Meerbeck (lmh). Die nach zehn Jahren erstmals aktualisierte Friedhofsordnung bringt außerdem eine Anpassung der Gebühren mit sich.
Viel hat sich in den vergangenen Jahren getan in der Friedhofskultur. Das klassische Pflanzgrab wählen nur noch wenige Hinterbliebene für ihre Verstorbenen aus. „Im letzten Jahr haben wir davon nur zwei neue bekommen, bei insgesamt 54 Beerdigungen“, berichtete Pastor Cord Wilkening, in dessen Zuständigkeitsbereich der Friedhof fällt. In 80 bis 90 Prozent der Fälle würden Rasengräber gewünscht. Diese gibt es entweder völlig pflegefrei mit eingelassener Steinplatte, oder - von den Meerbeckern klar bevorzugt - mit individuell wählbarem Grabstein und kleinem Pflanzbereich.
Einen klaren Trend zur Urnenbestattung kann Wilkening nicht erkennen, bislang mache der Anteil etwa ein Fünftel aus. Möglicherweise wird sich dies bald ändern. Als kostengünstige und völlig pflegefreie Alternative zum Rasengrab bietet die Gemeinde ab sofort vier neue Varianten an, die die Friedhofsgärtnerei Lehnert im Inklusiv-Paket 20 Jahre lang pflegt und bepflanzt. Das Urnenband gleicht einem geschwungenen Blumenbeet, das zur Beisetzung der Asche dient. Jeweils ein Randstein wird, versehen mit einer kleinen Bronzetafel mit den Lebensdaten des Verstorbenen, zum Grabstein. Dasselbe Prinzip liegt dem Baumgrab zugrunde, wo die Urnen rings um ein Pflanzbeet mit einem bereits stattlichen Ahorn beigesetzt werden. Das Urnenpartnergrab beherbergt acht Grabstellen auf der Grundfläche eines traditionellen Doppelgrabs. Eine mittige Sandsteinstele und kleine Buchsbaumhecken teilen den Platz in vier Partnergräber. Auch ein Rasengrab für Urnen ist neuerdings möglich.
Außerdem ist auch ein Grabfeld für nicht-geborenes Leben geplant, um Eltern einen Ort zum Trauern zu schaffen. Ein religiöses Problem sieht Wilkening bei Feuerbestattungen trotz anders lautender mündlicher Tradierungen übrigens nicht: „Es gibt keine theologische Begründung, sich nicht verbrennen zu lassen.“
Kein Kies mehr erlaubt
• Mehr parkähnlichen Charakter“ wünscht sich Pastor Cord Wilkening für den Meerbecker Friedhof. Die neue Friedhofsordnung soll deshalb auch für „weniger tote Kiesflächen“ sorgen. Waren gekieste Gräber bislang lediglich „nicht erwünscht“, sind sie seit dem 1. Januar „nicht gestattet“. Ein Problem wegen des Pflegeaufwandes muss sich daraus für die entsprechenden Angehörigen nicht ergeben. „Jedes Grab kann in ein Rasengrab umgewandelt werden“, so Wilkening.lmh
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