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Kein Respekt und Akzeptanz im Verein

Fußball / Rücktritt Kein Respekt und Akzeptanz im Verein

Nach dem Rücktritt von Dagmar Kentsch, die 17 Jahre lang für den Frauen-Fußball im TSV Krankenhagen verantwortlich war, kam es zum Eklat. 16 Spielerinnen und 15 Juniorinnen wollen mit Kentsch den Verein in Richtung SC Möllenbeck verlassen.

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Von Peter Blaumann. TSV-Fußball-Spartenleiter Uwe Redeker zeigte sich von den Geschehnissen überrascht. „Ich kenne die Gründe nicht, die zu Dagmars Rücktritt geführt haben, und ich bin sehr enttäuscht. Noch in der vergangenen Woche wurde mehrfach versichert, dass bei den Frauen alles in bester Ordnung sei. Ich vermute, dass der Vereinswechsel zum SC Möllenbeck in persönlichen Gründen von Dagmar zu suchen sind. Für den Vorstand stellt sich die Situation als ausgesprochen grobe Unsportlichkeit dar“, macht sich Redeker Luft.

 Gleichzeitig teilte Redeker mit, dass der TSV Krankenhagen allen Unkenrufen zum Trotz am Samstag mit einer Mannschaft in die Hallensaison starten wird. Anke Kinkeldey, die jahrelang für den TSV spielte, wird die Betreuung übernehmen, und hofft, dass genügend Spielerinnen zur Verfügung stehen.

 Aber was hat das Fass zum Überlaufen gebracht? Kentsch berichtet, dass am 20. Oktober das Heimspiel gegen den FC Latferde kurzfristig abgesagt werden musste, weil es zu viele verletzte und kranke Spielerinnen gab. Die Zuschauer, die das Spiel sehen wollten, zeigten sich auf dem Platz enttäuscht und ließen sich zu einer Vielzahl von üblen Sprüchen hinreißen bezüglich Frauen-Fußball und auch zu meiner Person. Daraufhin entschloss ich mich spontan zum Rücktritt.“

 Larissa Gojny, die Mannschaftsführerin, erzählt: „Wir Spielerinnen haben uns dann am Montag zu einer Krisensitzung getroffen, von der auch der Vorstand wusste. Wir mussten feststellen, dass wir das Gefühl haben, als Fußballerinnen im Verein kaum akzeptiert und respektiert zu werden, und wurden seit Jahren nur belächelt. Es braucht nicht jeder Frauen-Fußball zu mögen, das ist auch in Ordnung. Wenn dann aber noch permanent dämliche Sprüche gemacht werden, ist irgendwann das Fass einfach voll.“

 Die Frauen und Mädchen wollen jetzt beim SC Möllenbeck Fußball spielen. Sven Eberwein, der 1. Vorsitzende des SC, freut sich über den Zulauf, hat der Verein doch eine alte Tradition im Frauen-Fußball. Möllenbeck gehörte zu den ersten Vereinen in Schaumburg, die über eine Frauen-Mannschaft verfügten. Das Team spielte damals sogar im Bezirk.

 Der TSV Krankenhagen wird den Spielerinnen keine Freigabe erteilen. Deshalb werden sie für sechs Monate bis in den April nächsten Jahres gesperrt. Trotzdem hoffen sie mit dem SC Möllenbeck eine Möglichkeit zu finden, an einer Spielrunde nach der Winterpause bis zum Sommer teilnehmen zu können. Da es im NFV-Kreis Schaumburg in dieser Saison mangels Masse keine Frauen-Spielklassen gibt, müsste auf benachbarte Spielkreise ausgewichen werden. Dietmar Wente, der Staffelleiter der Frauen-Kreisliga im NFV-Kreis Hameln-Pyrmont, könnte sich vorstellen, den SC Möllenbeck nach der Winterpause ohne Wertung in der Kreisliga Hameln-Pyrmont mitspielen zu lassen. „Voraussetzung sei aber, dass die Spielerinnen frei währen“, so Wente.

 Der TSV Krankenhagen möchte seine Frauen-Mannschaft in der Kreisliga Hameln-Pyrmont halten und ist jetzt verstärkt auf der Suche nach neuen Spielerinnen. Die Leitung für den Mädchen- und Frauenfußball im TSV hat jetzt Anke Kinkeldey. Das Training findet jeden Donnerstag, ab 19.30 Uhr, in der Turnhalle der Grundschule in Krankenhagen statt.

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