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Kleider machen Heute

Hightech-Bekleidung Kleider machen Heute

Sneakers aus dem 3-D-Drucker, Hosen aus Hefepilzkulturen und Jacken, die SMS empfangen: Die Kleidung von morgen entsteht schon jetzt im Labor. Eines allerdings kann die Technik der Mode nicht geben – das gute Gefühl beim Berühren eines feinen Stoffes.

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Einkaufen mit Datenbrille –. das ist eine Vision von Fast Forward Imaging.

Quelle: dpa

Berlin. Neue Technik verändert unsere Art zu leben. Aber verändert die Digitalisierung auch die Art, wie wir uns kleiden und wie wir einkaufen? Als Teil der Berliner Fashion Week stellt sich die Messe Fashiontech regelmäßig Fragen wie diese – und bildet eine Schnittstelle zwischen Mode und Technologie. Die Aussteller präsentieren Jahr für Jahr smarte Stoffe, innovative Ideen und neue Trends. Ein Blick darauf, was schon im Jahr 2017 bald Realität sein kann.

3-D-Druck: Renommierte Designer wie Alexander McQueen und Iris van Herpen nutzen den 3-D-Druck bereits für ihre Haute-Couture-Kreationen. Auch Adidas setzt neuerdings auf die Technologie. „Wir wollen dahin kommen, komplette Schuhe in 3D zu drucken“, sagt Dirk Schönberger, Kreativchef des Sportartikelherstellers. Ziel sei dabei, künftig regionaler und nachhaltiger arbeiten zu können und die Produktion etwa aus China zurückzuholen. „Bislang ist das aber noch Zukunftsmusik.“ Momentan seien lediglich 3-D-Sohlen serienfähig.

Wearables: Unter Wearables verstehen die meisten Computer-Uhren oder Fitnessarmbänder. Inzwischen gibt es aber auch intelligente Kleidung und Schmuckstücke. Die US-Firma Wisewear etwa hat in Kooperation mit der New Yorker Stilikone Iris Apfel smarte Gold- und Messingarmbänder herausgebracht, die mit einer App verbunden sind. In einer Notsituation können darüber Rufsignale und der GPS-Standort an einen zuvor gespeicherten Kontakt verschickt werden.

LED-Lampen: Karl Lagerfeld hat die futuristische Spielerei bereits für sich entdeckt. Auf der Pariser Modewoche zeigte er vor drei Monaten Handtaschen mit eingelassenen LED-Lichtern. Lisa Lang, Gründerin des Berliner Fashiontech-Labels ElektroCouture, arbeitet schon seit Längerem mit LED und designte beispielsweise eine Jacke mit den Lampen am Rücken. Der Clou dabei: Das Kleidungsstück reagiert auf Textnachrichten. Schickt man der Jacke etwa den Befehl #rainbow, beginnen die Leuchten, in Regenbogenfarben zu blinken.

Intelligente Klamotten: Die belgische Designerin Jasna Rokegem erstellt Outfits, die Emotionen transportieren. Die futuristischen Aufsätze auf den Klamotten sind über Sensoren mit dem Gehirn verbunden und bewegen sich entsprechend. Bei einem Vorgängermodell passte sich das Kleid farblich der Gefühlslage des Trägers an – je nachdem, ob dieser konzentriert, frustriert oder entspannt ist. Aber will man überhaupt seine Emotionen so nach außen tragen? „Es geht eher darum, ein Bewusstsein zu schaffen“, sagt Jasna Rok. „Darüber, was technisch möglich ist.“

Biotech: Dass sich Stoffe auch aus organischem Material heranzüchten lassen, zeigt sich unweit der Messe im Labor von ElektroCouture in Berlin-Kreuzberg: In großen Gläsern wachsen Hefepilze, daneben trocknet die gewonnene Bakterienzellulose in Streifen auf einem Wäscheständer. Das weiche, leicht gummiartige Material erinnert an Leder und wird von der kalifornischen Designerin Lusi Ajonjoli vom Label TheRok in Kleider integriert – etwa als Taschenaufsatz oder als Rückenteil. „Es entstehen essbare Klamotten“, sagt Ajonjoli.

Virtual Reality (VR): Die VR-Technologie mit Datenbrillen hat zunächst die Gaming- und Pornoindustrie geprägt und schwappt jetzt in die Modebranche über – vorstellbar ist auch der Einsatz als Einkaufshilfe. Das sagt Anna Rojahn von der Technologiefirma Fast Forward Imaging. „Die Modeindustrie ist eine sehr getriebene Branche, weil dort ein hoher Wettbewerbsdruck herrscht.“ Die Bereitschaft, sich mit neuen Dingen auseinanderzusetzen, sei hoch. Und auch Jasna Rok setzt bereits auf VR-Technologie und Hologramme .

Werden wir also künftig alle per VR-Brille auf digitale Shoppingtour gehen und virtuelle Runden durch Showrooms drehen? Der Handel verlagere sich schon seit Jahren vom stationären teilweise in den digitalen Bereich, sagt Rojahn. Beim reinen Onlineshopping werde es nicht bleiben. Denn auch die moderne Technik kann (noch) nicht alles: „Die Haptik können wir noch nicht transportieren, genauso wenig wie den Duft.“

Von Jenny Tobien

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