin als Vater zweier Kinder ausdrücklich gegen die Legalisierung von Drogen, das möchte ich einmal klarstellen und darauf verweisen, dass Bündnis90/Die Grünen die Legalisierung von Cannabis in ihrem Grundsatzprogramm stehen haben. Das hat die CDU nicht daran gehindert, in der Vergangenheit sachpolitisch auf Samtgemeindeebene mit ihnen zu koalieren“, schriebt Illmer in einem Brief an die Redaktion. Windheim könne insofern auch den Grünen-Kandidaten Matthias Hinse angreifen.
In der Kritik an der CDU gehen Windheim und Illmer unbeabsichtigt sogar ein Stück weit konform. Der frühere Kandidat hält es für ein Armutszeugnis, dass die Partei binnen zehn Jahren Amtszeit Gerhard Busches keinen geeigneten Kandidaten aus den eigenen Reihen gefunden habe. Nur deshalb sei er, Illmer, angetreten, schließlich gab es bis zu seiner Entscheidung noch keinen Gegenkandidaten für Andreas Günther. In einer Demokratie müsse es Alternativen geben, und als Verwaltungsfachmann sei er selbst ein geeigneter Bewerber gewesen.
Auch Windheim kritisiert seinen Samtgemeindeverband dafür, dass kein eigener Bewerber ins Rennen geschickt wurde. Auf einen weitgehend Unbekannten zu setzen, habe er schon im Frühjahr 2011 kritisiert. Das schwache Ergebnis gebe ihm im Nachhinein Recht. Windheim erwartet nun von der CDU eine Stellungnahme zum Sachverhalt.
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