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Vom Aussterben bedroht

Tennis Vom Aussterben bedroht

Für die Tennisspieler wird es immer schwieriger, ihrem Hobby im Winter nachzugehen. Tennishallen in Stadthagen, Sachsenhagen, Luhden, Rinteln und Bückeburg haben in den vergangenen Jahren zugemacht.

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Eine von drei Tennishallen im Landkreis Schaumburg steht in Stadthagen.seb (2)

Tennis. Acht Plätze stehen den Aktiven in Stadthagen, Bad Nenndorf und Rodenberg derzeit nur noch zur Verfügung. Vor gut zehn Jahren waren es noch 30 Hallenfelder.

 Dieser Abwärtstrend macht vor den Vereinen nicht halt. Im Landkreis Schaumburg gibt es aktuell noch 30 Tennisvereine, doch bei über der Hälfte findet keine Jugendarbeit mehr statt. Auch nehmen viele Klubs nicht mehr am Punktspielbetrieb teil. „Einige Tennisvereine sind vom Aussterben bedroht“, warnt der Vorsitzende von GW Stadthagen, Harald Nemanoff. Die Grün-Weißen aus der Kreisstadt halten die Fahne mit fast 400 Mitgliedern noch hoch. Aber auch der Bückeburger TV Weiß-Rot-Blau, die SG Rodenberg und RW Rinteln haben kein Nachwuchsproblem.

 Der Tennissport hat große Konkurrenz. Die Jugendpunktspiele finden meist am Wochenende statt, und da regiert König Fußball. Zudem verhindern die langen Schulzeiten der Kinder die Mitgliedergewinnung. In den Abendstunden sind die Tennisplätze meist von den Erwachsenen belegt. Auch ist der „Weiße Sport“ ein teurer Spaß. Für die Ausrüstung, Tennistraining und Hallenkosten sind einige Euros zu investieren.

 Zuletzt mussten die Tennisspieler aus Bückeburg nach der Schließung der Tennishalle umsiedeln. Die Weiß-Rot-Blauen sind nach Lahde und Stadthagen ausgewichen. „Das Training findet in Lahde statt, die Punktspiele der zehn Mannschaften werden in Lahde und Stadthagen ausgetragen“, erklärt WRB-Sportwart Bernd Milost. Doch die Spieler aus der Ex-Residenz sind mit den Rahmenbedingungen in Lahde unzufrieden. „Die haben dort keinen Schwingboden“, beanstandet Milost. Die Halle von Grün-Weiß sei besser, deshalb solle dort auch in Zukunft das Training stattfinden. Doch der Sportwart hofft noch auf eine Lösung vor der eigenen Haustür: „Vielleicht gibt es im vierten Quartal dieses Jahres ein Ergebnis in Bückeburg.“

 RW Rinteln weicht mit den Punktspielen nach Hessisch Oldendorf aus. Auch das Training findet in der dortigen Granulathalle mit zwei Plätzen statt. Eine weitere Möglichkeit, für die Südkreisler, Tennis zu spielen, besteht in der Halle des VSV Teutonia Silixen. Auch dort stehen zwei Granulatplätze zur Verfügung.

 Der große Profiteur der Hallenschließungen ist GW Stadthagen. Die eigene Tennishalle ist in den Kernzeiten zu 85 Prozent ausgelastet. „Mehr Mannschaften kriegen wir nicht mehr unter. Aber ich bin mir sicher, dass noch einige Teams im Winter Punktspiele machen würden, doch es gibt nicht genügend Hallenkapazitäten“, meint Nemanoff.

 Wie kann das Tennisspielen für den Nachwuchs attraktiver gemacht werden? Den ersten Schritt müssen die Vereine tätigen. „Schon im Kindergarten oder in der Grundschule sollen die Vereine Präsenz zeigen, den Kids den Tennissport schmackhaft machen“, fordert Nemanoff. Man müsse auch die Eltern ansprechen, das Tennisspielen für die ganze Familie öffnen. Das Beste wäre aber ein neuer Boris Becker. „Wir brauchen wieder ein Idol, das die Kinder zum Tennisspielen bringt“, so Nemanoff. seb

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