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Samtgemeinde Nienstädt / Neues Mobiliar für Grundschule

Erst die Stühle, dann die Tische?


55 000 Euro, mit denen Neuanschaffungen und Reparaturen im Bereich Schule zu bezahlen sind, sollen im Haushaltsplan 2012 der Samtgemeinde Nienstädt stehen. Anlass zur Diskussion lieferte die Frage, ob der Bedarf von der Schulleitung übertrieben dargestellt worden ist.

Samtgemeinde Nienstädt (gus). Martina Lohmann wünschte sich angesichts zahlreicher Wünsche der Schule einen Rundgang im Schulgebäude, damit sich die Mitglieder des Ausschusses ein Bild von der Situation machen können. Das Papier, das den Bedarf an Investitionen und Reparaturen auflistet und das bei der Verwaltung eingereicht worden war, erwecke den Eindruck, als sei eine Komplettrenovierung nötig. Es seien alle Bereiche von Außenanlagen über Turnhalle und Klassenräume bis hin zu Fluren aufgezählt. Dies kam Lohmann etwas übertrieben vor.

Schulleiter Helmut Quander sagte, die Schule sei in Sachen Technik ausgesprochen gut ausgestattet. Whiteboards, Küche, Lehrerzimmer, PC-Raum und Bücherei seien auf modernem Stand. Allerdings habe er sich an den Fakten orientiert, das Papier fasse lediglich zusammen, was für die Schule möglich ist. Die Darstellung, die ganze Schule sei sanierungsbedürftig, bezeichnete Quander als polemisch.

Lohmann hielt am Wunsch nach einer Besichtigung fest, nur nach einem Blick aufs Ganze könne die Politik entscheiden, wofür Geld auszugeben ist. Quander fand die Idee gut, nachdem die Tagesordnung abgearbeitet war, machten sich die Ausschussmitglieder auf den Weg. Der Rundgang war durchaus erhellend in Bezug auf den Mobiliarkauf.

25 000 Euro soll für das Ausstatten von zwei Klassen mit neuen Möbeln ausgegeben werden. Ein Klassensatz kostet etwa 12 000 Euro. Bis 2015 war eingangs geplant, alle 3. und 4. Klassen mit neuen Stühlen, Tischen, Schränken, Leinwänden, Garderobenhaken und Regalen zu versehen. Bei der Besichtigung der Klassenräume kamen Bedenken am Sinn der Strategie auf, zuerst den größeren Kindern neue Möbel bereit zustellen.

Daniela Scheibe sagte, aus ihrer Sicht sind die Tische in der Schule beinahe sämtlich noch gut in Schuss, die Stühle stellten hingegen ein Problem dar. Dies sah auch Lohmann so. Sinnvoller sei es also, für die 25 000 Euro Stühle für alle Klassen zu kaufen und das Anschaffen neuer Tische hinauszuschieben. Quander gab zu bedenken, dass höhenverstellbare Stühle sinnvoll sind und diese auch mit passenden Tischen zu kombinieren sind.

Der Direktor betonte zudem, dass es neue Tische erleichtern würden, die Klassenräume für Gruppenarbeit herzurichten, gerade in Jahrgang eins und zwei. Dann so Scheibe, wäre es naheliegend, diese Klassen zuerst neu auszustatten. Quander stimmte zu. Angesichts der neuen Argumente sollen nun probehalber Stühle und Tische bestellt werden, die Schulleitung, Politiker und Verwaltung dann begutachten, um zu entscheiden, was in 2012 bestellt wird.

Neue Regale für die Bücherei

Weitere Investitionen sind im Bereich Schule für 2012 vorgesehen: 10 000 Euro will die Samtgemeinde beispielsweise für den Kauf neuer Regale für die Samtgemeindebücherei in Helpsen im Etat verankern. Ausgegeben wird das Geld aber nur, wenn der Landkreis Schaumburg wie geplant den Bodenbelag erneuert.

Der Schulausschuss lehnte das Einstellen von 5000 Euro für die Neugestaltung des Lesebereichs ab. Die Finanzen in der Samtgemeinde sind zu knapp, hieß es. Die Kommune will sich deshalb in 2012 auch nicht in Form eines Zuschusses an der Erneuerung des Teppichs im Büchereiraum beteiligen. Dies plant der Landkreis, dem das Gebäude gehört. Im Ergebnishaushalt gibt es nur einen Überschuss von 1400 Euro – für die ganze Samtgemeinde, wie Sandra Wiechmann erklärte.

Allerdings ist offen, ob der Landkreis unter dieser Prämisse am Fußbodenaustausch überhaupt in 2012 festhält. Deshalb soll, wie Anke Pörtner und Daniela Scheibe anregten, erst nach dem Einbau des neuen Belags der Kauf der Regale erfolgen. Es mache keinen Sinn, die Bücherstellplätze zu installieren, wenn kurz darauf der Bodenbelag getauscht würde.

20 000 Euro sind für Renovierungsarbeiten am Treppenhaus und in einigen Klassenräumen der Grundschule eingeplant. Im Haushalt für 2011 hatte die Kommune 4000 Euro für einen Schrank und Möbel für den Raum der sonderpädagogischen Grundversorgung in Seggebruch eingeplant. Die Möbel müssen ebenso erst noch beschafft werden wie die neue Lautsprecheranlage am Standort Nienstädt. Dafür hatten 15 000 Euro im 2011er-Etat gestanden.

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