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Der „Sechser“ als Herzstück im modernen Fußball

Landkreis / Porträt Der „Sechser“ als Herzstück im modernen Fußball

Der Fußball verändert sich rasant. Vor wenigen Jahren galten die Spieler mit der Nummer zehn, also die offensiven Mittelfeldspieler hinter den Spitzen, als wichtigste Kräfte. Doch die einstigen Stars der Mannschaft vom Typ Günter Netzer oder Michael Ballack werden zunehmend überflüssig. Heute sind die „Sechser“, die Mittelfeldspieler vor der Abwehr, die entscheidenden Akteure.

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Szene mit Seltenheitswert: Dennis Peter setzt zum Torschuss an. Seinen einzigen Saisontreffer erzielte der „Sechser“ im VfL-Dress beim 3:1-Sieg gegen die SG Diepholz. © ph

Fußball (jb). Ihre Aufgaben haben sich erweitert: Sie erobern den Ball und sie bauen das Spiel auf direktem Wege auf. Die Sechser sind Universalkräfte: zweikampfstark, technisch versiert, mit hohem Spielverständnis. Sie arbeiten viel, stehen aber meist nicht unmittelbar im Rampenlicht. Auch der VfL Bückeburg hat diesen neuen, eher unauffälligen, aber wertvollen Spielertyp in seinen Reihen: Dennis Peter.

Er hat die Aufgabe, den Gegner vor der Abwehr zu bearbeiten und das Spiel von hinten schnell aufzubauen. „Ich fühle mich wohl in meiner Rolle“, erzählt Dennis Peter, der aber auch sämtliche anderen Aufgaben in der Defensive übernehmen kann und einst als linker Verteidiger anfing.

Der 22-Jährige hat eine absolut typische Bückeburger Karriere hinter sich. Er stammt vom SV Hattendorf im Auetal, begann zunächst beim Heimatverein und spielte beim Nachbarn TuS Rehren A.O., eher er in der C-Jugend in den Talentschuppen des VfL Bückeburg wechselte. Alles ganz normal, könnte man meinen, aber bei Dennis Peter war ein zwischenzeitlicher Ausflug eingebaut. Im B-Jugendalter spielte er kurz in der Nachwuchsschmiede von Hannover 96. Doch er merkte schnell, dass er sich zwischen Abitur und großem Fußball zu entscheiden hatte, kehrte schließlich zum VfL Bückburg zurück, half bereits als A-Jugendlicher in der ersten Herrenmannschaft aus und schaffte wohl auch deshalb mühelos den Sprung in die Stammelf von Trainer Timo Nottebrock.

Die Monate im Nachwuchsleistungszentrum des Bundesligisten empfand er als professionell. Mannschaftsgeist kam aufgrund der Karriereabsichten der einzelnen Spieler aber kaum auf. In diesem Punkt fühlt er sich beim VfL Bückeburg natürlich wesentlich besser aufgehoben.

Ob es aber tatsächlich erstrebenswert ist, nach einem eventuellen Oberligaaufstieg den kompletten Sonntag damit zu verbringen, mit dem Bus nach Emden zu reisen, um sich dort im günstigsten Fall eine Niederlage begrenzten Ausmaßes abzuholen, löst auch bei ihm gewisse Zweifel aus. „Die Stadien und die Zuschauer entschädigen natürlich für vieles. In Meppen waren über 3000 aufgebrachte Fans gegen uns. Aber der Zeitaufwand im Oberligajahr war natürlich extrem“, erzählt er. Die einstige zweigleisige Niedersachsenliga wäre nach seiner Einschätzung die ideale sportliche Heimat des VfL Bückeburg. Doch diese Staffel wurde abgeschafft.

Dennis Peter erkennt auch, dass der VfL Bückeburg in der Tabelle womöglich ein wenig überbewertet dasteht. Zuletzt landete der Tabellenzweite viele knappe Siege in letzter Minute, zeigte zwei Gesichter. Tabellenführer 1. FC Wunstorf wirkte bei seinen Erfolgen auch nach seiner Wahrnehmung insgesamt stabiler. „Unsere Mannschaft ist jung, ihr fehlt Erfahrung und manchmal auch eine Portion fußballerische Substanz“, findet er.

Dennis Peter könnte sich durchaus vorstellen, dass der VfL Bückeburg nicht allein auf neue Nachwuchskräfte setzt, sondern sich punktuell verstärkt, zum Beispiel mit einem Spieler wie Burak Buruk. „Die jüngeren Spieler könnten in ihrer Entwicklung davon profitieren“, ist er sich sicher.

Wie fast alle Jugendlichen träumte auch Dennis Peter einmal von einer Profikarriere. Aber: „Bei Hannover 96 hätte ich es nicht geschafft“, weiß er sich einzuordnen. Stattdessen machte er in Stadthagen tatsächlich sein Abitur und steckt heute in einer Ausbildung zum Sozialversicherungsexperten bei der BKK 24 in Obernkirchen.

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