Nordsehl (kil). „Wir nutzen eben die ruhige Zeit zwischen den Jahren“, erzählte ein Mitglied, während die Würfel im Knobelbecher kräftig durcheinanderwirbelten. Zwar war der Spieleabend auch gleichzeitig ein Turnier, der Spaß sollte an diesem Abend aber eindeutig im Vordergrund stehen. „Wir knobeln einfach drauf los“, sagte der Vereinsvorsitzende Ernst Mensching.
Von strengen Regeln wollte an diesem Abend auch niemand etwas wissen. „Pech im Spiel – Glück in der Liebe“, kommentierte Günther Dammeier seine Doppelkopfpartie mit einem Augenzwinkern. Die Stimmung unter den Schützenfreunden war ausgelassen. Das Jahresabschlussspielen sei bereits zu einer Tradition des Vereins geworden. Seit rund zehn Jahren komme man nach Weihnachten zum Kartenspielen zusammen.
Während die meisten Tische aus reinen Männerrunden bestanden, hatte sich nur eine einzige Frau unter das „starke Geschlecht“ gemischt. Die Vize-Vorsitzende des SV, Monika Heine, ließ sich von so viel geballter männlicher Beteiligung aber keineswegs einschüchtern. „Ich kenne das gar nicht anders“, erzählte sie. Auch wenn es im Verein auch weibliche Mitglieder gebe, habe in den vergangenen Jahren nur selten eine der Frauen beim Knobel- und Doppelkopfturnier vorbeigeschaut.
Mit drei Herren am Tisch spielte Heine Doppelkopf – und zwar „nach alten Nordsehler Regeln“, wie Wilhelm Eickenjäger erklärte. Dabei gelte: „Karo Neun ist Spitze“, also die höchste Spielkarte. Bei anderen Spielgemeinschaften nimmt zum Beispiel die „Herz 10“ den höchsten Rang ein. Die „lokalen Regeln“ seien vor langer Zeit einmal beim Jahresabschluss entstanden und hätten sich seit dem durchgesetzt.
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