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Ein Leben für den VfL Bückeburg

Fußball Ein Leben für den VfL Bückeburg

Hans Hößler ist das, was man in Bayern einen „Grantler“ nennen würde. Ein Typ, der den Mitmenschen gelegentlich etwas mürrisch begegnet und das zum Markenzeichen ausgebaut hat, der in Wahrheit aber ein liebenswürdiger, konstruktiver Charakter ist, voll des hintergründigen Humors.

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Hans und Roswitha Hößler haben mit dem VfL Bückeburg den Aufstieg bis in die Oberliga miterlebt.

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Fußball. Vor allem aber ziehen sich Eigenschaften wie Zuverlässigkeit und Treue durch Hößlers Leben. Fußball beim VfL Bückeburg ohne Hans Hößler – gab es das eigentlich irgendwann mal? Es ist auf jeden Fall so lange her, dass sich kaum noch jemand daran erinnert. Denn in die Zeit seiner ehrenamtlichen Tätigkeit passt mittlerweile ein ganzes Leben, ein Leben für den Fußball und für den VfL Bückeburg. Aber nicht nur seines, sondern das seiner Frau Roswitha gleich mit.

 Dass Hößler zur Bückeburger Ikone wurde, ist der Bundeswehr zu verdanken. Sie versetzte ihn als Soldat 1961 nach Achum, wo er fortan im Tower für den Wetterdienst zuständig war. Nach seiner Entlassung aus der Bundeswehr stieg er vier Jahre später erneut in die Aufgabe als Klimaprognostiker ein – jetzt als Zivilangestellter. Zum VfL kam er 1972, bei dem er schon damals verschiedene Aufgaben gleichzeitig machte. Er war Betreuer der ersten Herren, er war Fußballobmann und Pressesprecher. Das konnte vereinzelt Stress erzeugen, wenn er zum Beispiel den Mannschaftsbulli zurück nach Bückeburg steuerte und der ungeduldige Schreiber der Heimatzeitung auf den Spielbericht drängte. Doch all das meisterte Hößler irgendwie, zur Not als „Grantler“.

 Was heute kaum vorstellbar ist: Der VfL Bückeburg spielte Anfang der siebziger Jahre noch im Kreis, stieg dann aber unaufhaltbar auf, schuf mit Eigengewächsen der Generation Klaus Kramer und Fritz Kemker einen ersten stabilen Unterbau, war ab 1980 mit seinem flachen Spiel auf Kunstrasen sowieso nicht mehr aufzuhalten und wurde schließlich aufgrund seiner fleißigen Nachwuchsarbeit zur unangefochtenen Nummer eins in Schaumburg. Die Aufstiege in die Niedersachsen- und Oberliga schaffte der VfL allerdings erst, als er längst wieder auf natürlichem Rasen spielte.

 Hößler war bei all dem dabei und seine Roswitha auch. Sie sah sein Engagement zunächst kritisch, meinte, er solle sich lieber mehr um die zwei Kinder kümmern. Später verschrieb aber auch sie sich dem VfL, zog mit in die Wohnung oberhalb des Sportheims ein, war bei jedem Auswärtsspiel dabei, ehe sie unten die Bewirtung übernahm – sagenhafte 23 Jahre lang.

 Obwohl beide seit zwölf Jahren in Ahnsen wohnen und zumindest räumlich ein wenig mehr Distanz haben, ist ihre Leidenschaft und Liebe für den VfL ungebrochen. Im engsten Kreis um die Mannschaft arbeiten mittlerweile andere, aber Hößler ist mit seinen 74 Jahren immer noch der VfL-Fußballobmann und Roswitha kümmert sich an den Spieltagen mittlerweile um den Fanshop.

 Im nächsten April sind sie 50 Jahre lang verheiratet. Roswitha meinte neulich, dass es schöne Jahrzehnte gewesen sind, in denen sie so vielen netten aufgeschlossenen Fußballleuten begegnete und selbst Hans Hößler grantelt in der Rückschau ausnahmsweise nicht: „Es war eine tolle Zeit und es ist längst noch nicht vorbei.“ jö

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