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„Plötzlich bist du mittendrin!“

Fußball / Interview mit Jan Steininger „Plötzlich bist du mittendrin!“

Es ist schon fast beunruhigend: Jan Steininger macht im Spiel einfach keine Fehler. Jede Aktion, jeder Laufweg, jedes Abspiel – alles hat Hand und Fuß, alles ist durchdacht.

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Der 27-jährige Jan Steininger (rechts) ist beim VfL Bückeburg im defensiven Mittelfeld unverzichtbar.

Quelle: ph

Von Jörg Bressem

Fußball. Kein Wunder, dass der intelligente 27-Jährige für den VfL Bückeburg im defensiven Mittelfeld als unverzichtbarer Spieler und Führungsfigur gilt. Wir unterhielten uns mit Jan Steininger, der Sportmanagement studiert und nach seinem Bachelor in Bremen kurz vor dem Masterabschluss an der Uni Bielefeld steht.

Haben Sie den Schock der 2:3-Heimniederlage und die Überlegenheit des TB Uphusen schon verdaut?  

Steininger: Mit mehr zeitlicher Distanz muss ich zugeben, dass der Gegner tatsächlich deutlich besser war als wir. Wir werden erleben, dass Uphusen am Ende in der Tabelle ziemlich weit oben zu finden ist. Das war eine international besetzte Multi-Kulti-Truppe. Die Spieler unterhielten sich auf dem Platz in verschiedenen Sprachen.

In seinem dritten Oberligajahr steht der VfL Bückeburg schon wieder unten. Müssen wir uns auf alle Zeiten an die Abstiegsgefahr gewöhnen?

 Steiniger: Wir müssen bedenken, gegen wen wir spielen. Die meisten Gegner sind finanziell viel besser ausgestattet als wir und sie haben einen völlig anderen Ansatz. Der VfL Bückeburg ist ein Ausbildungsverein. Bis auf einige wenige Mannschaften ganz oben und ganz unten ist die Oberliga aber ausgeglichen. Ich zähle uns zu den Mannschaften auf mittlerem Niveau. Nur die Spielanlage, die ist bei anderen aus dem Mittelfeld meist besser. Wir kommen mehr über den Einsatzwillen, den Kampf und den Zusammenhalt.

Dass der VfL Bückeburg auf den eigenen Nachwuchs setzt, ist nachvollziehbar und sympathisch. Fehlen diesem Konzept aber bisweilen nicht Impulse von außen? Kann das einer der Gründe sein, dass es nicht recht voranzugehen scheint?

Steininger: Ich wüsste nicht, woher diese Impulse kommen sollten. In Schaumburg sehe ich keinen Spieler, der uns wirklich weiterhelfen könnte. Spieler von außerhalb scheiden allein aus finanziellen Gründen aus. Die bringen uns ohnehin kaum weiter, weil wir Leute brauchen, die Lust auf die Herausforderung haben und nicht wegen des Geldes bei uns sind. Wer anders denkt und wer die Idee des VfL Bückeburg nicht verstanden hat, scheitert hier, das haben wir gelernt.

Sie haben ein halbjähriges Praktikum bei Hannover 96 gemacht. Verraten Sie uns, was sich dort hinter den Kulissen abspielt.

Steininger: Ich arbeitete bei der Vermarktungsgesellschaft Sportfive, um genau zu sein. Sie ist für viele andere Profiklubs wie Borussia Dortmund, aber auch in anderen Sportarten tätig. Für die Arbeit bei Hannover 96 hat sie ihre Geschäftsräume im Gebäude am Stadion oberhalb des Fanshops, direkt neben dem damaligen Manager Jörg Schmadtke oder Präsident Martin Kind. Für mich war die Arbeit Glücksfall und fantastische Erfahrung. Ich war bei den Heimspielen im VIP-Bereich ständig im Einsatz, kümmerte mich um Sponsoren und Werbepartner. Eine von vielen interessanten speziellen Aufgaben war beispielsweise, die Ausstattung der Mannschaft mit Anzügen eines Sponsors zu organisieren. Dazu gehörte auch die Anprobe mit sämtlichen Spielern in der Kabine. Plötzlich bist du mittendrin. Erst als sich die Aufregung legte, spürte ich, dass es eigentlich eine ganz normale Arbeit ist. Während der Profifußball boomt, leidet der Amateurfußball unter zunehmenden Zuschauerschwund. Ist diese Entwicklung eigentlich unabwendbar?  Es ist halt der Lauf der Dinge, zumal ja auch das Fußball-TV-Angebot ständig zunimmt. Dass die Amateurvereine die Attraktivität groß steigern könnten, kann ich kaum erkennen. Interessant ist aber, dass wir in der Landesliga, als wir oben waren, teilweise mehr Zuschauer hatten als jetzt in der Oberliga, in der wir kämpfen müssen. Die Aufmerksamkeit für den Amateurfußball ist nach meiner Wahrnehmung aber durchaus vorhanden. Es gibt bemerkenswerte neue Ansätze, dem Interesse über Internet-Portale oder Communitys durch den Austausch von Informationen, Kommentaren und Berichten gezielt und zeitnah Raum zu geben.

Was wäre ihr Traumjob nach dem Studium?

Steininger: Mit dem Fußball mein Geld zu verdienen, dazu hat es ja sportlich leider nicht gereicht. Vielleicht klappt es über meinen Beruf. Ich bin aber keineswegs auf den Fußballsport festgelegt. Es gibt in diesem Beruf zahlreiche Aufgaben, die ich mir vorstellen könnte und es gehört natürlich auch Glück dazu, einen interessanten Job zu ergattern.

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