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Schwimmen Alles Gewöhnungssache

Sonntagvormittag, dritter Advent: Viele Menschen werden morgens um zehn Uhr bei Kerzenschein am Frühstückstisch sitzen und es sich schmecken lassen. Nicht so Marcus Reineke.

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Während der Trainingseinheit am vergangenen Sonntag hält Marcus Reineke fünfeinhalb Minuten im 4,3 Grad kalten Wasser durch.

Quelle: seb

Von Sebastian Blaumann

Schwimmen.   Der 45-Jährige trainiert, ist in Hohenrode und geht nur mit Badehose, Badekappe und Schwimmbrille bekleidet ins 4,3 Grad kalte Wasser. Der Schwimmtrainer bereitet sich auf seinen Wettkampf bei den Ice-Swimming-German-Open vom 9. bis 11. Januar in Burghausen vor.

Wie kommt man auf so eine Idee? Es war keine verlorene Wette. Der erfolgreiche Beckenschwimmer suchte eine neue Herausforderung. Reineke ist zweifacher Deutscher Meister, zweimaliger Vize-Europameister und Deutscher Vizemeister im Freiwasserschwimmen in der Masters-Klasse. Er schwamm in der Nordsee bis zur Insel Norderney. „Ich wollte noch einmal was Neues ausprobieren.

Lange Strecken, Freiwasser habe ich schon gemacht, aber bei dieser Kälte zu schwimmen, das kostet eine große Überwindung und viel Training“, erklärt Reineke seine Motivation. Seit Ende Oktober ist er fleißig am Trainieren. Zweimal die Woche geht es in Lahde oder in Hohenrode ins eiskalte Wasser.

Reineke hat ein Ritual entwickelt: Erst geht es für ein, zwei Minuten bis zu den Knien ins Wasser, dann noch einmal kurz raus, bevor es ernst wird. Immer mit dabei ist seine Lebensgefährtin Stefanie Neumann. „Auch einem guten Schwimmer kann etwas passieren“, weiß die ausgebildete Rettungsschwimmerin. Reineke trägt immer eine Rettungsboje, die mit einem Gurt um den Bauch befestigt ist.

Dann beginnt die Tortur: Der 45-Jährige fängt mit dem Brustschwimmen an, wechselt dann in den Kraulstil. Das kalte Wasser sticht auf der Haut und im Gesicht. Das Schwimmen ist kein Problem, aber die Atmung ist das Schwierige. „Man bekommt ein Panikgefühl, muss sich dazu zwingen, ruhig zu bleiben. Man darf nicht zu schnell schwimmen“, weiß der Rintelner. Die Finger fangen an zu schmerzen, nach wenigen Minuten spürt man die Hände und Füße nicht mehr. Die Schwimmbewegungen sind automatisiert.

Nach fünfeinhalb Minuten kommt Reineke krebsrot aus dem Wasser. Seine Partnerin trocknet ihn ab und hilft ihm in die Kleidung. Die Motorik ist gestört, Reineke zittert am ganzen Körper, ist nicht in der Lage, sich alleine anzuziehen. „Nach den ersten Trainingseinheiten dachte ich, ich hätte Klumpfüße. Es tat richtig weh. Aber der Körper gewöhnt sich von Mal zu Mal besser daran“, so Reineke.

Dick eingemummelt lässt sich der erfahrene Schwimmer den warmen Tee schmecken. Die Tasse ist aber nur halb voll, damit nicht alles verschüttet wird. „Das Zittern dauert bis zu einer halben Stunde, dann kommt noch ein innerlicher Schauer. Aber es ist ein schönes Gefühl, wenn man es geschafft hat“, erklärt Reineke.

Die Zielsetzung bei dem Event im Wöhrsee ist klar: 450 Meter will der Schwimmtrainer zurücklegen. Bei der internationalen Veranstaltung haben sogar Schwimmer aus Südafrika, Argentinien, Brasilien Spanien, Italien oder der Türkei gemeldet. „Eiskaltes, klares Wasser und die weltlängste Burg, bilden den perfekten Hintergrund für ein sportliches Wochenende, mit viel Spaß und jeder Menge Adrenalin“, freut sich Reineke.

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