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DOSB rückt vom deutschen Medaillenziel ab

Olympia DOSB rückt vom deutschen Medaillenziel ab

44 Medaillen sollten es für Deutschland in Rio mindestens werden - davon hat sich der DOSB nun verabschiedet. Der viel gescholtene Olympiasieger Christoph Harting zeigt Reue. Im Halbfinale steht das Tischtennis-Duo und die Beachvolleyballerinnen.

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Alfons Hörmann ist der Präsident des DOSB.

Quelle: Michael Kappeler

Rio de Janeiro. DOSB-Präsident Alfons Hörmann hat eine ernüchternde Zwischenbilanz nach dem bisherigen Olympia-Abschneiden der deutschen Athleten in Rio gezogen.

"Leider müssen wir feststellen, dass einige Verbände die Ziele schlichtweg nicht ansatzweise erreicht haben. Absolut besorgniserregend ist für mich das Ergebnis bei den Schwimmern", sagte er der dpa.

Eine Überraschung gab es am neunten Wettkampftag durch die Turner. Die 19-Jährige Sophie Scheder holte die erste deutsche Medaille seit 28 Jahren am Stufenbarren. Sie hatte auf dem Bronze-Rang einen Vorsprung von 0,033 Elisabeth Seitz. "Ich stand wie versteinert da und dachte: Oh scheiße, jetzt ist Eli Vierte. Erst dann wurde mir klar, dass ich ja Bronze gewonnen habe", sagte die Chemnitzerin.

Jeweils im Halbfinale spielen die Beachvolleyballerinnen Laura Ludwig und Kira Walkenhorst sowie das Tischtennis-Duo Timo Boll und Dimitrij Ovtcharov - Medaillen sind möglich. Die Tischtennis-Männer besiegten Österreich, die Beachvolleyballerinnen Kanada. Nun geht es an der Copacabana gegen die topgesetzten Larissa und Talita aus Brasilien.

Diskuswerfer Christoph Harting hatte mit seiner Goldmedaille im Diskuswerfen zwar für eine positive Überraschung gesorgt, durch despektierliches Verhalten im Anschluss aber reichlich Kritik geerntet. Stunden nach dem größten Triumph seines Lebens zeigte der 26-Jährige Reue.

Der jüngere Bruder von London-Olympiasieger Robert Harting hatte nach seinem sensationellen Coup im Diskuswerfen beim Abspielen der Nationalhymne auf dem Podest die Arme verschränkt, geschunkelt und herumgealbert. Er begründete es damit, dass diese Zeremonie völlig ungewohnt für ihn gewesen sei.

Die unerwartete Goldmedaille des Berliners konnte die ernüchternde Ausbeute der DOSB-Athleten nur ein wenig aufhellen. Mindestens 44 Medaillen hatte der Deutsche Olympische Sportbund als Ziel ausgegeben - rückte davon am Sonntag aber erstmals ab. "Es zeichnet sich ab, dass wir die in London gesetzte Marke nicht erreichen werden", räumte Delegationsleiter Michael Vesper ein. Mit 17 Mal Edelmetall (8x Gold/5x Silber/4x Bronze) blieb das 423-köpfige Aufgebot des DOSB auch nach den ersten Wettkämpfen am Sonntag klar unter den Erwartungen.

Die Lektion aus London gelernt haben die Schützen, auch wenn die Gewehrspezialisten André Link und Daniel Brodmeier keine weiteren Medaillen gewinnen konnten. Brodmeier wurde Vierter. Debütant Link schnupperte kurz an Bronze, beendete den Wettkampf als Fünfter.

Ohne olympische Medaille geht S:X-Surfer Toni Wilhelm in den sportlichen Ruhestand. Edelmetall konnte der Schwarzwälder auch im dritten Anlauf nach 2004 und 2012 nicht gewinnen.

Auch Golfstar Martin Kaymer ging als 15. leer aus, Alex Cejka kam auf Rang 21. Kamyer könnte bei der Abschlussfeier die deutsche Fahne tragen. Die Entscheidung sei aber noch offen. "Da möchte ich bewusst nicht vorgreifen. Da ist vieles denkbar", sagte Hörmann.

dpa

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