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Zehn Kreisrekorde im Jahr 2013

Leichtathletik Zehn Kreisrekorde im Jahr 2013

Walter Molsbeck hat in einem Jahr das geschafft, was viele Sportler in ihrem gesamten Leben nicht erreichen.

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Seriensieger und zehnfacher Kreisrekordler Walter Molsbeck vor dem Ziel des Rintelner Volksbanklaufes.

Quelle: tol

Von Carolin Hampel

Leichtathletik. Der Läufer des VfL Bückeburg stellte in der Saison 2013 zehn neue Schaumburger Kreisrekorde in der Altersklasse M 55 auf. Er verbesserte die Rekorde auf allen Laufstrecken von 1500 Meter bis zum Marathon und unterbot Bestmarken, die teilweise mehr als 30 Jahre Bestand hatten.

 Anfang des Jahres war es beim Blick in die Schaumburger Bestenliste nur eine fixe Idee gewesen: „Ich brauche immer konkrete Ziele, auf die ich hinarbeiten kann. Und da im Jahr 2013 der „Aufstieg“ in die neue Altersklasse M 55 anstand, habe ich mir einmal die Rekorde dieser Altersklasse angesehen. Mein Leistungsniveau ist in den letzten Jahren recht konstant geblieben, da kam die Idee, zu versuchen, alle Langstrecken-Altersklassenrekorde zu verbessern.“

 Dieses persönliche Ziel verriet er Vereinskamerad Jobst von Palombini bei einem Trainingslauf. Und was eigentlich nur als persönliche Herausforderung gedacht war, gelangte über die Plauderei mit von Palombini, der auch als Pressesprecher der Bückeburger Laufabteilung wirkt, an die breite Öffentlichkeit. „Da hat Jobst mich ganz schön unter Druck gesetzt“, schmunzelt Molsbeck. „Aber was ich sage, das mache ich auch. Also musste ich es durchziehen. Gut, dass es geklappt hat.“

 Nach dem Motto „Erst die langen, dann die kurzen Läufe“ startete Molsbeck seine Saison bereits am Ostersamstag mit einem Halbmarathon in Paderborn. „Es hat geschneit und es waren maximal zwei Grad“, erinnert sich Molsbeck an die widrigen Bedingungen, trotz derer er in kurzer Hose an den Start ging. Er unterbot mit der Zeit von 1:24:24 Stunden den bisherigen Kreisrekord um mehr als fünf Minuten.

 Es folgte Anfang Mai der Marathonlauf in Hannover. „Vor dem Marathon-Rekord hatte ich den meisten Respekt. Wenn das Unterbieten des Rekordes nicht geklappt hätte, wäre es mir schwer gefallen, noch einen Anlauf zu wagen, da meine Trainingsplanung für den Sommer auf die kürzeren Strecken ausgerichtet war. Und im Marathon weiß man nie genau, was passiert. Die Strecke ist lang und viel hängt von Tagesform und äußeren Bedingungen ab.“ In Hannover passte jedoch alles, Molsbeck unterbot auch diesen Rekord um drei Minuten und blieb mit 2:57,31 Minuten auch, wie angestrebt, unter drei Stunden.

 Danach absolvierte er zahlreiche Straßenläufe und Mittelstreckenläufe auf diversen Sportfesten, immer begleitet von Mannschaftskameraden aus der großen Laufabteilung des VfL Bückeburg. „Markus Grimm war bei neun der zehn Kreisrekordläufe mit dabei und auch Jobst von Palombini und Rico Beier haben mich häufig begleitet“, freut sich Molsbeck über die Unterstützung seiner Vereinskameraden.

