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Nienstädt/ Niedernwöhren / Feuerwehren

Zwei Fusionen, ein Ziel


Sinkende Mitgliederzahlen und der demografische Wandel zwingen viele Freiwillige Feuerwehren zu einem Umdenken, wenn es um die zukünftige Sicherstellung des Brandschutzes und der Hilfeleistung geht. Die Fusion zweier Feuerwehren ist eine Möglichkeit, Zwangsschließungen, wie sie auch in Schaumburg in den vergangenen Jahren vorgekommen sind, zu verhindern.
Die Feuerwehren Stemmen und Levesen sowie Meerbeck und Niedernwöhren haben in 2011 diesen einschneidenden Schritt gewagt. Der Wunsch dazu kam in beiden Fällen aus den eigenen Reihen.

Sowohl die Feuerwehren Stemmen und Levesen sowie Meerbeck und Niedernwöhren haben sich aus eigenem Willen zusammengetan.

© svb

Samtgemeinden Nienstädt/ Niedernwöhren (svb). In Stemmen und Levesen löste akuter Personalmangel die Überlegungen zu einer Fusion aus. Nach der Übergabe des neuen Einsatzfahrzeugs in Stemmen im 2010 „brauchte man eine einsatzstarke Mannschaft“, erklärte Ortsbrandmeister Karsten Dulling. Die Stimmung unter den Feuerwehrleuten während der Verhandlungen sei eine „wahre Achterbahnfahrt“ gewesen, erinnerte sich Dulling.
Von Freude und Zweifel bis hin zu Ablehnung sei alles dabei gewesen. Trotz der überwiegend positiven Stimmung sei es noch nicht in allen Köpfen angekommen, dass man nun nur noch eine Ortswehr habe, kommentierte der Feuerwehrchef aufgetretene Meinungsverschiedenheiten.

Eine Fusion könne nie „von jetzt auf gleich“ perfekt funktionieren, so Dulling. „Überwiegend ziehen alle Kameraden an einem Strang und bringen konstruktive Vorschläge zur weiteren Verbesserung ein.“ Um die Zusammenarbeit zu verbessern, wollen Dulling und dessen Stellvertreter Markus Töpp künftig mehr in die Teamarbeit investieren und den Ausbildungsdienst neu strukturieren.
Obwohl die Feuerwehren Meerbeck und Niedernwöhren ihre Personal-Mindeststärke erfüllten, entschlossen sich die Verantwortlichen unter Berücksichtigung des neuen Feuerwehrkonzeptes für die Samtgemeinde Niedernwöhren frühzeitig für die Fusion, erklärte Stefan Ahrens, Ortsbrandmeister der fusionierten Wehr. Motivierend habe sich auch das neu entwickelte Fahrzeugkonzept sowie der Bau des gemeinsamen Feuerwehrhauses (wir berichteten) auf die Kameraden ausgewirkt, stellte Ahrens fest.

„Grundsätzlich stehe ich Auflösungen und Zusammenlegungen von Feuerwehren sehr kritisch gegenüber“, kommentierte Kreisbrandmeister Klaus-Peter Grote die beiden Fusionen. Da es sich aber um freiwillige Zusammenschlüsse handelt, könne und müsse er damit leben, sagte er.

Das System der Ortsfeuerwehren sei nicht nur unter Aspekten des Brandschutzes und der Hilfeleistung sinnvoll, geht Grote mit einer Aussage des Landesfeuerwehrverbandes Niedersachsen konform. „Gerade in kleinen Ortslagen ist die Feuerwehr oftmals letzter Infrastrukturträger.“ Grote hatte in der Vergangenheit schon öfter auf die Gefahr von Fusionen und Schließungen von Feuerwehren hingewiesen. Der Wegfall einer Wehr sei in den meisten Fällen unumkehrbar.

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