Das Krippenspiel der evangelischen Kirchengemeinde am Heiligenabend, geschrieben von Pastor Norbert Kubba und gestaltet von 43 Konfirmanden, wurde gefilmt und zeitgleich auf einen Beamer im Pfarrhaus-Carport nebenan übertragen. Dessen offene Seiten waren mit Bretterwänden geschlossen.
Dies ergab einen perfekten Hüttencharakter, verstärkt durch einen Kanonenofen, den Gemeindearbeiter Heinrich Gümmer unter Feuer hielt. Der Ofen wärmte und vermittelte den Zuschauern heimelige Atmosphäre, allen Krippenspielbesuchern nämlich, die im Gemeindesaal keinen Platz mehr fanden oder von vornherein lieber der Menschendichte entgingen und das lockere „Public Viewing“ bevorzugten.
Vor fünf Jahren hatte Kubba die Idee zur Videoübertragung, weil es beim beliebten Krippenspiel „einfach zu voll geworden“ sei, erklärte der Pastor. In diesem Jahr wie schon 2010 wurde das Spiel im Rahmen einer Andacht zweimal hintereinander aufgeführt. Hundert Besucher kamen zur 16 Uhr-, 200 Kinder und Erwachsene zur 17 Uhr-Aufführung.
Zum Wiederholten Mal hat Gastronom Ernst-Wilhelm Gerland an einem Heiligabend – am 24. Dezember bleibt die Küche im Nienbrügger Gasthaus kalt – als Zuschauer im „Carport-Kino“ gesessen. Gerlands Kinder engagierten sich in den vergangenen Jahren beim Krippenspiel und auch bei der jüngsten Aufführung. In der Hütte waren weiter Väter wiederum mit von der Partie.
„Man kennt sich“, sagte Gerland fröhlich. Und wie es sich für eine Stunde in gastlicher Hütte gehört, gab es warme Getränke, Kinderpunsch oder einen Becher Glühwein frisch aus dem Kessel.
Einen Vorteil genossen jedoch die Besucher im Gemeindehaus. Nach der Andacht standen sechs „Engel“ Spalier vor dem Haupteingang und schenkten jedem Krippenspielbesucher einen Strohstern. Open Air erlebten noch einmal 200 Dörfler vor dem Gottesdienst in der Kirche ein 20-minütiges Posaunenkonzert am Gemeindehaus.
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