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Wie eine Nähmaschine

Nacht des Sports Wie eine Nähmaschine

Im vergangenen Jahr ist sie nicht zu stoppen gewesen: Elf Kreisrekorde erlief Aida Stahlhut, dazu den über 10.000 Meter auf der Bahn.

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Läuft allen davon: Aida Stahlhut (Nummer 19) setzt sich auch gegen die männliche Konkurrenz durch.

Quelle: hga

Nacht des Sports. In der Summe hält Stahlhut die Rekorde von 3000 Metern bis hin zum Marathon in der Klasse W 30 und altersklassenunabhängig in Schaumburg.

Aktuell allerdings laboriert Stahlhut an einer langwierigen Verletzung, die das gewohnte Laufprogramm zurzeit unmöglich macht. In 2015 aber lief es mehr als rund, Stahlhut ließ sogar die männliche Konkurrenz hinter sich. Beim 5. BMW-Lauf in Lindhorst war sie über die 14.500-Meter-Distanz schneller als Sebastian Höltje und Jobst von Palombini, den beiden Erstplatzierten bei den Männern. Das erstaunt umso mehr, da Stahlhut mit ihren nur 1,50 Metern nicht unbedingt die typische Körpergröße für eine Langstrecklerin aufweist.

Die Frage nach der Schrittlänge kennt Stahlhut bereits. „Man nennt sie auch die Nähmaschine“, meint schmunzelnd Ehemann Wilfried Stahlhut. Auf der Bahn und kurzen Strecken macht sie lange Schritte. „Einmal war ich selbst überrascht, da hatte ich eine Schrittlänge von 1,60 Meter“, sagt Stahlhut. Sie kann ihre Schrittlänge über ein Armbandgerät kontrollieren. Auf den langen Strecken allerdings erhöht sich dann die Schrittfrequenz erheblich, eben die „Nähmaschine“.

Fünf- bis sechsmal pro Woche wird trainiert. „Freitags mache ich immer Pause“, sagt sie bestimmt. Dient das Training der Vorbereitung auf einen Marathon, kommen am Wochenende zusätzliche Trainingseinheiten hinzu. Von Woche zu Woche steigert sie die zurückgelegten Distanzen und die Zeiten.

Ihre läuferische Karriere begann für die Bolivianerin 2005 in Kuba. Dort studierte Stahlhut drei Jahre Medizin. Eine Voraussetzung für das Studium war das Betreiben von Sport. Sie entschied sich für die Leichtathletik, kam dann 2009 nach Deutschland. Hier versuchte sie sich zunächst beim Frauenfußball bei der TuSG Wiedensahl, stellte aber fest, dass es nicht ihre Sportart war. An diese Zeit hat sie nur gute Erinnerungen, denn damals lernte sie viele neue Menschen kennen. „Es war eine schöne Zeit“, erinnert sich Stahlhut.

Der Rest war Zufall, sie nahm 2013 am Friedrich-Wischhöfer-Lauf in Niedernwöhren teil und wurde über die 11.500 Meter gleich Zweite. Der Begriff „Wettkampf“ war für sie noch nicht so richtig verständlich, bis dahin hatte sie noch keinen bestritten. „Ich wusste nicht, dass ich so laufen kann“, blickt sie zurück. Heute wissen es vor allem ihre Konkurrenten. hga

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