Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Der Gartenexperte Wann kann der Kübel wieder raus?
Shops Bauen & Wohnen 4 Wände Der Gartenexperte Wann kann der Kübel wieder raus?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:31 21.04.2016

Als die Mitteleuropäer in südeuropäische und später in noch fernere Länder gelangten, nahmen sie von dort auch exotische Pflanzen mit. Zitrusgewächse spielten zu Zeiten des Barocks eine überragende Rolle. Später kamen neue Arten hinzu - und Botanische Gärten und verschiedene Pflanzensammlungen erlangten eine große Bedeutung.
Und auch heute erfreuen sich Kübelpflanzen großer Beliebtheit: Sie sind mobil sowie vielseitig im Garten, auf dem Balkon oder der Terrasse einsetzbar und daher als Gestaltungselement nicht mehr wegzudenken. Das Angebot wird entsprechend von Jahr zu Jahr größer. Die Auswahl hängt entscheidend von zwei Fragen ab: An welchem Standort soll die Pflanze vom Frühjahr bis zum Herbst stehen? Und welche Überwinterungsmöglichkeiten stehen zur Verfügung?

Ausräumen
Ab Anfang März sollten die Kübelpflanzen aufmerksam inspiziert werden: vor allem solche, die kühl und dunkel überwintert haben. Wenn die Temperaturen steigen, beginnen sie wieder auszutreiben. Diese Geiltriebe sind weitgehend wertlos und kosten die Pflanze Reserven. Sie müssen daher direkt an der Austriebstelle abgeschnitten werden. Die Pflanzen sollten ab diesem Zeitpunkt auch wieder mehr Licht bekommen. Kühl überwinterte, weniger frostempfindliche Pflanzen können bereits ab März/April ins Freie gestellt werden.
Beim Ausräumen im Frühjahr werden häufig Fehler gemacht: Die Pflanzen stehen sehr lange im Winterquartier und kommen von einem Tag auf den anderen an ihren Sommerstandort, wo sie dann bereits stärkerer Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind. Dies führt in der Regel zu Blatt- und Triebbeschädigungen. Eine Phase der Akklimatisation von rund zwei Wochen an einem geschützten, schattigen Platz sollte den Pflanzen zugestanden werden. Ganz empfindliche Pflanzen dürfen erst nach den Eisheiligen (ab Mitte Mai) ins Freie, müssen aber auch einige Tage vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt werden.

Sommerstandort
Die Kübelpflanzen brauchen unterschiedlich viel Licht - je nachdem, wie sie in ihrer Heimat standen. Die Mehrzahl der Pflanzenarten gehört zum Sonnenpflanzentyp und kann bei ausreichender Wasser- und Düngerversorgung in voller Sonne stehen. Zudem gibt es einige Pflanzenarten, die Sonne und teilweise Schatten mögen. Diese können an der Ost- oder Westseite des Hauses stehen. Die Zahl der Pflanzen, die nur Schatten mögen, ist sehr gering. Hier bieten sich Plätze unter Bäumen oder an der Nordseite des Hauses an.
Wässern und düngen

Ziel des Gießens muss es sein, die Wasserversorgung den Bedürfnissen der Pflanze anzupassen. Die Erde sollte man nie völlig austrocknen lassen, sondern lieber täglich kontrollieren. Bei sonnigem Wetter muss täglich gewässert werden - bei regnerischem Wetter ebenfalls, denn der Regen kommt unter einem dichten, ausladenden Blätterdach nicht auf die Erde darunter. Regenwasser ist hier absolut empfehlenswert.

Wenn die Pflanzen im Frühjahr anfangen zu treiben, kann mit der Düngung begonnen werden: wöchentlich mit flüssigem Blumendünger 0,2 Prozent. Starkzehrer wie die Engelstrompete benötigen etwas mehr.

Umtopfen
Eine immer wiederkehrende Pflegemaßnahme ist das Umtopfen. Dies sollte bei den meisten Pflanzen nicht jährlich erfolgen, sondern nur, wenn der Wurzelballen total durchwurzelt ist. Die Pflanzgefäße sollten genügend groß sein, dabei eher breit als hoch.

Als Substrat kommen gute Erdmischungen in Frage, die wasserdurchlässig sind und auch einen gewissen Anteil an Düngervorrat haben. Auf Billigerde sollte man verzichten. Haben die Pflanzen ihre endgültige Größe erreicht und werden die Kübel für den Transport zu schwer, kann man die Pflanzen nur durch jährlichen, starken Rückschnitt und gute Düngung erhalten.

Winterquartiere
Grundsätzlich sollten Kübelpflanzen so lange wie möglich im Freien stehen. Bei den ersten frostigen Nächten helfen Vlies, Noppenfolie oder Foliengewächshäuser. Setzt stärkerer Frost ein, müssen die Pflanzen eingeräumt werden. Bevor die Kübelpflanzen ins Winterquartier kommen, sind sie auf Schädlinge oder kranke Triebe zu kontrollieren. Ansonsten stehen biologische Präparate zur Verfügung. Ein Rückschnitt zu dieser Zeit hilft auch, um Platz im Winterquartier zu sparen.

Die meisten Kübelpflanzen fühlen sich bei Temperaturen von fünf bis zehn Grad Celsius wohl. Es bieten sich also Wintergärten, Kleingewächshäuser mit Heizung, Treppenhäuser, leer stehende Zimmer, die Garage oder auch der Keller an. Wichtig dabei: Es sollte nicht zu dunkel sein.

Die Wasserversorgung ist ebenfalls wichtig. Ständige Kontrollen sind nötig: Je wärmer die Pflanzen stehen, desto mehr Wasser benötigen sie. Ballentrockenheit verträgt keine Kübelpflanze, daher auch die laubabwerfenden Pflanzen etwas wässern. Eine Düngung ist im Winterquartier nicht erforderlich, erst im Frühjahr kann man damit starten. Sollten keine Möglichkeiten der Überwinterung vorhanden sein, bieten Gärtnereien als Dienstleitung einen Überwinterungsservice an.

Schaugarten

Im Schaugarten (Habichhorster Straße 3) des Gartenbauvereins Stadthagen und Umgebung können von Mitte Mai bis Oktober zahlreiche Kübel­pflanzen besichtigt werden.

Öffnungszeiten:
mittwochs von 13 bis 17 Uhr
sowie sonntags von 14 bis 18 Uhr.