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Sjöstrand behält die Nerven

Handball/Bundesliga Sjöstrand behält die Nerven

MINDEN. Solche Krimis gibt es sonst nur im Fernsehen: GWD Minden und die TSV Hannover-Burgdorf lieferten gestern in der Mindener Kampa-Halle vor 3087 Zuschauern einen Thriller in der Handball-Bundesliga ab. GWD siegte gegen verzweifelt kämpfende Gäste durch ein Tor von Charlie Sjöstrand fünf Sekunden vor Schluss mit 27:26 (16:12).

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Jubel über den Klassenerhalt: GWD-Torschütze Charlie Sjöstrand (Dritter von links) lässt sich für seinen späten Siegtreffer feiern.

Quelle: uk

Handball. „Es war insgesamt verdient, ich freue mich über die geschlossene Leistung“, sagte GWD-Trainer Frank Carstens über ein „hochintensives Spiel“. Während sich Mindens sportlicher Leiter Frank von Behren über den Klassenerhalt freute (Ja, wir sind durch“), war von seinem kalkweißen Pendant Benjamin Chatton nach zwölf sieglosen Spielen Folge, davon elf Niederlagen, kaum etwas zu hören, der Manager kämpfte mit seinen Gefühlen: „Wir sind in einer schwierigen Situation.“

Das Spiel nahm nur langsam Fahrt auf, die Führungen wechselten mit leichten Vorteilen für die Gäste, die in der Abwehr sehr griffig waren, jedes eigene Tor wie einen Sieg feierten. „Wir wollten es unbedingt“, sagte Rückraumspieler Sven-Sören Christophersen. Die Anspannung war spürbar.

GWD spielte mit einem starken Spielmacher Sören Südmeier munter mit, hatte in der Abwehr aber leichte Probleme mit dem Hannoveraner Rückraumriesen Mait Patrail. Die Weserstädter haderten mit verpassten zweiten Bällen wie bei den Gegentoren 3:4 durch Timo Kastening oder dem 4:5 durch Kreisläufer Erik Schmidt (8.). Beim 9:7 durch Kastening setzte sich erstmals ein Team mit zwei Toren ab (17.). Sicherheit brachte das den Gästen nicht, GWD glich zum 9:9 aus. Die Burgdorfer wechselten im Tor, Malte Semisch kam für Martin Ziemer (21.). Das 11:10 erzielte die TSV durch Nationalspieler Kai Häfner – per Kempa-Trick. Das löste bei der TSV Übermut aus, denn binnen 70 Sekunden zog GWD durch drei Konter nach Ballverlusten der Gäste auf 15:11 weg, bei 16:12 wurden die Seiten gewechselt. „Wir sind durch technische Fehler ins Hintertreffen gekommen“, sagte TSV-Trainer Jens Bürkle.

Nach der Pause hatten sich die Niedersachsen gesammelt, knickten nicht ein, hielten das spannende Spiel bis zum 17:21 offen (41.). Die Ostwestfalen gönnten sich eine achtminütige Torauszeit, zur Krönung scheiterte Aleksandar Svitlica mit einem Siebenmeter an Semisch. Häfner besorgte den Ausgleich (50.), der Däne Morten Olsen die erste Gäste-Führung nach der Pause – 22:23 (53.). Die Hannoveraner bauten sich auf, spielten eine bärenstarke Abwehr, übertrieben aber trotz einer 25:23-Führung die Härte. Die Zeitstrafen schwächten die Gäste, GWD gewann im Krimi wieder die Oberhand. Nach dem wichtigen 24:25 durch Helge Freimann kamen die Mindener zurück. „Er hat ihn reingemogelt, wir haben wieder den Kopf hochbekommen“, meinte Carstens. Sjöstrand glich per Siebenmeter aus und Freimann („Er hat gezündet“) besorgte die Führung zum 26:25. Olsen glich aus und Schmidt kassierte 24 Sekunden vor Schluss eine weitere, seine dritte, Zeitstrafe. Sjöstrand behielt wenige Sekunden vor dem Abpfiff die Nerven – 27:26.

„Es ist hart. Wir kämpfen uns rein, spielen eine richtig gute Deckung – machen aber ein paar Fehler zu viel“, analysierte Bürkle, auf den in Hannover wohl schwere Tage warten. Die schlechte Laune von Chatton sagte einiges aus, ein weiterer Krimi steht ins Haus. Die TSV spielt am Mittwoch, 24. Mai, daheim gegen SC DHfK Leipzig. Ob Bürkle dann noch auf der Bank sitzen darf, bleibt abzuwarten. Zu wünschen wäre es ihm, er hat an der Seitenlinie gekämpft wie ein Löwe - seine Mannschaft auf dem Parkett auch.

Die Mindener müssen am nächsten Freitag beim SC Magdeburg antreten. Ganz entspannt, versteht sich, denn der Klassenerhalt ist sicher. uk

Tore GWD Minden: Freimann 2, Sjöstrand 6, Rambo 5, Südmeier 4, Gullerud 3, Michalczik 2, Svitlica 3, Larsson 2.
Tore TSV Hannover-Burgdorf: Johanssen 1, Mortensen 1, Patrail 5, Hykkerud 1, Lehnhoff 3, Häfner 6, Böhm 2, Schmidt 2, Olsen 3, Kastening 2.
Zuschauer: 3087
Zeitstrafen: 2:5
Rote Karte: Schmidt (3. Zeitstrafe, 59:26)
Siebenmeter: 6(5):3 (2)
Schiedsrichter: Rameshund Suresh Thiyagarajah

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