Stemmen/Elektrenai (gus). Zwei Jahre lang hatte den Erzieherinnen ein vom örtlichen Öl- und Gaskraftwerk gesponsertes Auto zur Verfügung gestanden, davor hatte das Heim einen alten „Bulli“ besessen. Im Frühjahr 2011 waren die Frauen dann ihren fahrbaren Untersatz los. Der Schaumburger „Sterntaler“-Verein startete eine Spendenaktion und steuerte Geld aus der eigenen Kasse bei. Bis zum Sommer wurden 2600 Euro angesammelt.
Dann folgte noch die 500-Euro-Spende einer Stadthägerin, die aus der Zeitung von der Notlage der Litauer erfahren hatte. Mit 3100 Euro gestaltete sich die Auto-Suche des Vereins nach Worten von dessen Vorsitzender, Maddalena Riolfo, recht Erfolg versprechend. Doch es galt gleich mehrere Kriterien abgesehen vom Kaufpreis zu beachten.
Das Fahrzeug sollte recht geräumig sein, damit darin Einkäufe beziehungsweise Kinder transportiert werden können. Außerdem musste es eines mit Diesel-Motor sein. Benzin ist in Litauen laut Riolfo ähnlich teuer wie in Deutschland, aber Diesel sei erheblich günstiger. Und dann sollte das Auto in ordentlichem Zustand sein, damit die Erzieherinnen lange etwas davon haben.
Fündig wurde man vor Ort in Litauen. Dies hatte den Vorteil, dass eine aufwändige Überführung entfiel. Ein dunkelblauer Opel Zafira mit sieben Sitzen ist nun das Eigentum des litauischen Kinderheims. Riolfo und ihre Mitstreiter sind erleichtert und danken allen Spendern. Etliche Menschen hatten dem Verein Geld überwiesen, auch ein Litauer sei darunter gewesen.
Alles Geld aus der eigenen Kasse konnte der „Sterntaler“-Verein indes nicht in das Auto investieren. Schließlich soll auch die übliche Unterstützung des Heims weitergehen. Riolfo ist bereits fleißig dabei, Geschenke zu kaufen und um Spenden zu werben, damit die Weihnachtspakete auch in diesem Jahr wieder nach Elektrenai gesendet werden können. Und dann steht im Sommer wieder der zweiwöchige Besuch der Litauer auf dem Programm – und wer weiß, welche Projekte in den kommenden Jahren noch so zu finanzieren sind?
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