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Der Gartenexperte Würzig und lecker seit 2000 Jahren
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14:57 21.04.2016

Sie kam dann mit den Römern nach Germanien, wo Karl der Große den Anbau auf seinen Hofgütern vorschrieb. Als Zweijährige bildet die Petersilie im ersten Jahr eine 25 Zentimeter hohe Halbrosette mit fiederteiligen, krausen oder glatten Blättern. Im zweiten Jahr bilden sich nach der Frostperiode Doppeldolden mit weißen Blüten. Danach sterben die Pflanzen ab.

Standortansprüche
Für den Anbau sind humusreiche, mittelschwere und tiefgründige Böden erforderlich. Der Boden sollte zudem eine gute Wasserhaltekraft haben, denn Petersilie verträgt keine Trockenheit. Ein ph-Wert des Bodens von 6 bis 7 sowie ein sonniger Standort mit Temperaturen von 18 bis 22 Grad Celsius sind ideal. Höhere Temperaturen hemmen das Wachstum.

Fruchtfolge
Die Petersilie ist in sehr hohem Grad selbstunverträglich, daher sollte sie erst nach vier Jahren wieder auf die gleiche Stelle gepflanzt werden. Wichtig: Frischer Stallmist und nicht ausreichend verrottete organische Substanzen sind schädlich.

Anbau
Petersilie kann man direkt aussäen, aber auch vorgezogene Pflanzen können gepflanzt werden. Aussaat an Ort und Stelle ab März bis Juli (Reihenabstand 25 bis 30 Zentimeter, Saattiefe zwei bis drei Zentimeter). Die Keimung erfolgt dann nach drei bis vier Wochen. Danach kann vereinzelt werden, falls die Aussaat zu dicht war. Die Jungpflanzenanzucht kann ab Februar in Sechs-Zentimeter-Töpfen mit je drei bis vier Samen erfolgen.

Krankheiten und Schädlinge
Blattverfärbungen in Form von gelben Blättern oder Blatträndern sind meistens auf Molybdän- oder Magnesiummangel zurückzuführen. Auch andauernd hohe Bodenfeuchtigkeit sowie Nematoden- und Möhrenfliegenbefall führen zur Rotfärbung des Laubes. Schweren Schaden können Wurzelgallenälchen anrichten. In der Folge stirbt die Petersilie häufig ab. Das Gleiche ist bei Wühlmäusen der Fall, wenn die gesamten Wurzeln angefressen werden.

Sorten
Gute krausblättrige Sorten sind „Bravour“ (starkwüchsig und winterhaft), „Grüne Perle“ (sattgrüne Blattpolster) und „Mooskrause“ (alte Sorte mit dunkelgrünen, feingekrausten Blättern). Glattblättrige Sorten sind „Einfache Schnitt“ (sehr aromatisch) und „Gigante de Italia“ (ideal für die Küche, weil würziger als die gekrausten Sorten).

Tipps
Die Petersilie nicht mitkochen, sondern erst am Schluss den Speisen zugeben, da sonst viel an Würzkraft verloren geht. Und: Bei der Ernte nicht die Herzblätter entfernen, sonst treiben diese nicht wieder durch.

Im Schaugarten des Gartenbauvereins können einige Petersilienarten besichtigt werden
(Öffnungszeiten: mittwochs 13 – 17 Uhr / sonntags 14 – 18 Uhr).

Rezept-Tipp

Suppengemüse

  • 500 g Möhren,
  • 500 g Kohlrabi,
  • 500 g Stangensellerie,
  • 200 g Petersilienwurzel,
  • 1 großes Bund glatte Petersilie,
  • 1 TL Salz.

Möhren und Kohlrabi schälen und waschen, Sellerie waschen und von den Blättern befreien. Das Gemüse in ca. drei Zentimeter große Stücke schneiden. Wasser mit Salz aufkochen. Nacheinander jedes Gemüse darin blanchieren, in Eiswasser abschrecken und auf einem Tuch trocknen lassen.
Die Petersilie waschen, in zwei Bunde teilen und zusammenbinden. In zwei Einliter-Gläser je ein Bund Petersilie geben und das Gemüse schichtweise einfüllen. Ein Liter Wasser mit dem Salz aufkochen und dann so über das Gemüse gießen, dass oben im Glas ein Rand von einem Zentimeter verbleibt. Die Gläser verschließen und bei 115 Grad Celsius eine Stunde lang sterilisieren.

Grüner Risotto
Eine Kombination aus Spinat und Kräutern verleiht einfachem Risotto nicht nur frische Würze, sondern auch ein appetitliches Grün.
Den Risotto-Reis mit Hühner- oder Gemüsebrühe sowie Weißwein garen. Kurz bevor der Risotto die gewünschte Konsistenz erreicht hat, eine Handvoll Spinat (in Streifen geschnitten) hinzufügen. Zum Schluss reichlich gehackte Petersilien- und Korianderblätter unterheben.