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Olympiaskandal: Nuzman tritt als NOK-Chef zurück

Olympia Olympiaskandal: Nuzman tritt als NOK-Chef zurück

2016 sahen Milliarden seine emotionale Ansprache bei der Eröffnung der Olympischen Spiele im Maracanã-Stadion - doch Carlos Nuzman soll bei der Vergabe an Rio nachgeholfen haben. Brasiliens bekanntester Sportfunktionär sitzt im Gefängnis - und zieht nun Konsequenzen.

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Carlos Nuzman bleibt auf unbestimmte Zeit in Untersuchungshaft.

Quelle: Silvia Izquierdo

Rio de Janeiro. Nach Vorwürfen, Stimmen für die Vergabe der Olympischen Spiele an Rio de Janeiro gekauft zu haben, ist Carlos Nuzman als Vorsitzender des brasilianischen Olympischen Komitees (COB) zurückgetreten.

Das teilte sein Anwalt Sergio Mazzillo dem NOK Brasiliens mit, berichtete die Nachrichtenagentur Agência Brasil. Nuzman, der bekannteste Sportfunktionär des Landes, war seit 22 Jahren NOK-Chef. Er war in der vergangenen Woche festgenommen worden und sitzt nun in Untersuchungshaft. Der 75-Jährige war als NOK-Chef auch Organisationschef der ersten Olympischen Spiele in Südamerika.

Als Nachfolger präsentierte das COB Nuzmans bisherigen Stellvertreter Paulo Wanderley. Er wird zunächst bis zur nächsten Präsidentschaftswahl im Jahr 2020 das Amt ausüben. Wanderley war einst Chef des brasilianischen Judo-Verbandes sowie der panamerikanischen Judo-Konföderation.

Der schwere Korruptionsverdacht ist ein weiterer Tiefpunkt in der wenig erquicklichen Olympia-Geschichte Rios. Die Stadt und der Bundesstaat Rio de Janeiro sind in einer tiefen Krise, überall muss gespart werden, gerade auch im Bildungs- und Sicherheitsbereich. Rund 8500 Soldaten wurden entsandt, um die ausufernde Gewalt in den Griff zu bekommen. Dieses Jahr gab es schon über 3000 Morde, im September wurden in Rio im Schnitt rund 19 Schießereien täglich gezählt. Für die meisten Olympia-Bauten gibt es keine richtige Nachnutzung - lediglich eine neue Metrolinie wird als positives Erbe angesehen.

Rio hatte sich am 2. Oktober 2009 in Kopenhagen gegen Madrid, Tokio und Chicago durchgesetzt. Berichten zufolge soll die Stimme des langjährigen Chefs des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF und IOC-Mitglieds Lamine Diack aus dem Senegal gekauft worden sein. Drei Tage vor der Abstimmung sollen dem Sohn Diacks zwei Millionen Dollar von dem brasilianischen Unternehmer Arthur Cesar Soares de Menezes Filho überwiesen worden sein, in Rio als "König Arthur" bekannt.

Nach Medienberichten soll Nuzman zudem in der Schweiz in einem Safe 16 Kilogramm Gold gelagert haben. Er bestreitet, an einem Stimmenkauf beteiligt gewesen zu sein. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat das Ehrenmitglied Nuzman suspendiert. Auch das NOK wurde von der IOC-Exekutive vorübergehend suspendiert. Nuzman wurde zudem aus der Koordinierungs-Kommission für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio ausgeschlossen. Er war eines der Gesichter von Olympia in Rio. Bei der Eröffnungsfeier im Maracanã-Stadion hielt er im August 2016 eine bewegende Rede und betonte sichtlich gerührt, dass man es trotz aller Widrigkeiten geschafft habe, diese Spiele zu organisieren.

dpa

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