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Pokalfinale ist ein Handball-Krimi

Handball Pokalfinale ist ein Handball-Krimi

In einem spannenden Finale hat der Oberligist SG Achim/Baden nach einem verlängerten Siebenmeterwerfen den Pokal des Handballverbandes Niedersachsen durch ein 25:24 über die HSG Schaumburg Nord gewonnen.

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Andreas Lüer (rechts) vergibt im Finale den Siebenmeter zum Pokalsieg der HSG Schaumburg Nord.

Quelle: hga

Handball. 50 Minuten lang lieferten sich die Kontrahenten ein Duell auf Augenhöhe. Andreas Lüer hatte die Chance, zum Pokalhelden zu werden. 50 Sekunden vor Ablauf der regulären Spielzeit traf Lüer zum 21:21, erzwang so die Verlängerung vom Punkt aus. Dort stand es nach dem fünften Siebenmeter der Achimer 3:3, Lüer musste nur noch treffen, um den Pokalgewinn für die HSG perfekt zu machen.

 Er scheiterte am gegnerischen Torhüter, die Sache ging in die Verlängerung. Niko Blanke trat zum zweiten Mal an und verwarf. Jan Mühlbrandt hatte die besseren Nerven, traf und löste einen Jubelsturm aus. Die Fans feierten ihre HSG trotz der Niederlage. „Wir verlieren unglücklich im Siebenmeterwerfen, aber man muss sagen, es war heute ein toller Handballtag mit Werbung für den Handballsport“, erklärte HSG-Coach Sebastian Reichardt. Es sei eines Finales würdig gewesen, man habe zwei hochklassige Spiele gesehen. Die Zuschauer trugen ihrerseits mit toller Stimmung dazu bei, Achim/Baden hatte einen Fanblock mit Trommlern dabei. Auch Landrat Jörg Farr und Axel Bergmann aus dem Vorstand des Kreissportbundes waren zur Unterstützung gekommen.

 „Total stark, wir haben ein sehr emotionales Spiel gehabt. Siebenmeterschießen mit Verlängerung, das habe ich in meiner eigenen Karriere noch nicht gehabt und als Trainer sowieso nicht“, sagte Tobias Naumann. Seine Mannschaft habe sich nach schwachem Start das Ding kämpferisch wiedergeholt und den Pokal nicht unverdient gewonnen, so Naumann.

 Nach drei sportlich mehr als fragwürdigen Vorrunden, in denen es für die meisten niedersächsischen Oberligisten nur um das möglichst schnelle Ausscheiden aus dem ungeliebten Wettbewerb ging, waren die Erwartungen eher gedämpft. Doch gleich im ersten Spiel der HSG Schaumburg Nord gegen die HSG Barnstorf/Diepholz wurden alle Erwartungen weit übertroffen. Die Halle füllte sich von Minute zu Minute mehr, die Mannschaften lieferten sich einen offenen Schlagabtausch.

 In einer nervösen Anfangsphase verschoss die HSG Nord bis zur 15. Minute sechs freie Chancen und drei Siebenmeter. Doch dank eines in der ersten Hälfte überragenden Torhüters Niklas Blomberg und Philipp Reinsch kämpfte sich die Heimmannschaft ins Spiel. Reinsch glich das 5:7 beim 8:8 (17.) aus, Niko Blanke markierte die 13:11-Pausenführung. Barnstorf schlug zurück, glich in Hälfte zwei zum 15:15 (29.) aus. Es war ein temporeiches und gutes Spiel, auf der Tribüne ging die Stimmung hoch. Ab dem 25:23 (43.) durch Reinsch hatte der Gastgeber die Oberhand. Barnstorf öffnete in der Schlussphase die Abwehr und wurde unter dem Jubel der Fans mit 33:28 ausgeschaltet.

 „Schaumburg hat die größere Leidenschaft gezeigt, wir haben unsere Angriffe nicht wirklich zu Ende gespielt, ein verdienter Sieg“, meinte der Barnstorfer Coach Dag Rieken. Im zweiten Halbfinale traf der spätere Pokalsieger auf den TV Jahn Duderstadt. Nur wenige Zuschauer sahen zu, das Spiel hatte auch nicht mehr verdient. Duderstadt hatte zwei Spieler aus dem Kader der Ersten dabei. „Der Rest waren Ergänzungsspieler, einige sind im Urlaub, wir haben Verletzte, da kannst du nicht mehr erwarten“, sagte Jahn-Coach Thomas Brandes. „Warum kommen die überhaupt, es ist ihnen wohl nichts wert“, so lauteten einige Kommentare von der Tribüne.