 Den Abschluss seiner Rekordjagd bildete für Molsbeck der Rintelner Volksbanklauf, wo er die 10-Kilometerstrecke in 39:05 Minuten absolvierte. Zwar hatte er den Rekord über diese Strecke schon im Juli in Rechberghausen unterboten, wollte seine Leistung aber nochmals verbessern. „Ich wusste, dass ich deutlich schneller laufen kann als bei dem Lauf in Rechberghausen. Der Lauf war am heißesten Tag des Jahres bei Temperaturen weit über 30 Grad.“ Zudem verbindet er mit dem Rintelner Volksbanklauf besondere Erinnerungen. Der City-Lauf, wie die Veranstaltung damals noch hieß, war im Jahr 2003 die erste öffentliche Laufveranstaltung, an der er teilnahm. Bis dahin war er nur privat im Wald gejoggt. „Meine Frau arbeitet in Rinteln und brachte einen Flyer vom Lauf mit. Ich habe mich dann von ihr mehr oder weniger überreden lassen, dort mitzulaufen.“

 Im folgenden Jahr nahm er wieder teil und langsam übermannte ihn der „Laufvirus“. Es wurden immer mehr Läufe und er schloss sich der Laufabteilung des VfL Bückeburg an. Dort trainiert er seitdem jeden Montag und Mittwoch mit Gruppentrainingsläufen in Harrl oder Kornmarsch. Zusätzlich stehen im Sommer Einheiten mit Intervall- und Tempoläufen auf dem Programm. Und natürlich absolviert er mehrere eigenständige Einheiten in der Woche. „Samstags steht bei mir immer die längste Strecke auf dem Plan, das sind etwa 34 Kilometer.“ Diese absolviert er je nach Trainingsstand in 2:24 bis 2:50 Stunden.

 Seinen Trainingsplan erstellt Molsbeck selbst nach Vorlagen aus dem Internet. „Ich bin vor Jahren auf einen Plan „Wie laufe ich einen Marathon unter drei Stunden“ gestoßen. Die dort beschriebenen Einheiten lagen mir und schlugen gut an.“ Molsbeck absolviert etwa 3600 Trainingskilometer im Jahr – die meisten davon in der Vorbereitungsperiode von Januar bis April. „Meine Frau hat glücklicherweise viel Verständnis für mein zeitintensives Hobby und ist auch bei allen großen Läufen dabei gewesen. Es ist eine große Hilfe und unbeschreiblich schön, wenn man weiß, dass man im Ziel erwartet wird“, bedankt sich Molsbeck bei seiner Frau Jutta, allerdings auch den Hinweis hinzufügend, dass sie ihn ja schließlich zum Laufen gebracht hat.

 Jutta Molsbeck ist ebenfalls sportbegeistert. Sie walkt seit langem und betreut eine Damengymnastikgruppe beim VfL Bückeburg. Zur Silberhochzeit vor drei Jahren gönnten sich die beiden eine Reise der besonderen Art – eine Karibik-Laufkreuzfahrt. Dabei wurden Läufe unterschiedlicher Länge auf acht karibischen Inseln absolviert und eröffneten einen ganz besonderen Blick auf die Regionen.

 Alles in allem bezeichnet sich Molsbeck trotz seiner Erfolge lediglich als „ambitionierten Hobby-Läufer“: „Mir macht es Spaß, mich selbst auszutesten und zu sehen, was der Körper leisten kann.“ Ultra-Läufe mit Strecken über die Marathondistanz hinaus, wie sie sein Vereinskollege Jobst von Palombini absolviert, sind für ihn dabei aber kein besonderer Anreiz. „Ich will es nicht ausschließen, aber eigentlich ist mir der Marathon schon zu lang.“

 Auch eine neue Rekordjagd ist für ihn vorerst kein Thema. Er wird sich neue Herausforderungen suchen. „Ich werde mich darauf konzentrieren, das Laufen zu genießen und vielleicht an ein paar Läufen teilnehmen, die ich noch nicht kenne – den Hermannslauf zum Beispiel, oder die Läufe der Mühlenkreisserie.“ Auf alle Fälle will er dem Laufen noch lange treu bleiben. „Neben der körperlichen Fitness, bekommt man beim Laufen wunderbar den Kopf frei und kann sich Probleme durch den Kopf gehen lassen“, beschreibt er seinen Ausgleich zum beruflichen Alltag des Pharmaberaters. „Ich weiß natürlich nicht, ob ich das schaffe, aber es ist doch toll, wenn man wie Helmut Segebade noch mit weit über 80 laufen kann. Außerdem hat man bei einem Laufpensum von 70 bis 80 Kilometern in der Woche und dem damit verbundenen Kalorienverbrauch den Vorteil, dass man viel essen kann.“

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