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Hannover 96 Diese Offensive der "Roten" hat es in sich
Sportbuzzer Hannover 96 Diese Offensive der "Roten" hat es in sich
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07:59 15.12.2016
Von Jörg Grußendorf
Drei der vier Torgaranten: Martin Harnik, Noah-Joel Sarenren-Bazee und Kenan Karaman (v. l.) mit Abwehrtalent Waldemar Anton.   Quelle: Maike Lobback
Hannover

Jetzt wird es auch in der Tabelle deutlich: Die „Roten“ haben die beste Offensive der 2. Fußball-Bundesliga. 31 Tore hat sonst kein Team nach 16 Spielen geschossen. Tabellenführer Eintracht Braunschweig (29) und der VfB Stuttgart (30) folgen zwar dicht auf, aber die größere Vielfalt spricht eindeutig für Hannover 96. Daniel Stendel hat seine vier Offensiven gefunden. Torjäger Martin Harnik, Kenan Karaman (beide vorn), Felix Klaus (links) und Noah-Joel Sarenren-Bazee (rechts) sind gesetzt. Sie scheinen die Trümpfe zu sein, die im Aufstiegskampf stechen.

Vorbei ist das Rotieren, das Hin- und Hergeschiebe in der Abteilung Attacke. Artur Sobiech und Niclas Füllkrug, die wahrscheinlich in vielen anderen ZweitligaMannschaften zum Stammpersonal zählen würden, müssen sich gedulden, auf Verletzungen oder Sperren warten für neue Bewährungschancen. Das gilt auch für Sebastian Maier und Babacar Gueye, die derzeit ohnehin keine Rolle spielen, sowie Uffe Bech, für den ein Einsatz nach monatelanger Verletzungspause immer schwieriger wird. Noch vor ein paar Wochen hat man sehnsüchtig das Comeback des jungen Dänen herbeigesehnt. Jetzt muss er sich artig hintanstellen.

Was zeichnet dieses offensive Quartett aus, das den 96-Fans zuletzt - besonders beim 2:1 im Spitzenspiel beim VfB Stuttgart - so viel Freude bereitet?

Martin Harnik

Dieser Transfer ist wie ein Sechser im Lotto für 96. Harnik ist nahezu perfekt eingeschlagen. Er ist Torjäger und Kopf der Mannschaft. Man wiederholt sich an dieser Stelle gern: Der österreichische Nationalspieler aus Hamburg ist es, der den Unterschied im Vergleich zu anderen Mannschaften macht. Gegen Stuttgart, wo er aufgrund seiner VfB-Vergangenheit, die mit dem Abstieg geendet war, pausenlos ausgepfiffen worden ist, erlaubte sich der 29-Jährige den Lapsus, einige hundertprozentige Torchancen zu vergeben. Die Schwaben-Fans bedachten ihn daraufhin mit Schmährufen: „Du spielst sch... wie beim VfB.“ Harnik störte sich nicht daran, machte eifrig weiter und wurde mit dem Ausgleichstreffer belohnt.

Kenan Karaman

Der 22-Jährige ist der wohl am meisten unterschätzte Spieler der „Roten“. Viele Fans und Kritiker haben den Kopf geschüttelt, wenn Trainer Stendel an Karaman trotz schwächerer Auftritte festgehalten und ihn immer und immer wieder aufgeboten hat. Jetzt hat es sich ausgezahlt, der Deutschtürke zahlt zurück. Er leistet sich weiterhin einige leichtfertige Ballverluste, taucht oft minutenlang unter. Aber er ist bereit, Verantwortung zu übernehmen, wagt Dribblings, schafft durch seine Laufstärke Freiräume für seine Nebenspieler und ist ein guter Vorbereiter. Er legte bisher fünfmal in den bisherigen 16 Zweitliga-Partien auf für seine Mitspieler. Und torgefährlich ist Karaman auch, wie seine fünf Treffer beweisen.

Felix Klaus

Der 24-Jährige ist seit Saisonbeginn eine Konstante im 96-Angriffsspiel (5 Tore/4 Vorlagen). Das vergangene Seuchenjahr, als er nach seinem Wechsel von Freiburg nach Hannover bei den „Roten“ rein gar nichts auf die Reihe gekriegt hat, ist längst vergessen. Über seine linke Seite sind die „Roten“ immer gefährlich.

Noah-Joel Sarenren-Bazee

Auf der rechten Seite versuchte es Stendel mit verschiedenen Spielern, es klappte nie so gut wie auf der rechten. Jetzt ist das 96-Spiel ausgewogen, denn Sarenren-Bazee ist durch seine unglaubliche Schnelligkeit ein unglaublicher Unruheherd für die gegnerischen Abwehrreihen. Stuttgarts Emiliano Insua zählt zu den besten Linksverteidigern der 2. Liga, vom 20-Jährigen sah er meistens nur die Hacken. Sarenren-Bazee ist nicht der Torgefährlichste (ein Tor in fünf Spielen), aber ein überdurchschnittlich guter Vorbereiter (vier Vorlagen).

Der Fanshop der Roten bietet jetzt "96-Schals gegen Kälte" an. Schals gegen Kälte, warum ist man darauf nicht eher gekommen, fragt sich der Platzwart begeistert. Und hat weitere Vorschläge: Bier gegen Durst, Bratwurst gegen Hunger, Tore gegen Niederlagen. Außerdem: Was macht eigentlich Mirko Slomka?

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