Samtgemeinde Nienstädt (gus). Das Prinzip sieht das gemeinsame Unterrichten von Schülern mit und ohne Förderbedarf vor und könnte nach dem Willen der Landesregierung ab 2013 an allen Schulen gelten. Niedersächsische Grundschulen können Inklusion für 2012 freiwillig beantragen (wir berichteten).
Dass Lernen dann am besten funktioniert, wenn in homogenen Gruppen Schüler mit möglichst ähnlichen Fähigkeiten unterrichtet werden, ist laut Bittner ein Irrglaube. Vielmehr profitierten alle Schüler von inklusivem Unterricht, dies betreffe lernstarke wie lernschwache und behinderte Menschen. Auch der soziale Zusammenhalt verbessere sich in Inklusions-Klassen.
Inklusion sei ein Werkzeug zur Abschaffung von Benachteiligungen und Stigmatisierungen. Integrationsklassen, in denen Förderschüler mit anderen Schülern untergebracht sind, die Sonderpädagogische Grundversorgung. Kooperationsklassen mit einigen integrativen Unterrichtsstunden und andere aktuelle Instrumente seien weniger zielführend.
Ein Vorteil inklusiver Schulen wäre ein Wegfall weiter Transportwege von Schülern in solche Lehreinrichtungen, die ein auf sie zugeschnittenes Unterrichtsumfeld vorweisen. Statt Integrationsklassen an einigen Schulen einzurichten, könnten im Modell der Inklusion alle Schulen lernschwache und behinderte Kinder aufnehmen. Inklusion sollte nach der Auffassung Bittners an allen Schulformen - von der Grundschule bis zum Gymnasium - eingeführt werden.
Sitzenbleiben und „Reifetests“ sehe das pädagogische Prinzip nicht vor. Bittner sagte, er sei selbst „Wiederholer“ gewesen und habe diese Erfahrung als unschön in Erinnerung. An Inklusions-Schulen sollen „multiprofessionelle Teams“ agieren, zu denen Lehrer, Förderschulpädagogen, Sozialpädagogen und weitere Fachleute gehören würden. Diese sollen die Schüler nach jeweiligem Bedarf betreuen.
„Wenn wir begriffen haben, dass Menschen unterschiedlich sind und dass wir sie wertschätzen können, dann sind wir kurz davor, etwas zu ändern“, sagte Bittner. Dieser sieht die Politik in der Verantwortung beim Vorantreiben der Inklusion. Was dann an den Schulen praktiziert würde, änderte zwangsläufig auch die Wahrnehmungen und Haltungen in der Gesellschaft.
Die Hesperin Daniela Scheibe sagte, sie begrüße es, dass sich die Gesellschaft ändern soll. „Wir sind nicht mehr exklusiv, sondern inklusiv. Aber vielleicht dauert es bis dahin noch etwas“, sagte Scheibe.
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