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Ein überfälliger Wechsel

Handball / Oberliga Ein überfälliger Wechsel

Maik Bokeloh wechselte zur Saison 2013/14 von der HSG Idensen/Wunstorf nach deren Abstieg aus der Landesliga zum Nachbarn MTV Großenheidorn in die Oberliga. Ein durchaus gewagter Sprung über zwei Spielklassen hinweg, der eine überraschende Landung nach sich zog.

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Prügelknabe: Maik Bokeloh ist es als verhältnismäßig kleiner Handballer gewohnt, dass die gegnerischen Abwehrreihen im direkten Duell ordentlich austeilen.

Quelle: hga

Von Heinz-Gerd Arning. Ein überfälliger Wechsel wie viele meinten. Sie behielten Recht, Bokeloh zeigte bislang Leistungen, die niemand in dieser Form und auf diesem Niveau erwartete. Bei der HSG spielte er überwiegend im Rückraum, war der Leistungsträger in der Mannschaft. In der Oberliga wartete eine andere Aufgabe: Das Spiel des MTV zu lenken, auf der Mitte die Fäden zu ziehen.

 Bei den Seeprovinzlern musste die Position neu vergeben werden. Sven Seegers, bislang auf der Mitte gesetzt, verunglückte schwer und stand nicht mehr zur Verfügung. Bokeloh übernahm die Aufgabe und löste sie hervorragend. Dabei kam ihm zugute, dass sich seine Mitspieler einordneten und die Führungsrolle im Angriff anerkannten. Mit Christian Reese und Milan Djuric bekam er gestandene und anerkannte Oberliga-Spieler zur Seite.

 Insgesamt harmoniert das Trio hervorragend. „Es wird mir relativ einfach gemacht. Wir spielen unsere Konzepte knallhart durch, mit Milan und Christian habe ich zwei technisch wirklich gute Spieler, die mir zuspielen“, sagt Bokeloh. Neu waren die Homogenität und Konstanz im Angriff, wo in den vergangenen Jahren schon mal Chaos herrschte und jeder eigene Ideen umsetzen wollte. Dass er auf Abwehrreihen trifft, die ein anderes Kaliber als die aus der Landesliga gewohnten besitzen, beeindruckt ihn wenig.

 „Die körperliche Härte hat zugenommen“, bestätigt Bokeloh. Da er aber mit knapp 1,80 Metern nicht sonderlich groß sei und in Idensen auf der Halbposition spielen musste, sei er gezwungen gewesen, seinen Vorteil im eins gegen eins zu suchen, so Bokeloh. Er habe keine wirkliche Shooter-Größe, räumt er schmunzelnd ein. „Von daher bin ich gewohnt, dass alle auf mich einprügeln, ich habe keine Angst davor und es macht mir nichts aus“, sagt Bokeloh.

 Das demonstriert er mit einem stoischen Gesichtsausdruck, lässt sich nicht abschrecken und nimmt die Zweikämpfe an. Zwei Nasenbrüche, ein Unterarmbruch, einmal links und rechts das Kahnbein gebrochen, er kenne sich da aus, meint Bokeloh lächelnd. Ganz neu waren ihm die Atmosphäre und die Umstände in Großenheidorn nicht. Zum einen bestanden schon vorher die Freundschaften mit vielen Spielern, zum anderen machte Bokeloh schon vor zwei Jahren die Vorbereitung beim MTV mit.

 Damals hieß der Coach noch Marc Siegesmund, es gefiel ihm, und da kamen die Gedanken, den Wechsel in Angriff zu nehmen. Aber Bokeloh entschied sich dann doch dafür, bei der HSG zu bleiben. „Ich habe immer mit meinen Leuten zusammengespielt und mich halt schwer getan“, blickt Bokeloh zurück. Diese Entscheidung überraschte sein Umfeld nicht wirklich, der Grund liegt in der Vergangenheit.

 Bokelohs Handballkarriere begann bei den Minis des damals noch allein spielenden MTV Idensen. Es folgte eine durchgehende, 20 Jahre andauernde Bindung an seinen Heimatverein. Anfragen für einen Wechsel hätte es jedes Jahr gegeben, Berti Salzwedel sei immer so ein Kandidat für regelmäßige Nachfragen gewesen, meinte Bokeloh lachend. „Ich habe mich in Idensen wohlgefühlt, die Landesliga war in Ordnung für mich, ich habe mit meinen Kumpels wie etwa Claas Redeker seit 20 Jahren zusammengespielt“, beschreibt der in Idensen geborene und aufgewachsene Bokeloh die Gründe für das lange Festhalten an der HSG.

 Erst der Abstieg in die Regionsoberliga begründete den tatsächlichen Entschluss, den Verein zu verlassen. „Es ist mir keiner böse“, sagt Bokeloh. Mit Jochen Deutsch hatte er einen Trainer, der ihm wirklich weitergeholfen habe. Vier Jahre war Deutsch Trainer bei der HSG, führte die Mannschaft in die Landesliga. „Er konnte das alles gut vermitteln“, erinnert sich Bokeloh.

 Ein spezielles Ziel für die Zukunft hat Bokeloh erst einmal nicht. „Alles gut gelaufen, jetzt erst mal versuchen, in der Oberliga gut zu spielen“, so umschreibt er das aus seiner Sicht naheliegende.

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