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Wiedensahl / Musikalische Vielfalt im Dorf

Die Musik gibt in Wiedensahl den Ton an


Kultur in Wiedensahl, das ist nicht nur Wilhelm Busch, das ist heute vor allem die musikalische Vielfalt, die im Gegensatz zu früher, als hauptsächlich der Gesang die Musikkultur des Dorfes bestimmt hat, kaum größer sein könnte. Über 100 Einwohnerinnen und Einwohner aus fast allen Altersschichten der gerade mal gut 1000 Köpfe zählenden Gemeinde spielen irgendein Instrument oder singen im Singkreis.

Die Dorfkapelle gibt bei vielen Festen den Ton an.

© jed

Wiedensahl (jed). Egal ob Altflötengruppe, Posaunenchor, Dorfkapelle oder Handglockenchor, überall wird regelmäßig und fleißig musiziert. Nachwuchsprobleme scheint es nicht zu geben, was in erster Linie an der guten musikalischen Ausbildung liegen dürfte. War es früher Ilse Krömer, die den Kindern die ersten Flötentöne beigebracht hat, hat danach Heiko Deterding diese Tradition fortgesetzt. Eben dieser Blockflötenunterricht war und ist für viele die musikalische Grundlage für den weiterführenden Instrumentalunterricht.

Nachfolger von Heiko Deterding, der viele Jahre in enger Zusammenarbeit mit der Bückeburger Musikschule „Schaumburger Märchensänger“ vor Ort in Wiedensahl den musikalischen Nachwuchs unterrichtet hat, ist vor einem knappen halben Jahr Michael Tillmann geworden. Unter dessen Leitung lernen derzeit insgesamt 17 Kinder Blockflöte, Trompete, Waldhorn, Euphonium, Posaune und Tuba spielen. Tillmann: „Ohne das häusliche Üben geht es natürlich nicht. Ich merke sofort, wer nicht geübt hat.“

Auf eine ganz besonders lange Tradition blicken insbesondere der schon seit 1899 bestehende Posaunenchor, die 1975 als Nachfolger der Feuerwehrkapelle gegründete Dorfkapelle und die seit 1978 existierende Altflötengruppe zurück. Während es beim Posaunenchor und insbesondere bei der Dorfkapelle im Laufe der letzten Jahrzehnte durch einen fortwährenden Verjüngungsprozess immer wieder personelle Veränderungen gegeben hat, spielt die Altflötengruppe mit Ulla Ronnenberg, Helga Koberg, Helga Kuhlmann, Ingrid Aumann, Ulrike Adam und Ulla Heumann schon seit vielen Jahren immer in der gleichen Besetzung.

Konnten früher fast alle Musikerinnen und Musiker ihr Können bei den regelmäßig Hausmusikabenden auch in der Öffentlichkeit präsentieren, sind es heute vor allem die Blechbläser der Dorfkapelle unter der Leitung von Michael Tillmann und die Glöckner des Handglockenchores unter der Regie von Thomas Eickhoff, die sich regelmäßig auf Konzertbühnen präsentieren. Und das längst nicht nur in Wiedensahl, sondern was den Handglockenchor betrifft, vor einigen Jahren sogar schon in den USA und in Südafrika.
Hobbys zu Berufen gemacht

Zum Kreis der Wiedensahler Musiker, die ihr Hobby zum Beruf gemacht haben, gehören neben Heiko Deterding Deterding (Musiklehrer in Helpsen) und Thomas Eickhoff (Musikpädagoge in Niedernwöhren) beispielsweise noch Heinrich Auhage (Posaunist am Staatstheater Braunschweig), Christian Auhage (ausgebildeter freiberuflicher Kirchenmusiker), Patrick Adam (Posaunist am staatsphilharmonischen Orchester in Nürnberg) und Daniel Adam (Solohornist an der Deutschen Oper Berlin). Der nächste im Bunde könnte Michael Tillmann sein, der vor einigen Monaten mit einem Musikstudium (Schlagwerk) auf Lehramt in Osnabrück begonnen hat.

Mehr als 200 Kinder unterrichtet

Ilse Krömer (68) hat ganz genau Buch geführt. Über 200 Namen von Kindern, denen sie von 1983 bis 2003 Flötenunterricht erteilt hat, stehen in ihren Listen. Eine Stunde, erst zu Hause in den eigenen vier Wänden und dann im Pfarrhaus, wurde gruppenweise mit sechs bis acht Kindern geflötet. Das dürfte nach Ilse Krömers Einschätzung für die Kinder zumindest am Anfang alles andere als einfach gewesen sein, denn die Blockflöte sei zwar ein kleines, aber eigentlich ein recht schwieriges Instrument, denn eine solche Flöte erfordere neben einem kräftigen Atem, auch eine gewisse Fingerfertigkeit und ein gutes Gehör. Viele ihrer ehemaligen Schüler, die der Musik treu geblieben sind oder mit ihr heute sogar ihr Geld verdienen, bezeichnen Ilse Krömer noch heute lobend und anerkennend als „meine erste Musiklehrerin“. 

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