Volltextsuche über das Angebot:

23 ° / 11 ° wolkig

Navigation:
Die schweren Jungs der Rangers

American Football Die schweren Jungs der Rangers

Sie wiegen über 100 Kilogramm, sind groß, breit und stehen beim American Football in der ersten Reihe: die Line-Spieler. Nicht wenige Footballtrainer sagen: „hier wird das Spiel entschieden, an der Line“. Auch das der Schaumburg Rangers aus Bückeburg.

Voriger Artikel
Bulmahn läuft auf Platz vier
Nächster Artikel
Abwehr muss stehen

Die Offenseline der Schaumburg Rangers (weiß-grüne Trikots) stehen vor dem Snap: In Bückeburg wird erfolgreich American Football gespielt.

Quelle: pr

BÜCKEBURG.  Gemeint ist damit die Scrimmageline, eine gedachte Linie durch den Ball, die von Seitenauslinie zu Seitenauslinie geht. Von hier aus startet jeder Spielzug. Und hier stehen sich Defense- und Offenseline gegenüber. Hier ist der Mannschaftssport oft mehr ein Zweikampf. Mann gegen Mann. Wer hat die bessere Technik, die bessere Taktik oder ist schlicht schneller und kräftiger als der Gegenspieler? Situationen, auf die sich auch die Spieler der Schaumburg Rangers aus Bückeburg in jedem Training vorbereiten.

 Und einfach ist der Job nicht. Denn nicht immer ist der direkte Gegenspieler auch das Angriffsziel bei dem angesagten Spielzug. In der Defense spricht man von „Stunts“ und in der Offense von „Blockschemen“ die, je nach Spielzug ausgeführt werden. Und da der Gegner fast immer anders steht, ist das Ganze auch eine Menge Kopfarbeit. Bis kurz vor dem Anspiel muss der Gegner analysiert, gegebenenfalls Absprachen mit dem Mitspieler getroffen werden, natürlich in einer Art Codesprache, damit der Gegner nicht schon vorher weiß, was passiert, und sich im Kopf eine Technik zurechtlegt, mit der man den Gegner angreifen will.

 Beim Anspiel – das heißt beim American Football übrigens Snap – gilt es dann, schnell zu sein. Schneller als der Gegner, um sein Ziel zu erreichen: in der Defense ein Loch zu stopfen oder auf der Gegenseite eben dieses Loch aufzureißen. Dabei stoßen die Spieler mit Wucht aufeinander, Hände suchen einen strategisch technisch vorteilhaften Punkt beim Gegner, drücken und ziehen. Die Füße müssen dem Oberkörper folgen, damit man sich nicht aus dem Gleichgewicht bringen lässt. „Linearbeit ist Beinarbeit“, hört man immer wieder vom Headcoach Heino Röwer, der auch die Offenseline betreut. Wenn die Männer der Line erfolgreich waren, bedeutet das für die Offense meist ein großer Raumgewinn und aufseiten der Defense eben kein Raumgewinn. Dabei stehen die Linemänner aber selten im Rampenlicht. Ausnahmen gibt es natürlich von Zeit zu Zeit, wenn ein Defenseliner zum Quarterback durchdringt und ihn hinter der Linie zu Fall bringt, oder ein Offenseliner einen heranstürmenden Gegenspieler durch einen gut getimten Block buchstäblich aus den Schuhen haut. Aber zumeist sind sie eher die stillen Arbeiter, deren Erfolg der Erfolg des Teams ist.

 Aber warum verschlägt es einen „großen Jungen“ zum American Football? Der Bückeburger Spieler Luca Stolte ist 1,95 Meter groß und bringt 130 Kilogramm auf die Waage: „Mit meinen Körpermaßen ist American Football der passende Sport für mich. Hier lästert auch keiner über schwere Jungs, ganz im Gegenteil. Wir sind ein wichtiger Bestandteil des Teams. Vielleicht sogar der Wichtigste“, sagt der Hüne mit einem Augenzwinkern. In das gleiche Horn stößt Michael Tietge, seines Zeichen Trainer der Defenseline und auch noch aktiver Spieler: „Hier sind alle eine große Familie und die schweren Jungs halten zusammen. Das habe ich bei anderen Sportarten so noch nicht erlebt.“ Der Zusammenhalt wird auch gepflegt. So ist es ein Ritual, dass die Liner an jedem Donnerstag vor einem Spiel gemeinsam einer weiteren Lieblingsbeschäftigung nachgehen: dem Essengehen. Denn so ein Körper braucht nun mal viel Energie, um auch beim nächsten Spiel wieder alles geben zu können. Alles fürs Team.

 Apropos nächstes Spiel: Das nächste Heimspiel der Rangers findet am Sonnabend, 5. August, um 16 Uhr auf dem Doktor-Faust-Platz in Bückeburg statt. Und wer selbst ein „Großer Junge“ ist und glaubt, American Football könnte etwas für ihn sein, „der ist herzlich willkommen“, sagt Headcoach Röwer. „Und keine Angst wegen Unsportlichkeit, das bekommen wir hin.“ Andreas Rosslan

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Hier geht es zu den Kandidaten und zur Abstimmung... mehr

Die besten Quoten für Hannover 96 findest du bei SmartBets.

Tippen Sie die Bundesliga-Ergebnisse an jedem Spieltag und gewinnen Sie tolle Tagestipppreise. Auf den Gesamtsieger der Saison 2017/18 wartet ein attraktiver Hauptgewinn. mehr