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Als Mannschaftsarzt bei der Tour de France

Radsport Als Mannschaftsarzt bei der Tour de France

Es ist das Radsportereignis des Jahres. Jeder Rennfahrer träumt von einem Etappensieg bei der Tour de France.

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Jan-Niklas Droste (vorne rechts mit Rucksack) versorgt einen Bora-Argon-Fahrer mit Getränken.

Quelle: Bora-Argon 18 Ralph Scherzer

Die große Schleife durch Frankreich geht den Teilnehmern an die körperliche Substanz. 198 Fahrer aus 22 Radsportteams gingen an den Start in Le Mont-Saint-Michel, doch lediglich 174 Rennfahrer überquerten nach 3519 Kilometern die Ziellinie auf der Avenue des Champs-Elysées in Paris. Der Brite Chris Froome reckte nach 21 Etappen die Siegerpokal in die Höhe. Mit am Start war auch das deutsche Team von Bora-Argon 18. Zwar nicht als Fahrer, sondern als Mannschaftsarzt begleitete der Rintelner Jan-Niklas Droste den deutschen Rennstall.

 

 Neben den Strapazen für die Fahrer bedeutet die Tour auch für das Team um das Team eine hohe Belastung. „Wir versuchen für die Rennfahrer, die besten Bedingungen zu schaffen und wollen für das Unvorbereitete vorbereitet sein“, erklärt Droste. Für den ehemaligen Radprofi begann der Tag als Teamarzt bereits so gegen 6 Uhr. Die Etappe wurde vorbereitet, dann ging es zum Start. Während des Rennens stand die Versorgung der Fahrer mit Essen und Trinken im Vordergrund. Doch nach der Zielankunft war Schwersarbeit angesagt. Zusammen mit Kollegen wurden Wunden versorgt, kleine Erkrankungen behandelt, aber auch größere Beschwerden versucht, zu beheben. „Das Ziel ist es immer, den Fahrer am nächsten Tag wieder am Start zu haben“, berichtet Droste. Man sei immer im Einsatz.

 Das sei nicht immer möglich. Das habe sich in der letzten Tour-Woche gezeigt. Bora-Argon-Fahrer Shane Archbold stürzte in einer Abfahrt mit über 80 Stundenkilometern schwer, kämpfte sich aber unter großen Schmerzen ins Ziel. Die Erschöpfung und die Verletzungen waren ihm anzusehen. „Nach den Untersuchungen im Ziel, stellte sich heraus, dass Shane mehr als die halbe Etappe mit einer Beckenfraktur unterwegs war. Für ihn war leider die Tour beendet“, beschreibt Droste die Qualen, die die Rennfahrer für ihren Traum, die Ziellinie in Paris, auf sich nehmen.

 Mit diesen Geschichten sowie den tollen Bildern der atemberaubenden Natur und der grandiosen Ausdauerleistung der Rennfahrer fasziniert die Tour de France seit über ein hundert Jahren. „Radfahrer haben den Willen zur Bestleistung. Hier gibt es kein Gejammer wie in anderen Sportarten“, so der Rintelner. Doch leider sei diese Ansicht des Sports in den vergangenen Jahren in Verruf geraten. „Das Thema Doping ist immer mehr in den Fokus gerückt und hat diese einzigartige Sportart stark beschädigt“, weiß Droste.

 Mit nur acht Fahrern bestritt Bora-Argon die letzten Etappen. Emanuel Buchmann belegte als 21. eine Top-Platzierung in der Gesamtwertung und Sprinter Sam Bennett fand trotz gebrochenem Finger zu seinem Rhythmus und schaffte mit Platz neun auf der Schlussetappe einen versöhnlichen Abschluss für das Team. „Wir sind zufrieden mit den Leistungen bei unserem Tour-Debüt“, erklärt der Rintelner. Für Droste haben sich ganz neue Einblicke in die Reaktionen des Körpers auf die außergewöhnlich hohen Belastungen im Profiradsport ergeben. Dafür wendete er verschiedene Messmethoden an. „Das ist ein sehr spannendes Feld, in dem durchaus noch Potenzial im gesamten Ausdauersport liegt“, glaubt Droste. Das nächste Ziel für ihn ist die Spanienrundfahrt. seb

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