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Schleichen zwischen den Meeren

Segelfliegen Schleichen zwischen den Meeren

 Hoch in der Luft, da fühlen sie sich pudelwohl. Seit dem 14. Lebensjahr sind Christine Grote und Ulrich Gmelin begeisterte Anhänger des Segelflugsports.

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Quelle: pr.

Segelfliegen (seb). Das Ehepaar ist in den vergangenen Monaten viel unterwegs gewesen, war im Trainingslager in Frankreich und startete bei der Deutschen Meisterschaft, bei der Europameisterschaft und zuletzt bei der Weltmeisterschaft. Als Belohnung gab es die WM-Silbermedaille für Grote.

 Für die Obernkirchener ging es im April ins Trainingslager nach Frankreich. Nach zwei Wochen mit intensiven Übungsflügen standen dann im Mai die Deutschen Meisterschaften in Zwickau auf dem Programm. Im Doppelsitzer belegten Gmelin/Grote den 5. Platz. Bei der EM in Ungarn im Juli lief es für das Duo noch besser. In einem spannenden Finale verbesserte sich das Paar am letzten Flugtag noch auf den 4. Rang. Nach einem kurzen Zwischenstopp in Obernkirchen ging es gleich weiter zur Weltmeisterschaft (1. bis 15. August) nach Dänemark.

 Grote trat in der Clubklasse als Titelverteidigerin an. Mit ihrer Libelle flog Grote Fläche an Fläche mit ihrer Teamkollegin Sabrina Vogt. An der dänischen Küste herrschten schwierige Bedingungen. „Sabrina und ich haben uns aber gut abgestimmt. Die Winde und der Wetterwechsel machten das Fliegen nicht einfach“, erklärt die Obernkirchenerin. Es war eine spannende Weltmeisterschaft (WM). Fast 30 Teilnehmer flogen um die WM-Krone. Vor dem letzten Flugtag lag Grote hinter Vogt und einer Litauerin auf Rang drei. Sie wählte die richtige Taktik, überflügelte ihre Konkurrentin und wurde Vizeweltmeisterin. „An einem Tag bin ich nur zehn Kilometer weniger als Sabrina geflogen. Das hat den Ausschlag gegeben“, weiß die Zweitplatzierte, die sich über den WM-Titel für Vogt riesig freut. „Wir waren ein starkes Team“, so Grote.

 Während bei der WM in Dänemark nur Durchschnittsgeschwindigkeiten um die 60 Stundenkilometer erreicht wurden, waren die Flüge bei der EM in Ungarn richtig anstrengend. „Dänemark kann man als Schleichen zwischen den Meeren bezeichnen. Die Flüge in Ungarn waren dagegen High-speed durch die Puszta“, umschreibt Grote zwei völlig verschiedene Wettkampfschauplätze. „Es war ein Glutofen. Erst bei 38 Grad stimmte die Thermik. Wir hatten im Doppelsitzer Durchschnittsgeschwindigkeiten von 132 Stundenkilometern erreicht, waren sogar bis 250 Stundenkilometer schnell“, ergänzt Gmelin, der nach neunjähriger Tätigkeit als Bundestrainer seinen Job als Nationalcoach vor einigen Monaten aufgab. „Jetzt gibt es keine Interessenkonflikte und ich kann mich mehr auf meine eigene Fliegerei konzentrieren“, erklärt der 58-Jährige.

 Bundestrainer im Segelfliegen ist ein Hauptjob. „Man ist viel unterwegs“, weiß der Obernkirchener. Die Aufgabe eines Bundestrainers besteht darin, das Nationalteam zusammenzustellen und anzuleiten. „Ich kümmerte mich um Tickets für die Fähre, um die Verschiffung der Flugzeuge, um die Unterkünfte der Athleten. Ich war mehr ein Manager, eher ein Oliver Bierhoff als ein Jogi Löw“, berichtet Gmelin.

 Während der 58-Jährige gerne zusammen mit seiner Ehefrau im Doppelsitzer fliegt, sitzt Grote lieber alleine im Segelflieger. „Christine ist eine glänzende Kopilotin. Sie ist mein verlängertes Auge und wir harmonieren prächtig“, lobt Gmelin seine Ehefrau. Im Segelfliegen muss ein Pilot alle zehn Sekunden eine Entscheidung treffen. „Kleine Absprachen sind sehr hilfreich. Wir ticken ähnlich, das passt“, so der ehemalige Bundestrainer. Grote dagegen hält lieber selbst den Steuerknüppel in der Hand. „Nach einem Flugtag kommt das Ergebnis, und man hat dann schwarz auf weiß, was man geleistet hat. Als Kopilotin ist das eben anders“, begründet Grote.

 Elf Wochen war das Ehepaar mit Sohn Fin nun auf Reisen. Jetzt ist erst mal Erholung angesagt.

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