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Fußball Schiri aus Leidenschaft

Ralf Krömer hat ein tolles Hobby: Er ist Schiedsrichter. Das sind viele andere auch, aber Krömer ist bald 30 Jahre dabei – das schaffen nur wenige.

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Alles notiert: Schiedsrichter Ralf Krömer hat als Statistik-Freak einen genauen Überblick über seine Karriere. Der Obernkirchener pfeift seit 30 Jahren.

Quelle: uk

Fußball. Der Obernkirchener hat seine Prüfung im Oktober 1984 abgelegt. „Ich bin durch meinen Vater Heinz zur Schiedsrichterei gekommen“, erinnert sich Krömer, der selbst „kein guter Fußballer“ gewesen ist: „Ich bin auf dem Bolzplatz immer als Letzter gewählt worden“, lacht Krömer. Seine erste Ansetzung bekam er für den 17. November zugestellt und hätte es sich mit seinem neuen Hobby noch einmal überlegen können, denn das Spiel der C-Junioren zwischen dem TuS SW Enzen und dem TSV Wendthagen fiel dem schlechten Wetter zum Opfer. So wurde es am 1. Dezember 1984 ernst, sein erstes Spiel zwischen den Wendt-hägern und dem SV Engern endete 0:6. „Dass ich das alles noch weiß, verdanke ich meiner Mutter“, sagt Krömer. Ich solle mir das doch alles aufschreiben, lautete ihr Tipp. Vier Notizbücher und eine größere Kladde sind inzwischen mit Erinnerungen bestückt. „Ich bin halt ein Statistik-Freak“, gibt der ledige Krankenkassenfachwirt zu.

 Bei Jugendspielen ist es nicht geblieben: Am 13. August 1989 leitete Krömer sein erstes Spiel im Fußball-Bezirk. SV Nendorf gegen TSV Drebber, 6:0 – steht im Notizbuch. Inzwischen ist Krömer 25 Jahre Bezirksschiedsrichter und wurde deshalb vor wenigen Wochen vom Bezirk Hannover mit der Goldenen Pfeife ausgezeichnet. „Das hat mich sehr stolz gemacht. Ich bin einer von vier Schiedsrichtern in Niedersachsen, die diese Auszeichnung erhalten haben“, freut sich der 46-Jährige. Normalerweise ist in diesem Alter Schluss mit Spielen im Bezirk, „aber ich drehe jetzt Ehrenrunden.“ Die Verantwortlichen hätten gemerkt, dass es nur mit jungen Schiedsrichtern auch nicht gehe. Deshalb sei die Altersgrenze aufgeweicht worden, so Krömer. Apropos Leistung: Der Schiedsrichter vom FC Hevesen hat es zwischendurch bis in die Niedersachsenliga, der heutigen Oberliga, gebracht. Wer so viel Erfahrung hat, darf davon ruhig auch etwas weitergeben. Krömer ist im Kreis Schaumburg seit 2002 als Lehrwart tätig und hat in Zusammenarbeit mit dem Kreisschiedsrichterausschuss an die 400 Anwärter ausgebildet. „Davon pfeifen aber noch höchstens 100“, sagt Krömer.

 Das Hobby sei kein leichtes, so der Unparteiische. Krömer gehört zu der Sorte Schiedsrichter, mit denen sich Spieler auch mal unterhalten können – natürlich nach dem Spiel. Vielleicht hat er deshalb so lange an der Pfeife ausgehalten. „Privat bin ich lockerer als auf dem Platz. Früher war ich sicher verbissener. Aber mit dem Alter wird man ruhiger und vielleicht auch besser akzeptiert“, vermutet Krömer.

 Stress gab es selten, sagen zumindest die Notizbücher. Den TSV Sachsenross Hannover und den RSV Rehburg habe er bislang je 22 Mal gepfiffen. Auch mit der SSG Halvestorf-Herkendorf sei er immer gut klargekommen, so Krömer. Einige wenige Spielabbrüche gab es auch. Zum Beispiel 1988 in Alverdissen, „Da haben sich beide Mannschaften gegenseitig geschlagen.“ Auch an das Niedersachsenliga-Spiel BSV SW Rehden gegen den VfB Oldenburg erinnert sich Krömer: „Da hat der Oldenburger Fan-Club vor dem Spiel Bierflaschen auf das Spielfeld geworfen. Ich konnte deshalb vor einer ordentlichen Kulisse erst später anpfeifen.“

 Der dienstälteste Bezirks-Schiedsrichter hat bereits 470 Spiele auf dem Buckel. Insgesamt mögen es so an die 2700 geleitete Spiele sein. Gibt es da noch Ziele? „Ja, ich pfeife, bis ich nicht mehr kann. Natürlich nicht im Bezirk, da kann ich die Leute beruhigen. Aber die 500 Spiele im Bezirk möchte ich noch gerne voll machen. Das wäre eine tolle Sache“, sagt Krömer und wird seinem Hobby wohl noch einige Jahre treu bleiben – mit Notizbuch, versteht sich. uk

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