Das Finale jedoch war dann richtiger Sport, wieder ging die Stimmung in der vollen Halle hoch. Es gab alles, was zu einem Finale gehört: Spannung, Tempo, Dramatik und vor allem hochzufriedene Fans. hga

 

   

Werbung für den Handballsport

Irgendwie war alles auf den Kopf gestellt. Der Pokal des Handballverbandes Niedersachsen (HVN) gehört zu den unbeliebtesten Wettbewerben überhaupt, zumindest wenn es nach den Oberligisten geht. Ausgerechnet das Finale war eine unbezahlbare Werbung für den Handball. Gut, der TV Jahn Duderstadt war die unrühmliche Ausnahme – Schwamm drüber. Die HSG Schaumburg Nord gehörte zu den wenigen Mannschaften, die in den Vorrunden mit der vollen Kapelle auftrat. Den Lohn gab es nun im Finale in eigener Halle. Hochzufriedene Zuschauer und mit dem Pokalsieger SG Achim/Baden einen wirklich guten Gegner, so geht Werbung für eine Sportart. Das hat sich noch nicht überall herumgesprochen. Der HVN gebärdet sich wie auch andere Verbände, indem er ohne Rücksicht auf Verluste gottgleiche Entscheidungen trifft, denen fast immer ein Zwang innewohnt. Aber im Falle des Pokals müssen die meisten Oberligisten ihre Verweigerungshaltung hinterfragen. Setzt euch an einen Tisch, beide Parteien müssen Zugeständnisse machen. Sonst wird das nichts mit medialer Aufmerksamkeit, da sind andere Sportarten weiter.

Von Heinz-Gerd Arning

Außenansicht

Fritz Blomberg, Angestellter bei der Telekom, sah das Finale um den HVN-Pokal aus verschiedenen Blickwinkeln. Der 61-jährige Riepener spielte selbst als Torwart, drückte seinem Sohn Niklas im Tor der HSG Schaumburg Nord die Daumen. Aber Blomberg sah auch die Fehler, analysierte das Spiel nicht durch die Vereinsbrille hindurch.

Beim Zuschauen bin ich viel nervöser als wenn ich selbst gespielt hätte. Ich fand es war ein gutes, intensiv geführtes Spiel. Man hat gesehen das beide gewinnen wollten. Es waren einige technische Fehler und versiebte Bälle dabei. Das Siebenmeterschießen war Pech, aber da tut sich unsere Mannschaft sowieso immer schwer, da liegt vieles im Argen.

Achim hat sehr schnell gespielt, gerade die zweite Welle von denen war extrem gut. Da musstest du die ersten vier Sekunden überstehen, um wieder Ruhe reinzubekommen. Max Dohmeier hat mir gerade in der ersten Halbzeit gut gefallen, in der zweiten Halbzeit hat die zweite Reihe ein bisschen nachgelassen. Ich hoffe, dass die Mannschaft sich in der Liga fängt. hga

 

Stimmen

Claudia Reinsch und Silke Blomberg fieberten im ersten Halbfinale auf der Tribüne mit, als ihre Söhne Philipp Reinsch und Niklas Blomberg mit der HSG Schaumburg Nord um den Einzug in das Pokalfinale kämpften. „Sie haben nervös angefangen. Aber sie haben nicht aufgegeben und sind mit Vollgas nach vorn gegangen“, resümierte Reinsch das erfolgreich bestrittene Halbfinale. Blomberg gefiel der kämpferische Auftritt ihres Sohnes sowie seiner Mitspieler. „Ich fand sie haben mit Herz gespielt“, meinte Blomberg.
Glückwünsche gab es von  Axel Bergmann , der für den Kreissportbund Schaumburg gekommen war. „Wir vom KSB gratulieren beiden Mannschaften. Im Siebenmeterwerfen zu verlieren, ist keine Schande“, sagte Bergmann.
Auch Landrat Jörg Farr war begeistert vom Spiel: „Die sind schlagbar“, meinte Farr in der Halbzeitpause des Finales und lag mit seiner Einschätzung nur ganz knapp daneben. „Es war eine rundum gelungene Veranstaltung auf sportlich hohem Niveau. Bis auf das Spiel des TV Jahn Duderstadt, das war Käse.“
Große Klasse, die HSG hat die Oberliga Niedersachsen gut vertreten“, so Thomas Zumbrock , Betreuer beim Oberligisten MTV Großenheidorn. hga

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